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Mehrere Apotheken auf Fehmarn und in Heiligenhafen beteiligen sich

Ab Montag gibt’s das digitale Impfzertifikat

"Wir machen auf jeden Fall mit.“ Bei Suleiman Sabbah und seinem Team von der „Post-Apotheke“ in Burg auf Fehmarn können die Kund/-innen ab Montag den digitalen Impfausweis erhalten. / Foto: Hilke Hahn-Wolff
In diesem Beitrag: „Wir machen auf jeden Fall mit“ „Jetzt wird das nicht so stressig werden“ mein-apothekerportal.de „Patient/-innen stehen bei uns im Vordergrund“ „Das ist kein Hexenwerk“ „Wir sind gut aufgestellt“ „Wir holen uns dann Karopapier und Edding...“ „Das wird ein Chaos geben“ "Die Logistik steht" Der gelbe Impfpass gilt weiterhin Jetzt erst den Registrierungscode beantragt
Fehmarn. Die Meinungen der hiesigen Apotheker/-innen zur Erstellung des digitalen Impfzertifikats sind geteilt.

Jetzt geht es doch schneller, als ursprĂŒnglich gedacht: Bereits ab kommenden Montag, dem 14. Juni 2021, sollen zunĂ€chst Apotheken den digitalen Impfnachweis ausstellen. Damit kann jede Person ihren Status sowie die jeweiligen Impfdaten und Impfstoffe auf dem Smartphone speichern. Nehmen die regionalen Apotheken ĂŒberhaupt teil an der Erstellung des digitalen Impfzertifikats? Und wie gehen sie mit dieser Herausforderung um?

„Wir machen auf jeden Fall mit“

„Es ist ziemlich ĂŒberraschend, dass es am Montag schon losgeht, erst war der 1. Juli im GesprĂ€ch. Aber wir machen auf jeden Fall mit.“ Bei Inhaber Suleiman Sabbah und seinem Team von der „Post-Apotheke“ in der Bahnhofstraße 28 in Burg auf Fehmarn, können die Kund/-innen ab Montag den digitalen Impfausweis erhalten.

„Jetzt wird das nicht so stressig werden“

„Man muss einfach anfangen und gucken, wie es lĂ€uft, dann entscheiden, wie es weitergeht“, so Suleiman Sabbah. Er sieht kein so großes logistisches Problem wie damals bei der Beschaffung der Masken, als er 700 Kilometer fuhr, um diese abzuholen. Er ist sicher: „Jetzt wird das nicht so stressig werden. Wir wissen nicht, was uns erwartet, aber wir werden das gut hinkriegen.“

mein-apothekerportal.de

ZunĂ€chst erfolgt die ordnungsgemĂ€ĂŸe PrĂŒfung des Impfpasses. Die Daten werden aufgenommen und in den PC eingegeben. Auf der Seite „mein-apothekerportal.de“ wird die Funktion freigeschaltet, erklĂ€rt Suleiman Sabbah. Die Kund/-innen erhalten dann einen Ausdruck mit dem QR-Code und können sich diesen in die App auf ihrem Handy laden. Oder, wer kein Handy besitzt, kann diesen Zettel einfach bei Bedarf vorlegen.

„Patient/-innen stehen bei uns im Vordergrund“

Suleiman Sabbah von der Post-Apotheke in Burg auf Fehmarn ist ĂŒberzeugt: "Ich bin sicher, dass wir auch diese Herausforderung meistern werden." / Foto: Hilke Hahn-Wolff

„Die Touristen werden das wohl auch in Anspruch nehmen wollen. Wir mĂŒssen abwarten und gucken, was passiert.“ Ihm ist außerdem besonders wichtig: „Die Patient/-innen, die mit Medikamenten beliefert werden wollen, stehen bei uns im Vordergrund. Aber ich bin sicher, dass wir diese Herausforderung meistern werden“, ist Suleiman Sabbah ĂŒberzeugt.

