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Marlies Fritzen zu Besuch auf Fehmarn

„Wir wollen die soziokulturellen Zentren stärken“

Michael Ott, Marlies Fritzen, Johannes Grünitz, Günther Schmoranzer und Marco Eberle vor der Alten Schule. / Foto: Lkl/oh-presse.de
In diesem Beitrag: Die kulturellen Interessen der Kommunen seien ungerecht verteilt Verschieden Projektförderungsmittel sind möglich Vernetzung der verschiedenen Kulturzentren Ein vielfältiges Programm "Trägheit der Politik"
Die Abgeordnete des Landtages Schleswig-Holstein Marlies Fritzen besucht die Alte Schule in Petersdorf und diskutiert über Förderungsmaßnahmen, um das Zentrum finanziell entlasten zu können.

Am Montagmorgen besuchte die Grünen-Politikerin Marlies Fritzen die Alte Schule in Petersdorf. Dabei ging es um finanzielle Förderungsmöglichkeiten des Bürger- und Veranstaltungszentrums. Die Abgeordnete im Landtag Schleswig-Holstein nahm sich Zeit für den Vorstand der kulturellen Einrichtung und versprach hilfreiche Kontakte herzustellen.

Die kulturellen Interessen der Kommunen seien ungerecht verteilt

Zunächst ließ sich die Grünen-Politikerin das historische Gebäude der Alten Schule zeigen. Dabei kam schnell das Thema Förderung zur Sprache, sodass rasch eine Diskussion entstand. Der Vorstand bemängelte, dass gerade in ländlichen Bereichen der Insel wenig Geld ankommen würde. „Wir bekommen wenig kommunale Unterstützung“, wie der Vorstand erklärt. Das kulturelle Interesse der Insel sei ungerecht verteilt und würden verstärkt in Burg zu finden sein.

Verschieden Projektförderungsmittel sind möglich

„Die alte Schule lebt vom Idealismus der Leute, denn wir können uns auf die Politik und die öffentliche Hand nicht verlassen“, erklärt der Vorstand. Einiges würde aus privater Tasche bezahlt werden. Das sollte so aber nicht sein, wie Marlies Fritzen betont. Es gibt verschiedene Projektförderungsmittel, die besonders die Kosten für Ausstattungen übernehmen. Vieles wurden so schon in die Tat umgesetzt – mit Mitteln von bis zu 100.000 Euro.

Vernetzung der verschiedenen Kulturzentren

„Wir wollen die soziokulturellen Zentren stärken“, betont Marlies Fritzen. Besonders die Vernetzung untereinander sei wichtig. Für finanzielle Mittel könne man sich beim Landesarbeitsgemeinschaft Soziokultur Schleswig-Holstein e.V. („LAG soziokultur“) und bei der Investitionsförderung „Freie Szene“ informieren. Die LAG soziokultur ist ein finanzieller Träger für Kooperationsprojekte. Der Vorstand äußerte Bedenken bezüglich der Bürokratie, die mit den Anträgen auf sie zukommen würden. Marlies Fritzen versicherte, dass die Anträge einfach zu bearbeiten sind. Entsprechende Kontakte würde sie an die Alte Schule weiterleiten.

Ein vielfältiges Programm

Die Alte Schule in Petersdorf ist Anlaufpunkt für viele kulturelle Bereiche. Neben Kunst- und Fotoausstellungen, werden auch Lesungen angeboten. Außerdem gibt es Musikveranstaltungen, sowie Vorträge, beispielsweise über Massentierhaltung. Bei Bingo und Skat können Interessierte ihr spielerisches Geschick beweisen. Beim Yoga darf entspannt werden und beim Tanzen wird sich ausgepowert. Auch die Computer- und Strickkurse sind gut besucht. „Großartig“, findet Marlies Fritzen das vielfältige Angebot in der Alten Schule. Auf Grund der Pandemie ist das komplette Angebot aktuell natürlich nicht wahrnehmbar. „Was nützt uns das Geld, wenn wir nicht aufmachen dürfen“, sagt der Vorstand um nochmal auf die prekäre Lage der Kultur aufmerksam zu machen.

„Trägheit der Politik“

Der Vorstand könnte sich sogar ein Impfzentrum in der alten Schule vorstellen, damit besonders ältere Menschen einen näheren Zugang zu Impfungen bekommen würden. Dies würde aber an der „Trägheit der Politik“ scheitern. „Die Menschen hier haben das Herz an der richtigen Stelle“, findet der Bürgemeisterkandidat der Grünen Marco Eberle und lobt die Arbeit des Vorstands.

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