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Schleswig-Holstein verlängert Lockdown mit Verschärfungen

Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, gestikuliert. Foto: Gregor Fischer/dpa
In diesem Beitrag: Verschärfungen der Corona-Regeln in Schleswig-Holstein Neue Virusvarianten bereiten Sorge Fernunterricht bis 14. Februar in Schleswig-Holstein Kitas und Schulen sollen zuerst geöffnet werden Verschärfte Maskenpflicht auch in Schleswig-Holstein Mehr Homeoffice muss ermöglicht werden "Vorsichtig, aber besonnen agieren" Inzidenzwert in Schleswig-Holstein bei 89,3
Kiel (dpa/lno). Wer mit Bussen und Bahnen unterwegs ist, muss in Schleswig-Holstein bald besser schützende FFP2-Masken oder OP-Masken tragen. Der Corona-Lockdown soll auch im Norden bis 14. Februar verlängert werden.

Verschärfungen der Corona-Regeln in Schleswig-Holstein

Mit einigen Verschärfungen will auch Schleswig-Holstein den Corona-Lockdown mit geschlossenen Läden und Freizeiteinrichtungen sowie strengen Kontaktregeln bis 14. Februar verlängern. «Alle Maßnahmen werden fortgesetzt und wir werden in einigen Bereichen nachschärfen», sagte Günther am Dienstagabend nach einer Konferenz der Länder-Regierungschefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU). Im Norden werde absehbar bis Ende Januar nicht erreicht, die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche auf 50 zu senken. Aktuell liegt dieser Wert bei knapp 90.

Neue Virusvarianten bereiten Sorge

Sorge bereiten Virusvarianten. «Es gibt keinen Grund, deshalb Panik zu verbreiten, aber es gilt, ein wenig vorsichtig zu sein», sagte Günther. Es müsse jedoch sorgsam beobachtet werden, was diese Mutationen bedeuteten. Es habe große Sorge bestanden, die Virusmutationen könnten ein größeres Ansteckungsrisiko auch für Kinder und Jugendliche bedeuten.

Fernunterricht bis 14. Februar in Schleswig-Holstein

Die meisten Schüler werden in Schleswig-Holstein bis zum 14. Februar nicht in den Schulen unterrichtet, sondern weiterhin per Fernunterricht lernen müssen. Der Präsenzunterricht in den Schulen sei weiter ausgesetzt, sagte Günther. Er fühlte sich in seinem Kurs bestätigt, dass der Bund-Länder-Gipfel nun festgeschrieben habe, dass die restriktive Umsetzung der Beschlüsse für die Schulen und Kitas «richtig ist».

Laut Günther wurde in der Bund-Länder-Schalte lange debattiert, dass einige Länder die bisherigen Beschlüsse zu den Kitas und Schulen unterschiedlich streng umgesetzt hätten. In Schleswig-Holsteins Kitas gilt weiter ein Betretungsverbot. Es gibt aber eine Notbetreuung. Auch die Schulen bieten eine Notbetreuung an, allerdings nur für die Klassen eins bis sechs.

Kitas und Schulen sollen zuerst geöffnet werden

Schulen und Kitas sollen bei einem Rückgang der Infektionszahlen die ersten Bereiche sein, in denen im Norden Öffnungen erfolgen sollen. Bis zur nächsten Ministerpräsidentenkonferenz soll eine Arbeitsgruppe einen Perspektivplan mit Öffnungsschritten für Sport, Gastronomie, Hotels und körpernahe Dienstleistungen bei einem bestimmten Infektionsgeschehen erarbeiten. Die Menschen bräuchten unbedingt eine Perspektive, sagte Günther. Darauf hatte er im Vorfeld gedrungen.

Verschärfte Maskenpflicht auch in Schleswig-Holstein

Verschärft wird die Maskenpflicht. So müssen künftig in öffentlichen Verkehrsmitteln und Geschäften sogenannte OP-Masken oder Mund-Nase-Bedeckungen der Standards KN95/N95 oder FFP2 getragen werden. «Das ist eine zumutbare Verschärfung», sagte Günther. Insgesamt mehr als sechs Stunden lang hatten die Länderchefs bis in den Abend mit Kanzlerin Merkel über das weitere Vorgehen beraten. Auch in Schleswig-Holstein bleiben weiter Treffen jenseits des eigenen Haushalts nur mit einer weiteren Person erlaubt.

Mehr Homeoffice muss ermöglicht werden

Die SPD-Landesvorsitzende Serpil Midyatli setzt darauf, dass die angekündigte Verordnung dafür sorgen wird, dass im Norden «künftig deutlich mehr Beschäftigte von Zuhause arbeiten». Dadurch könnten viele Kontakte reduziert werden. Wichtig sei auch die Ausweitung der Wirtschaftshilfen. Insbesondere die Anhebung der unbürokratischen Neustarthilfe für Solo-Selbstständige in Höhe von bis zu 7500 Euro werde Tausenden helfen. «Was immer noch fehlt ist eine längerfristige Perspektive. Der ursprünglich für November angekündigte Lockdown wurde jetzt das vierte Mal verlängert.»

„Vorsichtig, aber besonnen agieren“

FDP-Fraktionschef Christopher Vogt sagte, «wir müssen in dieser Phase der Pandemie weiterhin vorsichtig, besonnen und konsequent agieren». Bisherige Maßnahmen müssten konsequent angewendet und nicht grundsätzlich verschärft werden. Pauschale Maßnahmen wie Ausgangssperren müssten letztes Mittel bleiben. «In Schleswig-Holstein wäre dies überzogen und mit Blick auf die notwendige Akzeptanz auch eher kontraproduktiv.»

Inzidenzwert in Schleswig-Holstein bei 89,3

In Schleswig-Holstein wurden bis Dienstagabend 451 neue Corona-Fälle registriert. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen einer Woche stieg leicht auf 89,3 (Montag: 87,3). Das geht aus Daten des Gesundheitsministerium hervor (Datenstand: 19.1.2021, 20.46 Uhr). Die Zahl der Menschen, die mit oder an Corona gestorben sind, stieg um 16 auf 691.

Am Mittwoch befasst sich der Landtag in einer Sondersitzung mit der geplanten Verlängerung des Lockdowns.

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