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BER-Aufsichtsrat befasst sich mit Lütke-Daldrup-Nachfolge

Engelbert Lütke Daldrup, Vorsitzender der Geschäftsführung vom BER im Terminal 1 des neuen Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg «Willy Brandt» (BER). Kay Nietfeld/dpa
Ein Mann mit Mund-Nase-Maske geht im Terminal 1 des Flughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt an dem erleuchteten Logo BER vorbei. Soeren Stache/dpa-Zentralbild/dpa
Berlin (dpa). Der BER-Eröffner geht: Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup will sich im September von dem Posten zurückziehen. Nun berät der Aufsichtsrat über die Nachfolge - mitten in einer finanziellen Krise.

Der Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB) befasst sich am Freitag unter anderem mit der Nachfolge für FBB-Chef Engelbert Lütke Daldrup.

Dieser hatte am Mittwoch angekündigt, den Posten im September räumen zu wollen – rund ein halbes Jahr vor dem eigentlichen Vertragsende. Lütke Daldrup hatte in einem Schreiben an den Aufsichtsrat mit Blick auf seine Nachfolge für personelle Kontinuität geworben. «Dafür geeignete Persönlichkeiten sind im Unternehmen vorhanden», heißt es in dem Brief.

«Der Aufsichtsrat der FBB wird sich bereits in seiner Sitzung am kommenden Freitag mit dem Thema befassen und die notwendigen Konsequenzen beraten», teilte Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider mit.

Die FDP-Fraktion im Bundestag brachte bereits die bisherige Finanzchefin Aletta von Massenbach ins Spiel. Mit ihr «könnte nun eine ausgewiesene Luft- und Flughafenexpertin mit internationaler Expertise und Vernetzung die Chefposition übernehmen», sagte der Vize-Vorsitzende des Verkehrsausschusses, Daniel Kluckert, bereits am Mittwoch dem «Handelsblatt». Von Massenbach hatte im September vergangenen Jahres den Posten der Finanzchefin übernommen.

Lütke Daldrup ist seit 2017 Chef der Flughafengesellschaft und hatte die Baustelle des neuen Hauptstadtflughafens BER mit neun Jahren Verspätung im Oktober vergangenen Jahres zum Abschluss gebracht. Allerdings verlässt er die Gesellschaft in einer finanziellen Krise. Aufgrund der Corona-Pandemie sind die Fluggastzahlen eingebrochen, das Unternehmen ist auf Hunderte Millionen Euro Staatshilfe angewiesen. Die FBB sieht sich mit Vorwürfen konfrontiert, dass die finanziellen Probleme auch schon vor der Corona-Krise groß geworden seien.

Laut eigenen Aussagen belaufen sich die Schulden der FBB derzeit auf mehr als 4,5 Milliarden Euro. Mit der Aussicht auf deutlich weniger Passagiere als zunächst erwartet wird befürchtet, dass die Schulden das Unternehmen überfordern. Noch-Chef Lütke Daldrup strebt deshalb eine Teilentschuldung an. Derzeit habe das Unternehmen mehr als 4,5 Milliarden Euro Schulden. Auch diese Themen dürften bei der Sitzung des Aufsichtsrats am Freitag eine Rolle spielen.

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