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„Wohnen für Hilfe“ – das Win-Win Projekt für jung und alt

Hannelore Witt hält stolz den Flyer des Projektes "Wohnen für Hilfe" der AWO Bad Schwartau / FOTO: Madita Jürk
In diesem Beitrag: AWO Bad Schwartau packt es an Ob jung oder alt - jeder hat seine Probleme Wie sich zwei Seiten finden Es mangelt vor allem an Wohnraumgebenden
Bad Schwartau. „Tausche Wohnraum gegen Unterstützung“ könnte das Motto des Projektes „Wohnen für Hilfe“ lauten. In Ostholstein nimmt sich die AWO Bad Schwartau dessen an und hat schon einige Erfolge zu verzeichnen.

AWO Bad Schwartau packt es an

Hannelore Witt ist vor Ort als Ehrenamtliche zuständig. Ihre Aufgabe ist es Leute zusammen zu führen, die sich gegenseitig helfen können.

Ob jung oder alt – jeder hat seine Probleme

Gerade ältere Menschen mit Eigenheim stehen irgendwann vor gewissen Problemen. Was sie sich jahrelang mühevoll aufgebaut und erarbeitet haben, wird nun zur Belastung: Die eigenen vier Wände. Hinzu kommt bei manchen noch die Einsamkeit, weil geliebte Menschen verstorben sind oder zu weit entfernt leben. Die Hausarbeit wird zu viel, doch das mit Erinnerungen gefüllte Heim aufgeben möchte kaum jemand.

Unterdessen sehen sich Studenten vor eine andere Herausforderung gestellt: Bezahlbaren Wohnraum finden. Jung, gesund, gebildet und ausgebremst durch mangelnden sozialen Wohnungsbau. Nicht jeder hat die Möglichkeit sich durch die Eltern so gut finanziell unterstützen zu lassen, dass es überhaupt für eine eigene Wohnung reicht. WG-Zimmer sind heiß begehrt und ebenfalls Mangelware.

Wie sich zwei Seiten finden

„Es ist wie eine Wohngemeinschaft.“, berichtet Witt. Beide Seiten füllen Fragebögen aus, in welchen sie erklären was sie anbieten und was sie suchen.
Wohnraumgebende beschreiben wie viel Quadratmeter das angebotene Zimmer hat und wobei sie dafür Hilfe brauchen. Haushalts- oder Gartenarbeit sind klassische Aufgabenbereiche.
Potentielle Mitbewohner geben beispielsweise an welche Hilfeleistungen sie anbieten möchten, wie lange sie voraussichtlich studieren und ob sie Tierhaarallergien haben.
Wenn Angebot und Nachfrage übereinstimmen, vereinbart Hannelore Witt ein Treffen. Beide Seiten können sich kennenlernen und über ihre Vorstellungen sprechen. Sofern es passt, wird ein Untermietvertrag mit Probezeit geschlossen. An die zehn erfolgreiche Vermittlungen hat Witt bereits zu verzeichnen.

Das erste Projekt dieser Art entstand vor mehr als zwanzig Jahren und hat sich seither stetig weiterentwickelt. Inzwischen wurde es bundesweit von verschiedenen Trägern adoptiert.

Es mangelt vor allem an Wohnraumgebenden

Die meisten Kontakte bekommt Witt über die Hochschule in Lübeck vermittelt. Suchende Studierende gibt es wie Sand am Meer. Aber an Wohnungsgebenden mangelt es gewaltig. Sie fühlt sich jedes Mal schlecht, wenn sie den Studenten beichten muss, dass es derzeit keine Angebote gibt.
Dabei sind zwischenmenschliche Kontakte für viele Senioren besonders durch Corona noch ein Mal wertvoller geworden. Lockdown und Beschränkungen wirken sich insbesondere auf die Menschen aus, die ohnehin auf Hilfe angewiesen sind.

Bei Interesse oder Fragen ist Frau Witt wie folgt zu erreichen:

Telefon: 0451/29 61 822

E-Mail: mwitt@t-online.de

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