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Bürgerbegehren gegen das Hotel in Meeschendorf – großer Erfolg bei der Sammlung und viele Gespräche und Meinungen.

In diesem Beitrag: Über die Hälfte der benötigten Unterschriften nach wenigen Tagen Wir bekommen viel Zuspruch und sind auch am Mittwoch wieder auf dem Markt Unterschriften können bis zum 30.12. abgegeben werden „Das darf auf keinen Fall aussehen wie am Burgtiefe!“ Naturschutzbehörde bemängelt ebenfalls die Höhe Der Individualverkehr wird zu Überlastung führen Ministerium in Kiel hat Bedenken zum Hotel in Meeschendorf Fremder Investor bevorzugt? Misstrauen bei Bürgern “Die Insel verändert sich – zum Schlechten“
Fehmarn. Die Resonanz auf das Bürgerbegehren gegen den Hotelbau in Meeschendorf ist riesig. Ulrike Hübner, eine der Initiatoren, ist überwältigt von dem Zuspruch und den vielen Gesprächen rund um die Sammelstellen für die Listen mit den Unterschriften.

Über die Hälfte der benötigten Unterschriften nach wenigen Tagen

„Schon in den ersten Tagen hatten wir über die Hälfte der benötigten 1009 Unterschriften zusammen.“ Nach einigen weiteren Tagen schon beinahe 900. – Dass jede Stimme zählt, wird bei der Auswertung der abgegebenen Zettel deutlich. „Wir müssen darauf achten, dass die Unterschriften lesbar sind, sonst sind sie ungültig“, so Hübner. „Die Menschen sind in Eile, da muss es manchmal schnell gehen. Wir sammeln lieber 200 Unterschriften zu viel als 5 zu wenig“.

Viele Zustimmung für das Bürgerbegehren gegen das Hotel in Meeschendorf auf Fehmarn. / FOTO: Privat

Wir bekommen viel Zuspruch und sind auch am Mittwoch wieder auf dem Markt

„Das Bürgerbegehren zum Hotel in Meeschendorf vereint die ganze Insel. Wir haben aus vielen Dörfern, nicht nur im Osten der Insel, Zuspruch und Unterstützungsunterschriften erhalten. Die Menschen nehmen das als direkte Bürgerbeteiligung wahr, viele sind mit den jüngsten Entscheidungen der Inselpolitik nicht einverstanden“, so die Initiatorin. Auch am Mittwoch (23.12.) stehen sie von 08:00 – 13:00 Uhr auf dem Markt in Burg auf Fehmarn und sammeln Unterschriften.

Unterschriften können bis zum 30.12. abgegeben werden

Zusätzlich zum Stand auf dem Markt können auch bis zum 30.12. weiterhin die Unterschriften zu den Ladenöffnungszeiten in den Sammelstellen eingeworfen werden.

Sammelstellen in Burg

Bus Stop, Bahnhofstraße 2

Edeka Jens, Am Markt 27

Rewe-Markt, Landkirchener Weg 2

Esso Tankstelle, Landkirchener Weg 49

Bft Tankstelle, Landkirchener Weg 36

Michaela Sotzek e.K., Apotheke im Mummendorfer Weg 3

Topi Naturkost, Niendorfer Str. 4.

Sammelstellen in Petersdorf

Edeka Töpfer

Sammelstellen in Landkirchen

Bäckerei Scheel

Sammelstellen in Ostermarkelsdorf

Biohof Nature Homes

„Wir würden gerne alle Unterschriften bis zum 30.12. ausgezählt haben, damit wir sie noch in diesem Jahr bei der Stadt abgeben können“.

„Das darf auf keinen Fall aussehen wie am Burgtiefe!“

Die Meinung der Menschen, die gegen das neue Hotel unterschreiben, sind vielfältig. Häufig genannter Punkt ist die Höhe der neuen Bauwerke in Meeschendorf. Zwar werden diese nicht die Höhe der drei Türme am Südstrand erreichen, dennoch werden sie weit sichtbar in den Himmel ragen und sich deutlich aus der Umgebung hervorheben. „Viele Leute sagen, dass sie die geplante Höhe unvorstellbar finden. Mit der Planung wären wir doppelt so hoch wie die jetzige Bebauung.“

Naturschutzbehörde bemängelt ebenfalls die Höhe

Auch die untere Naturschutzbehörde verweist auf ihre Stellungnahme aus dem frühzeitigen Beteiligungsverfahren. Hier wurden „Bedenken bezüglich der Einfügung eines Hotels in der geplanten Größenordnung in das Landschaftsbild zum Ausdruck gebracht.“

Der Individualverkehr wird zu Überlastung führen

Auch die Parkplatzsituation vor Ort wird sich für alle Besucher verschlechtern. Das Hotel will, so sieht es die Planung vor, Parkplätze von der bestehenden Parkfläche am Meeschendorfer Strand anmieten. Das führt dazu, dass für normale Besucher weniger Parkplätze zur Verfügung stehen. „Von dem vielen Individualverkehr mal abgesehen. Früher sind die Familien und Jugendlichen mit Bussen gekommen, die Urlauber des Hotels werden jedoch mit eigenem Pkw anreisen. Das wird zu einem Verkehrschaos führen“, so Ulrike Hübner weiter in ihren Erklärungen.

"Die Insel verändert sich zum schlechten, das muss aufhören", sagt eine Fehmaranerin bei der Unterschrift. / FOTO: Privat

Ministerium in Kiel hat Bedenken zum Hotel in Meeschendorf

„Aus Sicht des Ministeriums für Inneres, ländliche Räume, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein (MILIG) bestehen ‚gegen den unveränderten und von der Ortslage abgesetzten Hotelstandort‘ weiterhin Bedenken“, heißt es in einer Stellungnahme.

Fremder Investor bevorzugt?

In weiterer Punkt, der häufig in den Gesprächen an den Sammelständen vorgebracht wurde, ist, dass offenbar fremde Investoren bevorzugt werden. „Wenn ich hier ein Stück Land kaufen und meinen Betrieb vergrößern möchte, ich das entweder bürokratisch oder finanziell nicht zu machen. – Bei fremden Investoren scheint das alles einfacher zu gehen. Mir fehlt hier die Transparenz“, sagt ein Gewerbetreibender an einem der Stände. In der Mittagspause unterschreibt auch er gegen das Hotel. „Das kann so nicht weitergehen“.

Misstrauen bei Bürgern

„Viele der Meinungen zeigen ein gewachsenes Misstrauen gegen die Entscheidungsträger“ so Ulrike Hübner. „Die Menschen fühlen sich nicht mitgenommen. Es entsteht der Eindruck, als würde nur für den Tourismus gebaut, nicht für die Einheimischen“.

Viele Menschen, nicht nur aus dem Osten der Insel, unterschreiben für das Bürgerbegehren. / FOTO: Privat

“Die Insel verändert sich – zum Schlechten“

„Der Charme der Insel geht verloren“, wirft eine Frau ein, die das Interview im Vorbeigehen mitbekam. „Wir wohnen seit vielen Jahrzehnten hier auf der Insel und merken, wie sie sich immer mehr zum schlechten verändert. Das muss endlich aufhören. Ich hoffe, das Bürgerbegehren hat erfolg und ich hoffe, dass sich ab März auch in der Politik was ändert.“ – Auch sie unterschreibt gegen das Hotel.

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