Radio Sundfunk Abo-Bereich
Schleswig-Holstein Hamburg Sport
Einloggen

Prozess um Angriff auf Studenten beginnt am 12. Februar

Eine Statue der Justitia mit einer Waage in ihrer Hand. Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa/Symbolbild
In diesem Beitrag: Anklage wegen versuchten Mordes 29-Jähriger leider an wahnhaften Verfolgungsängsten Keine antisemitischen oder rechtsextremen Hintergründe
Hamburg (dpa/lno). Vier Monate nach dem Angriff auf einen jüdischen Studenten vor der Hamburger Synagoge soll der Prozess gegen den mutmaßlichen Täter vor dem Landgericht beginnen. In dem Sicherungsverfahren will die Generalstaatsanwaltschaft ab kommenden Freitag (12.2.) erreichen, dass der Beschuldigte auf Dauer in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht wird, wie eine Sprecherin der Behörde mitteilte (Az.: 604 Ks 9/20).

Nach einem Gutachten sei der 29-Jährige nicht schuldfähig. Er war nach der Tat bereits auf richterliche Anordnung vorläufig in einer psychiatrischen Klinik untergebracht worden.

Anklage wegen versuchten Mordes

Der Deutsche mit kasachischen Wurzeln soll am vergangenen 4. Oktober versucht haben, einen 26 Jahre alten jüdischen Studenten heimtückisch zu töten. Er habe das Opfer gezielt wegen seines jüdischen Aussehens ausgewählt und mit einem Kurzspaten seitlich von hinten an den Kopf geschlagen. Der 26-Jährige, der eine Kippa trug und zum Laubhüttenfest die Synagoge besuchen wollte, wurde den Angaben zufolge potenziell lebensgefährlich verletzt. Dem 29-Jährigen wird versuchter Mord in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vorgeworfen.

29-Jähriger leider an wahnhaften Verfolgungsängsten

Nach dem Ergebnis der Begutachtung leide er unter einer akuten paranoiden Schizophrenie, begleitet von wahnhaften Verfolgungsängsten, erklärte die Staatsanwaltschaft am Freitag. Diese seien als Auslöser für die Tat anzusehen. «Die Ermittlungen haben auf Grundlage dieses Gutachtens keinerlei Anhaltspunkte dafür ergeben, dass der Beschuldigte in freier Willensbestimmung religiöse, weltanschauliche, rechtsextremistische oder antisemitische Ziele verfolgte», hieß es weiter.

Keine antisemitischen oder rechtsextremen Hintergründe

Auch ein in der Hosentasche des Beschuldigten gefundener Zettel mit einem aufgemalten Hakenkreuz ändere an dieser Bewertung nichts. Denn dem 29-Jährigen sei aus seinem privaten Umfeld wohlmeinend geraten worden, sich gegen die von ihm wahrgenommene Dämonen und echsenartige Wesen mittels einer solchen Zeichnung zu schützen. Dabei habe das Hakenkreuz in seiner ursprünglichen Bedeutung als Symbol des Lichts und der Sonne Schutz bieten und Glück bringen sollen. Die Ermittlungen hätten nicht ergeben, dass der Beschuldigte bereits vor seiner Erkrankung antisemitisches oder rechtsextremistisches Gedankengut vertreten habe.

Dir gefällt dieser Artikel? – Es steckt viel Arbeit drin!
Wir bieten Ihnen und Euch exklusiven Journalismus. Bei uns stimmt die Qualität der Berichterstattung. Fake-News haben bei uns keine Chance. Wir sind rund um die Uhr im Bereitschaftsdienst. Im Journalismus gelten – wie in so vielen anderen Berufen – Sonn- und Feiertage nicht.
Warum wir das tun? Aus Überzeugung.
Weil wir diesen Anspruch an uns selber haben. Weil wir der Auffassung sind, dass gute journalistische Arbeit das eben verlangt. Weil wir es wichtig finden, Sie, liebe Leserinnen und Leser, zu jeder Zeit – und das meinen wir wörtlich – möglichst schnell und umfassend zu informieren. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, das ganze Jahr über, auch an Sonn- und Feiertagen. Und weil wir mit Herzblut bei der Sache sind.
Unterstütze uns bei unserer täglichen Arbeit
JETZT UNTERSTÜTZEN
© 2020-2022 sundfunk.de