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Corona und Konkurrenz aus Fernost: Schiffbauer unter Druck

Ein Kreuzfahrtschiff liegt im Dock Elbe 17 der Schiffswerft Blohm+Voss im Hafen an der Elbe. Daniel Bockwoldt/dpa/Aktuell
Hamburg (dpa). Die Corona-Einbrüche und die Dominanz chinesischer Schiffbauer setzen die deutsche Werftindustrie gleich doppelt unter Druck.

Die Corona-Einbrüche und die Dominanz chinesischer Schiffbauer setzen die deutsche Werftindustrie gleich doppelt unter Druck. «Als deutscher Mittelständler können Sie gegen strategisches Handeln des chinesischen Staates nicht ankommen», mahnte der Präsident des Verbandes für Schiffbau und Meerestechnik (VSM), Harald Fassmer, am Dienstag in Hamburg. «Mit den bisherigen Rahmenbedingungen droht der irreversible Verlust essenzieller Schiffbaufähigkeiten.» Die Branche, die nach eigenen Angaben für 200 000 Arbeitsplätze in 2800 Unternehmen steht, fühlt sich angesichts der Bedrohung aus Asien von der Politik im Stich gelassen.

«Mittlerweile geht es um mehr als um die Überbrückung fehlender Nachfrage infolge der Coronakrise», sagte der Chef der Papenburger Meyer Werft, Bernard Meyer. Der europäische Schiffbau verliere bereits seit Jahrzehnten «aufgrund von massiven Subventionen und Marktverzerrungen» vorwiegend an chinesische Wettbewerber Marktanteile. Europa habe dagegen in den vergangenen Jahren nichts unternommen. «Deshalb geht es inzwischen um die Frage, ob in Deutschland und Europa in zehn Jahren überhaupt noch zivile Schiffbauindustrie in nennenswertem Umfang bestehen kann.»

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