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26. Jahrestag: Initiative erinnert an Brandkatastrophe

Die Ruine der Flüchtlingsunterkunft in der Hafenstraße in Lübeck, aufgenommen am 19.1.1996. picture alliance / dpa / Archivbild
Lübeck (dpa/lno). Vor 26 Jahren starben bei einem Brand in einem Asylbewerberheim in Lübeck zehn Menschen. Die Schuldigen wurden nie gefunden. Zum Jahrestag erinnert eine Initiative an die Brandkatastrophe und ihre Opfer.

Mit einer Gedenkveranstaltung wird am Dienstag (18. Januar) an den 26. Jahrestag des verheerenden Brandes in der Lübecker Hafenstraße erinnert. Geplant sind nach Angaben der Organisatoren von der «Initiative Hafenstraße 96» unter anderem eine Kranzniederlegung und Ansprachen.

Bei dem durch Brandstiftung verursachten Feuer am 18. Januar 1996 starben zehn Menschen, darunter fünf Kinder und zwei Jugendliche. 38 Bewohner wurden zum Teil schwer verletzt. Die «Initiative Hafenstraße 96» geht davon aus, dass das Feuer aus rassistischen Motiven von Neonazis gelegt wurde. Sie fordert unter anderem die Einrichtung eines Parlamentarischen Untersuchungsausschusses, um die Hintergründe aufzuklären.

Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft richteten sich gegen einen jugendlichen Hausbewohner. Seine Schuld konnte jedoch in zwei Prozessen nicht bewiesen werden, so dass er zweimal frei gesprochen wurde.

Die Veranstaltung am Dienstag findet am Gedenkstein in der Hafenstraße statt, wo bis Ende 1997 das inzwischen angerissene Brandhaus stand. Die Menschen, die bei dem Feuer ums Leben kamen, stammten aus Zaire (heute Demokratische Republik Kongo), Ghana, Togo, Tunesien, Syrien und dem Libanon. Sie lebten zum Teil bereits seit mehreren Jahren in Lübeck.

Mit möglichen Fehlern bei den Ermittlungen beschäftigt sich auch der Film «Tot in Lübeck» von Lottie Marsau und Katharina Geinitz, der am 19. Januar ab 19.00 Uhr im Café Brazil & Treibsand in der Willy-Brandt-Allee gezeigt wird.

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