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Meldepflichtiges Ereignis im Kernkraftwerk Brunsbüttel: Handhabungsfehler beim Umsetzen einer Messlanze

Bild/Pixabay
In diesem Beitrag: Ereignis in Kategorie "N" zugeordnet Aufsichtsbehörde prüft Auswirkungen Hintergrund:
Kiel. BRUNSBÜTTEL/KIEL. Im Kernkraftwerk Brunsbüttel kam es zu einem Handhabungsfehler beim Umsetzen einer sog. Neutronenflussmesslanze. Neutronenflussmesslanzen wurden im Leistungsbetrieb des Kernkraftwerks Brunsbüttel eingesetzt, um den Neutronenfluss im Reaktor zu bestimmen und damit die Kernspaltung zu überwachen.

Einige dieser stark aktivierten Lanzen befinden sich noch im Reaktordruckbehälter, ihre Zerlegung und ihre Verbringung in Endlagerbehälter sind aber bereits beantragt. Bei der Handhabung durch Fremdfirmen war es am 02. Dezember 2020 zu einem unbemerkten Abstellen einer Lanze auf dem sog. unteren Kerngitter im Reaktordruckbehälter gekommen, ohne dass die Lanze in das dafür vorgesehene Führungsrohr eingebracht worden war. Im Zuge der Handhabung kam es insgesamt zu Fehlern des eingesetzten Fremdpersonals, ohne dass das verantwortliche Betriebspersonal des Kernkraftwerks Brunsbüttel unterrichtet worden war.

Ereignis in Kategorie „N“ zugeordnet

 Die Betreibergesellschaft Vattenfall hat das Ereignis der Kategorie „N“ (Normalmeldung) zugeordnet und der Reaktorsicherheitsbehörde in der vergangenen Woche gemeldet. Es wurde eine Ganzheitliche Ereignisanalyse veranlasst, die im Zuge des weiteren Verfahrens von der atomrechtlichen Aufsichtsbehörde geprüft werden wird.

Aufsichtsbehörde prüft Auswirkungen

 Die atomrechtliche Aufsichtsbehörde prüft zurzeit insbesondere, welche radiologischen Auswirkungen das Ereignis hatte und inwieweit die Betriebsvorschriften eingehalten wurden. Handhabungsvorgänge an den Messlanzen wurden vorerst ausgesetzt, bis organisatorische Maßnahmen wie die Einführung eines Koordinators für die Durchführung der Arbeiten abgeschlossen sind. 

Hintergrund:

 Orientiert an der sicherheitstechnischen Bedeutung und der Eilbedürftigkeit von Abhilfemaßnahmen werden Meldepflichtige Ereignisse in Deutschland in drei Kategorien eingeteilt: Normalmeldung (N) = Meldefrist fünf Arbeitstage, Eilmeldung (E) = Meldefrist 24 Stunden und Sofortmeldung (S). Das Kernkraftwerk Brunsbüttel verlor 2011 aufgrund einer Atomgesetzänderung die Berechtigung zum Leistungsbetrieb Im Dezember 2018 erteilte das Energiewendeministerium die Genehmigung zu Stilllegung und Abbau.

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