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Stiche nach Streit: Anklage fordert fast fünf Jahre Haft

Ein Mann trägt Handschellen. Stefan Sauer/dpa/Illustration
Hamburg (dpa). Im Prozess um Messerstiche auf einen 52-Jährigen hat die Hamburger Staatsanwaltschaft am Donnerstag eine Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und zehn Monaten gefordert.

Im Prozess um Messerstiche auf einen 52-Jährigen hat die Hamburger Staatsanwaltschaft am Donnerstag eine Gesamtfreiheitsstrafe von vier Jahren und zehn Monaten gefordert. Der 27 Jahre alte Angeklagte sei betrunken in Wut geraten, sagte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer vor dem Landgericht. Sie wirft ihm versuchten Totschlag und gefährliche Körperverletzung vor.

Nach Überzeugung der Anklagebehörde näherte sich der Deutsche am 8. Mai stark angetrunken dem späteren Opfer an dessen Transporter in der Nähe der U-Bahn-Haltestelle Legienstraße. Er habe den Kraftfahrer angesprochen und nach einer Zigarette gefragt. Dabei sei er so nah herangekommen, dass dieser ihn gebeten habe, Abstand zu halten und einen Mund-Nasen-Schutz aufzusetzen. Inzwischen sei nicht mehr klar, was die Wut des Angeklagten entzündet habe – die Bitte um die Maske, die verwehrte Zigarette oder das ablehnende Verhalten des Fahrers, sagte die Staatsanwältin.

Verärgert habe der Angeklagte die Tür des Transporters zweimal gegen den Fuß des Geschädigten geschlagen – der habe sich daraufhin gewehrt. Es kam zu einer Prügelei. Am Ende habe der Angeklagte zugestochen – vor den Augen der Familie des Opfers, sagte die Staatsanwältin. Sie gehe von verminderter Schuldfähigkeit aus, weil der Mann so viel getrunken hatte. Der Angeklagte hatte im Prozess ausgesagt, er habe einen Filmriss, könne zu der Tat nichts sagen. Mehrfach entschuldigte er sich bei dem Opfer.

Die Verteidigung plädierte auf eine Bewährungsstrafe wegen gefährlicher Körperverletzung ohne eine Zahl zu nennen. Das Urteil sollte noch am Donnerstag (14.00 Uhr) fallen.

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