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Corona-Krise

Türkische Tourismuseinnahmen in der Pandemie eingebrochen

Nur wenige Touristen sind im ersten Quartal 2021 in die Türkei gereist. Emrah Gurel/AP/dpa/Archiv
Istanbul (dpa). Die Tourismusbranche gilt als wichtige Einnahmequelle für die türkische Wirtschaft. Die Reisebeschränkungen 2020 hatten bereits einen verheerenden Einfluss. Und auch jetzt sieht es nicht besser aus.

Der Tourismus in der Türkei ist im ersten Quartal 2021 pandemiebedingt eingebrochen. Das türkische Statistikamt TurkStat meldete Rückgänge bei Besucherzahlen und Brancheneinnahmen.

Die Zahl der ausländischen Touristen, die von Januar bis März die Türkei besuchten, fiel demnach um 53,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Einnahmen aus dem Tourismus sanken im genannten Zeitraum den Angaben zufolge um mehr als 40 Prozent.

Von den Besuchern, die in die Türkei reisten, entschied sich die Mehrheit für All-inclusive-Urlaubspakete, hieß es weiter. Zudem seien im ersten Quartal 84 Prozent weniger Türken ins Ausland gereist.

Bereits 2020 hatten die Reisebeschränkungen durch Corona einen verheerenden Einfluss auf den Tourismus. Die Branche gilt als wichtige Einnahmequelle für die kränkelnde türkische Wirtschaft: 2018 machte der Tourismus nach Angaben der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) 7,7 Prozent der Arbeitsplätze aus. Im gleichen Jahr beliefen sich die Einnahmen aus dem Tourismus auf 3,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

Zur Eindämmung der hohen Corona-Fallzahlen hatte in der Türkei gestern ein landesweiter Lockdown begonnen. Die Menschen dürfen bis zum Morgen des 17. Mai nur noch aus triftigen Gründen wie etwa zum Einkaufen auf die Straße. Touristen sind ausgenommen von den Ausgangsbeschränkungen. In dem Land mit seinen rund 84 Millionen Einwohnern sind seit Beginn der Pandemie etwa 4,8 Millionen Infektionen und mehr als 39.000 Todesfälle verzeichnet worden.

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