Home Sport Fußball Pokal-Frust statt Triple-Jagd: Bayern verliert gegen Kiel

Pokal-Frust statt Triple-Jagd: Bayern verliert gegen Kiel

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Die Bayern-Spieler verlassen nach dem Pokal-Aus in Kiel frustriert den Rasen. Foto: Christian Charisius/dpa
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Der FC Bayern MĂŒnchen muss die Jagd auf das Titel-Triple frĂŒh einstellen. Der Zweitliga-Dritte Holstein Kiel schaltet den Rekordmeister und Rekordpokalsieger schon in Runde zwei aus. Und Trainer Hansi Flick muss seine erste Krise moderieren.

Kiel (dpa)

Was ist nur mit den Bayern los? Nach der Überraschungspleite im DFB-Pokal beim Fußball-Zweitligisten Holstein Kiel will MĂŒnchens Trainer Hansi Flick erst gar kein Krisengerede aufkommen lassen.

«Im Moment ist das so ein Lauf, den wir haben. Wir mĂŒssen jetzt nach vorne schauen, wir mĂŒssen viel Arbeiten. Es gibt auch keine Entschuldigung mehr», sagte Flick nach dem 5:6 im Elfmeterschießen und dem Scheitern schon in der zweiten Runde am Mittwochabend. «NatĂŒrlich ist das ein Schock, wir sind enorm enttĂ€uscht.»

HISTORISCH: Erstmals seit mehr als 20 Jahren scheiterte der FC Bayern in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Am 1. November 2000 verloren die MĂŒnchner beim Oberligisten 1. FC Magdeburg ebenfalls im Elfmeterschießen. Die Niederlage in Kiel war auch die erste seit 17 Jahren gegen einen unterklassigen Verein. Zudem bedeutete sie das Ende einer Siegesserie nach 13 Pokal-Spielen.

WACKEL-ABWEHR: Die aktuelle Defensiv-Misere der Bayern wurde auch in Kiel deutlich. In der Bundesliga hat der TabellenfĂŒhrer nach 15 Spieltagen schon 24 Gegentreffer kassiert – nur fĂŒnf Teams haben mehr. Und auch im Pokal ließ die wackelige Abwehr wieder zwei Tore zu. «Das ist das Muster, das wir jetzt schon bei vielen Gegentoren gesehen haben. Wir haben das ganz klar angesprochen, wir mĂŒssen die Zentrale, die Mitte absichern», bemĂ€ngelte Trainer Hansi Flick beispielsweise die Entstehung des 1:1 durch Fin Bartels.

MATCHWINNER: Fin Bartels erzielte den Ausgleich zum 1:1 in der ersten Halbzeit, verwandelte den entscheidenden Elfmeter gegen Nationaltorwart Manuel Neuer – und schloss eine LĂŒcke in seiner Profi-Karriere. Im 13. Spiel gelang ihm ein Sieg gegen den FC Bayern. Weder mit Hansa Rostock, dem FC St. Pauli oder Werder Bremen war dem inzwischen 33-JĂ€hrigen ein Erfolgserlebnis gegen die MĂŒnchner gelungen. Im Sommer 2020 war der gebĂŒrtige Kieler zu seinem Heimatverein zurĂŒckgekehrt. «Wir haben immer daran geglaubt, dass wir die RiesenĂŒberraschung schaffen können», sagte Bartels und verriet das Rezept fĂŒr das Elfmeterschießen: «Wir haben uns gesagt: Wir hauen die Dinger rein.» Der Matchwinner sagte auch: «Wir haben es alle zusammen geschafft als Team.»

CORONA-FEIER: Viel Zeit zum Feiern blieb den Spielern von Holstein Kiel nicht – zumal nicht in der Pandemie. «Feiern ist wegen Corona schwierig, außerdem spielen wir am Sonntag schon wieder», sagte KapitĂ€n Hauke Wahl, TorschĂŒtze zum 2:2 in der Nachspielzeit. Der Zweitliga-Dritte erwartet den Karlsruher SC. «Ein Bierchen wird’s geben», sagte Wahl.

TROTZ CORONA: Mit Autokorso, Hupkonzert und Feuerwerk feierten die Fans den Überraschungs-Achtelfinalisten, der nun den Liga-Konkurrenten Darmstadt 98 erwartet. Die AnhĂ€nger waren zum Holstein-Stadion gefahren und machten sich lautstark bemerkbar. «Ein bisschen kriege ich hier auch mit», sagte Kiels Trainer Ole Werner bei der Pressekonferenz nach der Zweitrunden-Partie. «Wir sind glĂŒcklich, dass wir mit einem guten Spiel und mit einem entsprechend historischen Ergebnis fĂŒr Holstein Kiel unseren Teil zu guter Stimmung auf der Straße beitragen konnten.»