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Samstag, Januar 23, 2021
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Start Corona Prien zu Schulen: «Wir gehen jetzt in Distanzunterricht»

Prien zu Schulen: «Wir gehen jetzt in Distanzunterricht»

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«Wir können die Schulen nicht verantwortlich öffnen»: Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Prien setzt erst einmal auf Distanzunterricht.

Kiel (dpa/lno) – Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien geht davon aus, dass nach dem 11. Januar die Schulen im Norden nicht öffnen, sondern Distanzunterricht erteilt wird. «Zunächst mal verlängern wir die Ferien nicht, sondern wir gehen jetzt in Distanzunterricht», sagte die CDU-Politikerin am Montagmorgen in einem Interview des «Deutschlandfunks».

Unwissend ob Lockdown erfolgreich ist

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«Jetzt, zu einem Zeitpunkt, in dem die Datengrundlage so ungewiss ist, in dem wir tatsächlich nicht wissen, ob der Lockdown erfolgreich ist, und wo wir auch nicht wissen, welche Auswirkungen die neuen Virusvarianten B.1.1.7 aus England unter anderem haben, können wir die Schulen nicht verantwortlich öffnen», sagte die Ministerin vor der Schalte der Kultusministerkonferenz (KMK) am Montag.

Notbetreuung werde sichergestellt

«Angesichts des Infektionsgeschehens und der unsicheren Datenlage, bin ich Schulöffnungen im Präsenzunterricht ab dem 11. Januar gegenüber sehr skeptisch», erläuterte Prien auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. «Wir werden heute darüber in der KMK beraten und versuchen, einen gemeinsamen Weg zu finden.» Anschließend berate die Jamaika-Koalition in Kiel. «Es ist richtig, dass auch Schulen einen Beitrag leisten müssen, wenn der Lockdown verlängert wird», äußerte Prien. «Wir werden nach der Konferenz der Ministerpräsidenten mit der Bundeskanzlerin unsere Schulen und die Öffentlichkeit am Mittwoch darüber informieren, in welcher Form ab der kommenden Woche der Unterricht stattfinden wird.» Auch, wenn es noch länger Distanzunterricht geben müsse, werde eine Notbetreuung sichergestellt. 

Donnerstag und Freitag Distanzlerntage

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Die KMK will den Ministerpräsidenten, die am Dienstag mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) über eine mögliche Verlängerung des Lockdowns beraten wollen, eine Empfehlung für den Umgang mit den Schulen geben. An den Schulen in Schleswig-Holstein soll es zum Start am Donnerstag und Freitag Distanzlerntage geben. Offen ist noch, ob und in welchem Umfang es nach den Weihnachtsferien Präsenzunterricht geben wird.

Keine Verkürzung der Sommerferien

Auf die Frage, ob man wegen der Corona-Eindämmung die Weihnachtsferien jetzt um zwei oder drei Wochen verlängern und die Zeit dann von den Sommerferien abknapsen sollte, antwortete Prien ablehnend. Sie verwies auf den angestrebten Distanz- und späteren Hybridunterricht. Man müsse schauen, ob man die Fachanforderungen in diesem Schuljahr im Rahmen der zeitlichen Vorgaben schaffen könne.

Verschiebung von Ferien müsste diskutiert werden

«Ich halte von einer Verkürzung der Ferien überhaupt nichts, denn gerade die Familien und auch die Lehrkräfte werden nach diesem extrem anstrengenden Schuljahr ihre Ferien brauchen», sagte Prien. «Aber über die Frage der Verschiebung von Ferien wird man natürlich im Einzelfall diskutieren müssen, auch über die Verschiebung von Prüfungsterminen, das ist in einzelnen Bundesländern ja auch bereits erfolgt.»

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Zuvor hatte Prien der «Bild»-Zeitung (Montagsausgabe) gesagt, «jetzt kommt es darauf an, die Fortschritte des digitalen Lernens auszuschöpfen.»

Seit Jahren Versäumnisse der Digitalisierung in Schulen

Im «Deutschlandfunk» räumte Prien seit vielen Jahren Versäumnisse bei der Digitalisierung der Schulen ein. «Wir hätten in Deutschland sicherlich zehn bis 15 Jahre früher beginnen müssen mit der Digitalisierung der Schulen, aber man kann das eben nicht alles innerhalb weniger Monate nachholen. Wer das behauptet, der redet, sorry, aber wenig sachkundig über die Dinge.» Bei der Digitalisierung neuer Unterrichtsmodelle müsse man «jetzt ins Doing kommen». Deshalb werde dies in Schleswig-Holstein auch unter Volllast ausprobiert. «Und dass dann nicht immer alles klappt, ja, das ist so, das ist aber auch bei der Umstellung großer Konzerne nie so gewesen.»

Technische Möglichkeiten zur Verfügung stellen

Das eine sei, den Lehrkräften die entsprechenden technischen Möglichkeiten zur Verfügung zu stellen, Lernplattformen zur Verfügung zu stellen. «Aber sie brauchen ja eine völlig neue Art des Unterrichtens, und auf die war niemand vorbereitet. Auch der Digitalpakt ist ja niemals gemacht worden, um Distanz- und Hybridunterricht zu unterstützen, sondern um Infrastruktur in den Schulen zu schaffen.»

Völlig neue Art von Schule

Dieses Zusammenführen von Technik und neuen Unterrichtsmethoden – «wir bewegen uns auf eine völlig neue Art von Schule zu» –, brauche nun mal Zeit. «Sie können Hunderttausende von Lehrkräften nicht innerhalb von wenigen Wochen in ein neues Zeitalter führen. Wir sind in einem riesigen Transformationsprozess, und da brauchen Lehrer Zeit», sagte Prien.

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