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Tschechien, Hamburg: Verhandeln über Flächentausch im Hafen

Ein altes abgeblättertes Schild steht auf dem gesperrten Anleger Saalehafen. Christian Charisius/dpa/Archivbild
Hamburg/Prag (dpa/lno). Der Hamburger Senat und die tschechische Regierung sprechen erneut über einen Tausch der von Tschechien gepachteten Hafenflächen auf der Veddel.

Der Hamburger Senat und die tschechische Regierung sprechen erneut über einen Tausch der von Tschechien gepachteten Hafenflächen auf der Veddel. «Im Moment werden Verhandlungen mit der Stadt Hamburg über einen Gebietstausch geführt», sagte Jan Bukovský, Sprecher der tschechischen Wasserstraßendirektion (RVC), die für die Verwaltung der Hamburger Flächen verantwortlich ist, der Deutschen Presse-Agentur. Solche Gespräche hatte es bereits mehrfach gegeben, bislang ohne Ergebnis.

Tschechien würde Saale- und Moldauhafen gern an die Stadt zurückgeben und stattdessen ein Gebiet von ungefähr gleicher Größe im Hafengebiet für Seeschiffe mieten, sagte Bukovský. «Daran besteht unter tschechischen Firmen ein großes Interesse, was von der aktuellen geopolitischen Situation noch befördert wird.»

Die Regierung der damaligen Tschechoslowakischen Republik (CSR) hatte 1929 mit der Stadt Hamburg einen Pachtvertrag für rund 28.000 Quadratmeter Fläche am Saale- und Moldauhafen geschlossen, der noch bis 2028 gilt. Hintergrund ist eine Vereinbarung im Friedensvertrag von Versailles, der das Deutsche Reich verpflichtete, der Tschechoslowakei Zugang zum Meer zu garantieren. Nach dem Zerfall des Ostblocks verloren die Hafenanlagen in Hamburg für die tschechische Binnenschifffahrt an Bedeutung. Heute werden sie anderweitig genutzt.

Hamburg will die Flächen nach Auslaufen des Pachtvertrages im Rahmen der «städtebaulichen Funktionsplanung Grasbrook» nutzen, wie Ullrich Kerz von der Hamburg Port Authority der dpa sagte. Zu einem Tausch sei man bereit. «Das Angebot der Freien und Hansestadt Hamburg, der Tschechischen Republik eine adäquate Ersatzmietfläche über das Jahr 2028 hinaus zur Verfügung zu stellen, besteht unverändert.»

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