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30 Vertreter*innen von 26 deutschen Inseln und Halligen beschließen die Resolution

Alle deutschen Inseln und Halligen für eine gemeinsame und nachhaltige Zukunft

Fehmarns Tourismusdirektor Oliver Behncke (vorne rechts) und Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber (vorne, 2.v.r.) bei der Vorstellung und feierlichen Unterzeichnung der Inselresolution. / Copyright: Mirko Boy
Binz / Rügen. 30 Vertreter*innen von 26 deutschen Inseln und Halligen beschließen die Inselresolution - darunter Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber und Tourismusdirektor Oliver Behncke.

Die deutschen Inseln und Halligen bekennen sich bei der feierlichen Unterzeichnung der Inselresolution am gestrigen Donnerstag, dem 12. Mai 2022, im Rahmen der 2. Deutschen Inselkonferenz auf Rügen zu gemeinsamen Zielen und Forderungen für eine zukunftsfähige Entwicklung.

Auch Fehmarn ist vertreten

Insgesamt beschließen 30 Vertreter*innen von 26 deutschen Inseln und Halligen die Resolution – darunter auch Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber und Tourismusdirektor Oliver Behncke. Mit der Inselresolution bekennen sich die Inseln und Halligen zu klaren Zielen und Forderungen, die gemeinsam durchgesetzt werden sollen.

Gemeinsames Bekenntnis aller deutschen Inseln und Halligen

Die Inselresolution wurde von der Insel- Halligkonferenz e.V. ausgearbeitet und bereits von dessen Mitgliedern beschlossen. Jörg Singer, Bürgermeister von Helgoland, berichtet: „Die Inselresolution sollte bereits 2019 auf der ersten deutschen Inselkonferenz auf Helgoland unterzeichnet werden, abgesehen von Rügen waren dort aber keine weiteren Ostseeinseln vertreten. Umso mehr freuen wir uns, dass nun alle deutschen Inseln und Halligen auf Rügen zur Unterzeichnung und dem gemeinsamen Bekenntnis zur Inselresolution zusammengefunden haben.“

Vorbild für ein innovatives und nachhaltiges Europa

Ein besonderer Fokus wird darauf liegen, die Inseln und Halligen durch integrative und intelligente Lösungen zukunftsfähig zu gestalten und damit ein Vorbild für ein innovatives und nachhaltiges Europa zu sein.

Die Resolution umfasst sieben Kernthemen

Die Resolution umfasst folgende sieben Kernthemen:

  • Nachhaltige Flächenentwicklung ist die Kernherausforderung für die Daseinsvorsorge und Wettbewerbsfähigkeit der Inseln und Halligen.
  • Der Tourismus stellt gleichzeitig die wichtigste Ertragssäule sowie eine enorme Belastung für Insulaner*innen und Natur dar. Um diesen gerecht zu werden, sollen spezifische Steuerungsinstrumente für eine nachhaltige Tourismusentwicklung geschaffen werden.
  • Da eine gute Anbindung für alle Inseln und Halligen essenziell ist – der Verkehr aber auch nachhaltig gestaltet werden muss – wird eine vollständig dekarbonisierte Mobilität angestrebt.
  • Um den Klimazielen der Europäischen Union gerecht zu werden, wollen die Inseln und Halligen Maßnahmen im Bereich der Energietransformation ergreifen – mit dem Ziel der „Nullemissionsinsel“.
  • Da die Küsten der Inseln und Halligen besonders vom Klimawandel und den Risiken des Schiffverkehrs betroffen sind, sollen nachhaltige Lösungen für den Küsten- und
    Meeresschutz geschaffen werden.
  • Das Problem der Verschmutzung der Meere soll durch Müllvermeidung und
    Kreislaufwirtschaft verbessert werden.
  • Um die Wertschöpfung vor Ort zu halten, wollen die Insel und Halligen eine Insellösung schaffen, die sich für lokale landwirtschaftliche Erzeugnisse einsetzt.

Smarte und grüne Technologien

Mit der Unterzeichnung der Resolution verpflichten sich die Inseln und Halligen dazu, ihre wirtschaftlichen Aktivitäten zu diversifizieren, um lokale Arbeitsplätze zu fördern und den Bevölkerungsrückgang zu senken. Weiterhin soll sichergestellt werden, dass smarte und grüne Technologien prioritär Anwendung finden, um damit auch die Nutzung der natürlichen Ressourcen und Infrastrukturen zu ermöglichen. Die Beteiligten verpflichten sich außerdem dazu, die Bereitstellung digitaler Dienste zu verbessern, um das Wachstum kleiner Unternehmen zu fördern und so den Zugang zu Märkten und Finanzierungsquellen zu erleichtern.

„Innovations- und Modellregionen innerhalb Europas“

„Wir können und müssen in diesen aktuell äußerst turbulenten Zeiten gemeinsam die globalen Zukunftsthemen auf regionaler Ebene herunterbrechen und zusammen Lösungen schaffen. Wir sind überzeugt davon, dass wir als Inseln und Halligen aufgrund unserer geografisch begrenzten Räume das Potential haben, Innovations- und Modellregionen innerhalb Europas zu sein“, so Knut Schäfer, Vorsitzender des Tourismusverbandes Rügen.

Appell an die Europäische Union und die nationalen Parlamente

Verbunden ist die Unterzeichnung mit einem Appell an die Europäische Union und die nationalen Parlamente. Sie werden aufgefordert, gezielte Finanzierungs- und technische Hilfsprogramme für die Einführung von integrierten Pilotprojekten auf den Inseln und Halligen zu schaffen.

Wunsch nach einem stärkeren Dialog

Weiterhin soll ein ordnungspolitischer Rahmen entstehen, der bürokratische Verfahren vereinfacht und Transaktionskosten für Investitionen senkt, um die Verwirklichung innovativer nachhaltiger Projekte zu gewährleisten. Außerdem wird der Wunsch nach einem stärkeren Dialog mit den Inseln und Halligen
geäußert, um sicherzustellen, dass die besonderen lokalen Bedingungen in regionalen und nationalen politischen Plänen zum Ausdruck kommen.

Diese Inseln sind vertreten

Für die Gewährleistung der Durchsetzung der genannten Ziele und Forderungen soll die Stelle eines Inselkoordinators / einer Inselkoordinator*in bei der Maritimen Koordinatorin der Bundesregierung
geschaffen werden – so der Appell der Inselvertreter*innen. Vertretene Inseln auf der 2. deutschen Inselkonferenz sind Amrum, Baltrum, Borkum, Fehmarn, Fischland-Darß-Zingst, Föhr, Hallig Gröde, Hallig Langeneß, Hallig Hooge, Helgoland, Hiddensee, Juist, Langeoog, Neuwerk, Norderney, Nordstrand, Nordstrandischmoor, Oland, Poel, Pellworm, Rügen, Spiekeroog, Sylt, Ummanz, Usedom und Wangerooge.

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