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Fehmaraner Wolfgang Klinger erinnert an die Pegelmess-Station

Der „Stöpsel“ der Ostsee liegt vor Fehmarn

Der Legende nach, die man sich auf Fehmarn erzählt, und die wohl jedes Kind hier kennt, ist dies der Stöpsel der Ostsee. / FOTO: HILKE HAHN-WOLFF
Fehmarn. „Ich bin Fehmaraner und erzähle Ihnen mal die Wahrheit über den Fehmarn-Stöpsel.“ Am Strand von Westermarkelsdorf trafen wir Wolfgang Klinger, 73 Jahre, aus Burg.

„Ich bin Fehmaraner und erzähle Ihnen mal die Wahrheit über den Fehmarn-Stöpsel.“ Am Strand von Westermarkelsdorf trafen wir Wolfgang Klinger, 73 Jahre, aus Burg. Seit zwölf Jahren lebt er wieder auf der Insel. Seine früheste Kindheit hat er auf Fehmarn verbracht, bis seine Eltern mit dem damals Dreijährigen in den Schwarzwald zogen. Doch ab und an besuchte er noch die Großeltern und hat so manche Erinnerung, kennt einige Geschichten „von früher“ – und tauscht sich gerne mit Anderen darüber aus. Und natürlich weiß er auch, was es mit dem „Stöpsel“ in der Ostsee vorm Westermarkelsdorfer Strand auf sich hat.

Ob das Ostseewasser im Abfluss verschwindet?

Wolfgang Klinger kennt die Geschichte des "Fehmarn-Stöpsels." / FOTO: HILKE HAHN-WOLFF

Der „Stöpsel“. Der Legende nach, die man sich auf Fehmarn erzählt, und die wohl jedes Kind hier kennt, ist es der Stöpsel der Ostsee. Würde er herausgezogen werden, würde das Ostseewasser „auf Nimmerwiedersehen“ im Abfluss verschwinden – wie in der Badewanne. Deshalb traut sich auch niemand, am Stöpsel auch nur zu rütteln. Nur freche Möwen lassen sich ab und zu drauf nieder. Vielleicht hegen sie aber auch die heimliche Hoffnung, den Stöpsel durch ihr Gewicht inrgendwann zum Kippen zu bringen und so leichter an Fische zu kommen. Wir werden es wohl so schnell nicht erfahren.

Bereits 1942 geriet der „Stöpsel“ in Schieflage

 Fest steht aber, dass der Stöpsel auch noch eine andere Geschichte hat, die – das müssen wir zugeben – etwas realer erscheint. Wolfgang Klinger kann sie erzählen: „Der ,Stöpsel‘ wurde 1935 gebaut und war damals eine Pegelmess-Station, mit der die Wassertiefe gemessen wurde. 1942 gab es einen strengen Winter, die Ostsee fror teilweise zu, und der ,Stöpsel‘ geriet durch das Packeis in Schieflage. Früher war er mit dem alten Westermarkelsdorfer Leuchtturm durch ein Kabel verbunden.“

Der alte Leuchtturm in Westermarkelsdorf auf Fehmarn / FOTO: HILKE HAHN-WOLFF (Archiv)

„Zwei Pötte waren auf einer Sandbank aufgelaufen“

Denn oben auf der Pegelmess-Station brannte zudem „bei Nacht und Nebel“ ein Licht zur Orientierung. Zusätzlich gab es ein Feuerschiff, das über Funk mit dem Leuchttturm kommunizierte. Anhand der Pegelmess-Station und den Angaben des Feuerschiffs „Fehmarnbelt“ wurden der Schifffahrt die Wassertiefen durchgegeben. „Denn in früheren Zeiten  waren hier zwei Pötte auf einer Sandbank aufgelaufen“, erinnert Wolfgang Klinger. „Dadurch, dass er 1942 abgeknickt ist, ist der ,Stöpsel‘ außer Betrieb. Das ist die Geschichte.“

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