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Hamburg richtet spezielle Kinderimpfzentren ein

Eine Corona-Schutzimpfung wird durchgeführt. Oliver Berg/dpa/Symbolbild
Hamburg (dpa/lno). Mitte Dezember soll es wohl losgehen. Wenn die Stiko grünes Licht gibt, können auch Kinder zwischen fünf und elf Jahren gegen Corona geimpft werden. In Hamburg laufen die Vorbereitungen, aber nicht alle ziehen mit.

Angesichts eher mangelnden Interesses der Kinderärzte an Corona-Schutzimpfungen für Fünf- bis Elfjährige will Hamburg eigene Kinderimpfzentren einrichten. Zwar setze man in einem Drei-Säulen-Modell weiter auf die Kinderärzte, sagte Sozialsenatorin Melanie Leonhard. Diese erste Säule sei «sicherlich für die Kleineren in dieser Altersgruppe sehr relevant – weil ja auch viele andere Impfungen parallel anstehen.» Daneben soll es auch Impfangebote in Kinderkrankenhäusern geben. «Und wir planen eigene Kinderimpfzentren, in denen wir unabhängig davon ausschließlich für diese Altersgruppe mit speziellem Personal Kinderimpfungen anbieten können.»

Wie viele das sein und wo sie liegen werden, dazu wollte die SPD-Politikerin sich noch nicht äußern. Alle Angebote sollen aber «relativ zeitgleich an den Start gehen.» Und die Öffentlichkeit rechtzeitig informiert werden.

Die Europäische Arzneimittelagentur EMA hatte den Kinder-Impfstoff von Biontech/Pfizer bereits Ende November freigegeben. Eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission steht aber noch aus. Es wird erwartet, dass es Mitte Dezember mit dem Impfen losgehen kann.

Das Gros der Kinderärzte ziehe nicht mit, sagte Leonhard. «Stand heute – das ändert sich ja aber immer – ist es tatsächlich rechnerisch ein knappes Viertel, das zurückgemeldet hat, sich beteiligen zu wollen.» Ihre Behörde habe alle Praxen hinsichtlich der zu bestellenden Menge Impfstoffs angefragt. «Die Rückmeldung lautet so: Der medizinische Nutzen ist überschaubar bei dieser Altersgruppe und es gibt sehr viel wichtigere kinderärztliche Tätigkeiten, die priorisiert gemacht werden müssten, insbesondere in den durch die Erkältungssaison ohnehin belasteten Kinderarztpraxen.»

Normale Impfungen, Masernimpfungen, U-Untersuchungen – «das wird als bedeutender und mit größerem medizinischem Nutzen eingeschätzt», sagte Leonhard. Von dem speziellen Impfstoff für Kinder habe Hamburg bestellt, was der Stadt rechnerisch zustehe. «Das sind 30 000 Impfdosen aus der ersten Lieferung des Bundes.»

Mit großem Interesse der Eltern rechnet Leonhard am Anfang, «aber viele weitere werden sich sicherlich auch trotzdem erst einmal beim Kinderarzt beraten lassen wollen. Wir werden mit einem gewissen Angebot starten, dass dann aufwächst im neuen Jahr.»

Die Vorbereitungen seien im vollen Gange. «Wichtig ist zu wissen, es wird ein Terminbuchungssystem geben für diese Kinderimpfungen, weil das einfach voraussetzungsvoller und zeitintensiver ist als Erwachsene aus der Schlange wegzuboostern.»

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