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Maritime Konferenz: IG Metall will Schutz der Arbeitsplätze

Mit einer Fahne der IG Metall beteiligt sich eine Frau am Warnstreik. Hendrik Schmidt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild
Rostock (dpa). Unter dem Motto «Wirtschaft braucht MEER» treffen sich kommende Woche mehr als 1000 Branchenxperte aus der maritimen Wirtschaft. Eigentlich sollte Rostock der Treffpunkt sein, die Corona-Pandemie machte daraus eine Tagung im Internet.

Vor der 12. Nationalen Maritimen Konferenz Anfang kommender Woche hat die IG Metall Küste auf die Bedrohung Tausender Arbeitsplätze in der Branche hingewiesen. «Allein auf den Werften sind seit Beginn der Pandemie mehr als 1000 Arbeitsplätze verloren gegangen», sagte IG Metall-Bezirksleiter Daniel Friedrich am Donnerstag. Weitere 5600 seien nach Berechnungen der Gewerkschaft derzeit akut bedroht. Die IG Metall Küste kündigte für Montag zum Beginn der Konferenz an mehreren Standorten Aktionen an.

Ende 2020 gab es laut IG Metall auf den Werften noch mehr als 18 000 Stammarbeitsplätze. Von der Maritimen Konferenz am Montag und Dienstag, die im Wesentlichen digital stattfindet, erwarte er konkrete Vorschläge zur Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten in der maritimen Wirtschaft, sagte Friedrich.

Eine Chance für die Branche sieht die IG Metall im Klimaschutz. «Mit klimafreundlichen Antrieben und Technologien lässt sich Arbeit auf Werften und bei Zulieferern sichern.» Friedrich mahnte zudem eine Perspektive für den Marineschiffbau in Deutschland an. Entscheidend für die Branche sei, dass die angekündigten Aufträge zügig umgesetzt werden und nicht an einer bürokratischen Vergabepraxis scheitern. «Auch die kleinen Reparaturwerften an den Marinestandorten dürfen nicht verloren gehen.»

Für die IHK Nord, dem Zusammenschluss von zwölf norddeutschen Industrie- und Handelskammern, ist die maritime Wirtschaft von zentraler Bedeutung. «Mit rund 400 000 direkt und indirekt abhängigen Arbeitsplätzen und geschätzten 50 Milliarden Euro jährlicher Wertschöpfung gehört sie zu einem der wichtigsten Wirtschaftszweige in Deutschland», sagte IHK-Nord-Präses Norbert Aust. Zwei Drittel der deutschen Exporte werden über den Seeweg transportiert, und wichtige Rohstoffe für die großen deutschen Schlüsselindustrien werden fast ausschließlich über den Wasserweg beschafft.

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