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Nord-CDU zeigt sich vor anstehenden Wahlen angriffslustig

Johann Wadephul (CDU), Spitzenkandidat der Nord-CDU für die Bundestagswahl. Jonas Walzberg/dpa/Archivbild
Neumünster (dpa/lno). Günther will nach Platz zwei bei der Europawahl bei den kommenden Wahlen wieder an die Spitze. Angesichts der Umfragen zeigt sich die Nord-CDU optimistisch. Spitzenkandidat zur Bundestagswahl ist zum vierten Mal Johann Wadephul. Den Landesvorsitzenden Daniel Günther stört eines.

Vor dem Hintergrund besserer Umfragen und dem jüngsten Wahlerfolg zeigt sich die Nord-CDU vor den anstehenden Wahlen im Bund und in Schleswig-Holstein angriffslustig. Ziel sei bei der Bundestagswahl am 26. Februar und bei der Landtagswahl im Frühjahr 2022 Platz eins im Land, sagte CDU-Landeschef Daniel Günther am Samstag auf einer Landesvertreterversammlung in Neumünster. «Ich habe auch Bock, wieder Wahlkampf zu machen.»

Die Union setze in allen Wahlkreisen auf Sieg. «Ich glaube, dass wir als CDU die Power dazu haben», sagte Günther. Bei der Europawahl 2019 hatten es die Grünen erstmals geschafft, landesweit Platz 1 bei einer Wahl zu erobern.

Prominenter Gast im Norden war der CDU-Bundesvorsitzende und Kanzlerkandidat Armin Laschet. Er gab vor den mehr als 200 Delegierten einen Ausblick auf die Ziele einer von ihm geführten möglichen Bundesregierung und grenzte sich dabei in vielen Punkten erkennbar von den Grünen ab. Ziel müsse ein klimaneutrales Industrieland sein, sagte Laschet. Dabei müsse aber weiter Platz für eine Auto- und eine Stahlindustrie oder Werften sein.

Ministerpräsident Günther nahm auch einen seiner Koalitionspartner ins Visier. Bei den Grünen sei häufiger Schein als Sein und bereits elf Monate vor der Landtagswahl klar, welche Posten diese sich unter den Nagel reißen wollten. Landtagsfraktionschefin Eka von Kalben hatte dem «Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag» gesagt, sie wolle nach der Wahl in einer anderen Funktion tätig sein: «Ich könnte mir sehr gut vorstellen, die Nachfolge von Landtagspräsident Klaus Schlie anzutreten.»

Die CDU wählte zum vierten Mal Johann Wadephul zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl. Der 58-Jährige erhielt 198 Stimmen. Gegen den Bundestagsabgeordneten stimmten 15 Delegierte. Drei weitere enthielten sich. Die Union gehe im Norden mit einer «zum Teil erneuerten, aber erfahrenen Truppe» in den Wahlkampf, sagte Wadephul. In der Partei herrsche wieder Aufbruchstimmung.

Laschet habe mit seiner Rede deutlich gemacht, wofür die CDU stehe, sagte Wadephul. «Er hat die Leute mit Ruhe, Ausdauer und Energie hinter sich gebracht.» Der Erfolg bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt habe die Stimmung verbessert. «Als wenn sich ein Knoten gelöst hätte. Alle sind erleichtert.»

Hinter Wadephul wurden die Bundestagsabgeordneten Astrid Damerow, Ingo Gädechens, Petra Nicolaisen, Gero Storjohann, Melanie Bernstein, Mark Helfrich, Claudia Schmidtke und Michael von Abercron gewählt. Erstmals für den Bundestag bewirbt sich auf dem ebenfalls aussichtsreichen Platz zehn Juliane Müller-Weigel.

Günther kündigte an, auch bei der Landtagswahl und allen anderen Wahlen unter seiner Führung eine Liste mit 50 Prozent Frauen vorlegen zu wollen. «Wir können das nicht immer nur dem Feinspiel der Kräfte überlassen.» Bislang habe die Partei in den ersten 13 Wahlkreisen für die Landtagswahl «13 Männer und null Frauen aufgestellt». Er wünsche sich ausdrücklich, dass in den folgenden Wahlkreisen viele starke Frauen aufgestellt werden. «Wir haben sie und sie sollten sich auch durchsetzen.»

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