„Das ist kein Hexenwerk“

„Wenn die Technik so funktioniert, wie angedacht, sehe ich darin kein Problem“, zeigt sich auch Apothekerin Karen Bader von der Rathaus-Apotheke, Am Markt 30 in Burg auf Fehmarn, zuversichtlich: „Das ist schließlich kein Hexenwerk. Im Zeitalter der Digitalisierung ist das normal und eine Vereinfachung fĂŒr die Leute, wenn sie die Informationen auf dem Handy haben.“

„Wir sind gut aufgestellt“

„Einige Institutionen wollen die Informationen bei den Corona-Tests in Papierform, eventuell wird das bei den Impfnachweisen auch so sein“, kann Karen Bader sich vorstellen. „Aber das ist ja kein Problem, die Kund/-innen bekommen den Zettel ausgedruckt mit. Wir leben in einer digitalen Gesellschaft und sind in unserer modernen Apotheke gut aufgestellt.“ Schließlich sei auch bereits das E-Rezept in der Vorbereitung, ergĂ€nzt sie.

Auch die Rathaus-Apotheke, Am Markt 30 in Burg auf Fehmarn, beteiligt sich an der Erstellung des digitalen Impfzertifikats. "Das ist schließlich kein Hexenwerk", sieht Apothekerin Karen Bader dem Verfahren gelassen entgegen. / Foto: Hilke Hahn-Wolff

„Wir holen uns dann Karopapier und Edding…“

Hubertus Herrmuth ist Inhaber zweier Apotheken in Heiligenhafen: der Stadt Apotheke im Thulboden 38 und der Anker Apotheke in der Bergstraße 11. „Wir holen uns dann Karopapier und Edding, damit wir den QR-Code malen können“, hat er seinen Humor nicht verloren: „Außer der AnkĂŒndigung in der Presse haben wir noch keine weiteren Informationen erhalten. Ich habe keine Ahnung, wie das laufen soll und fange heute an, zu organisieren.“

„Das wird ein Chaos geben“

Auf Gesundheitsminister Jens Spahn ist er nicht gut zu sprechen: „Dass Herr Spahn das vierte oder fĂŒnfte Mal in Folge eine Logorrhoe bekommt, wenn er ein Mikrofon sieht, geht uns mĂ€chtig auf den Keks“, kann er sich nicht verkneifen. „Das wird ein Chaos geben wie bei den Schnelltests und Masken“, befĂŒrchtet Hubertus Herrmuth. „Unendlich viele Fragen sind offen“, meint er: „Welche Hardware wird benötigt, wieviel Personal brauche ich und wie sieht es mit dem Hygienemanagement aus, sind nur einige davon.“

„Die Logistik steht“

„Wir haben die Informationen gerade erst bekommen. Um den 1. Mai herum gab es die ersten Infos“, blickt Apothekerin Martina Laudien von der Warder-Apotheke in der Kirchenstraße 1 in Heiligenhafen zurĂŒck: „Jetzt wird’s akut. Die Logistik steht, aber vieles ist noch nicht geregelt.“ Sie gewĂ€hrt Einblick ins Procedere: „Man kann sich bereits nach der ersten Impfung registrieren lassen oder mit beiden Impfungen gleichzeitig. Der Impfausweis muss vorgelegt werden, wir kontrollieren die Daten und diese werden dann ans Portal geschickt. Dann erhalten wir den QR-Code, den wir an die Kund/-innen geben. Wie es dabei mit dem Datenschutz aussieht, wissen wir aber noch nicht.“

Der gelbe Impfpass gilt weiterhin

„Wir werden wohl teilnehmen“, ĂŒberlegt die Inhaberin der Warder-Apotheke: „Aber wir wissen noch nicht, in wieweit diese Dienstleistung vergĂŒtet wird und ob der Kunde zahlen muss oder aus welchen Töpfen das Geld kommt.“ Sie weist ausdrĂŒcklich darauf hin: „Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass der normale gelbe Impfausweis immer noch gilt. Man muss nicht den digitalen haben, der klassische Gelbe ist immer noch aktuell.“

Jetzt erst den Registrierungscode beantragt

Martina Laudien hat die Warder-Apotheke erst zum 1. Mai diesen Jahres ĂŒbernommen: „Der Registrierungscode wurde im April verschickt und ging daher an meinen VorgĂ€nger. Ich habe diesen Code heute (Donnerstag, 10. Juni 2021, Anm. d. Red.) erst beantragt, insofern wird das hier noch etwas dauern. Aber grundsĂ€tzlich wollen wir das machen, wenn die Einzelheiten geklĂ€rt sind.“

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