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500 Menschen gehen für bessere Klimapolitik auf die Straße

Klimaaktivistinnen halten Plakate während einer Demonstration hoch. Luise Evers/dpa
Hamburg (dpa/lno). Nach einer mehrwöchigen Pause sind die Anhänger von Fridays for Future in Hamburg wieder auf die Straße gegangen. Die Demo stand dabei im Zeichen der Hochwasserkatastrophe - deshalb wurde auch Geld gesammelt.

Mehrere Hundert Menschen sind am Freitag in Hamburg gemeinsam mit der Klimabewegung Fridays for Future für eine bessere Klimapolitik und aus Solidarität mit den Opfern der Hochwasserkatastrophe auf die Straße gegangen. Dem Demo-Aufruf waren rund 500 Anhänger gefolgt, wie ein Polzeisprecher sagte. Die zumeist jungen Leute hielten Schilder und Banner hoch, auf denen unter anderem «Klimaschutz = Katastrophenschutz» und «#Klimakrise ist hier» stand. Die Teilnehmer waren am Nachmittag vom Heiligengeistfeld über die Reeperbahn bis zum Fischmarkt gezogen. Während der Solidaritätskundgebung war auch der mehr als 170 Opfer der Fluten gedacht und Geld gesammelt worden. Am Freitag hatte es bundesweit Klimaproteste und Kundgebungen von Fridays for Future gegeben.

Kurz vor der Demo hatte die Klima-Aktivistin Luisa Neubauer der deutschen Politik mit Blick auf die Hochwasserkatastrophe eine anhaltende Ignoranz in der Klimapolitik vorgeworfen. «Die Klimakrise ist hier, es ist unübersehbar», sagte sie in Hamburg. Die Politikerinnen und Politiker würden in dem Zusammenhang derzeit zwar Ankündigungen machen, was alles besser gemacht werden sollte. «Wir sehen aber eben auch, dass diese Ankündigungen oftmals genau dann in Luft aufgelöst werden, wenn es darum ginge, sie in Taten umzusetzen», sagte Neubauer der Deutschen Presse-Agentur. Fridays for Future messe die Politik jedoch nicht an ihren Worten, sondern an ihren Taten. «Und da sehen wir, dass diese Regierung offensichtlich nicht willens ist, diese Klimakatastrophe anzunehmen.»

Gerade jetzt müsse die deutsche Klimapolitik ganz neu hinterfragt werden, sagte Neubauer weiter. «1,5-Grad-Politik sieht anders aus. Sie ist möglich und dafür kämpfen wir.» Dazu müsse sich die Politik gegen neue fossile Projekte und neue Gaspipelines entscheiden, einen schnellen Kohleausstieg und einen gerechten, die Kosten abbildenden CO2-Preis. «Die Konzepte liegen auf dem Tisch. Es ist keine technologische Frage mehr. Es ist vor allem eine Frage des politischen Willens.» Das sei nicht an Parteifarben gebunden.

Sie mahnte zudem, mehr auf die Fakten der Wissenschaftler zu hören. «Listen to the Science» (dt.: Hört auf die Wissenschaft) sei kein Wohlfühl-Slogan von Fridays for Future, sondern müsste «die Kernkompetenz einer jeden Regierung» sein. «Wir haben erlebt, was es bedeutet, welche Folgen es hat, welche Kosten – materiell und menschlich – wenn man das nicht ernst nimmt und wenn man sich Reports und Warnungen entzieht.»

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