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Familie Weigert will die Mühle als wohnimmobilie nutzen

Die Südermühle in Petersdorf wird saniert

Familie Weigert lässt die Petersdorfer Südermühle sanieren. Heute wurde die marode Mühlenkappe abgenommen und ein provisorisches Dach befestigt. / FOTO: HILKE HAHN-WOLFF
Fehmarn. Familie Weigert lässt die Südermühle in Petersdorf sanieren. Später einmal will Sohn Vincent hier einziehen.

Die Südermühle in Petersdorf auf Fehmarn – viele Jahre haben sich die Fehmaraner/innen gefragt, was aus ihr werden wird. Jetzt wird sie für die Sanierung vorbereitet. EIn langwieriges Unternehmen, denn die Wartezeiten bei den wenigen Mühlenbauern sind lang – vor einem dreiviertel Jahr wurde der heutige Termin bereits anberaumt.

Familie Weigert ist mit viel Herzblut dabei

Martin, Andrea und Vincent Weigert sind mit viel Herzblut dabei. / FOTO: HILKE HAHN-WOLFF

„Eine Mühle hat eine sogenannte Mühlenkappe, an der die Flügel befestigt sind“, erklärt Martin Weigert aus Orth. Ihm und seiner Familie – Ehefrau Andrea und Sohn Vincent – gehört die Südermühle. „Die Mühlenkappe ist in einem schlechten Zustand. Die Dachabdeckung war abgängig. Deswegen haben wir uns entschlossen, dass ein Mühlenbauer sie herunternimmt und guckt, wie sie rekonstruiert werden kann.“

Die Mühlenkappe wurde heute entfernt

Mit einem Kran wurde heute die marode Mühlenkappe entfernt. / Foto: Privat / Andrea Weigert

Dafür wurde von Mühlenbauer Martin Zecher und Bauingenieur Vincent Weigert ein provisorisches Dach angefertigt und am heutigen Freitag, dem 5. August 2022, mit einem Kran aufgebracht und befestigt. Denn bis die neue Mühlenkappe rekonstruiert sein wird, dauert es noch ein bisschen, erläutert Martin Weigert. „Jetzt geht es erst einmal darum, die Substanz zu sichern, so dass die äußere Gestalt erhalten bleibt. Und das geht nur, wenn die Leckagen und statischen Fehler behoben werden.“

Große Eichenbalken-Querschnitte werden benötigt

„Für die Rekonstruktion der Kappe werden große Eichenbalken-Querschnitte gebraucht. Die viel tragen können müssen, denn so eine Kappe wiegt knapp acht Tonnen“, weiß Martin Weigert. „Bei der Kappe ist fast alles Eiche, inklusive der Flügelwelle. Egal, ob man das wieder als Mühle betreiben will oder nicht, die Konstruktion erfordet, dass man solche großen Querschnitte verwenden muss. Und es muss Eiche sein, das wollen die Denkmalpfleger.“

Die Südermühle soll so, wie man sie kennt, erhalten bleiben

Die alte Mühlenkappe wurde heute abgenommen und sofort durch ein provisorisches Dach ersetzt. / FOTO: HILKE HAHN-WOLFF

„Die Südermühle soll in der Weise, wie man sie kennt, erhalten bleiben“, fährt Martin Weigert fort. Bereits 2017 hat die Familie die Südermühle gekauft. „Seitdem haben wir uns damit beschäftigt, das Nötigste zu erledigen. Der Restaurantbetrieb wurde aus- und zurückgebaut, denn einen gastronomischen Betrieb wollen weder wir, noch die Denkmalpflege haben“, blickt der Besitzer zurück. „Alle Arbeiten werden in Absprache mit der UNB in Eutin vorgenommen, die auch bereits mehrfach vor Ort war.“

Ein langwieriges Projekt

An der Mühle selbst sollen keine Veränderungen vorgenomenn werden, es erfolgt ausschließlich eine Sanierung, betont Martin Weigert. Später einmal ist eine Umnutzung als Wohnimmobilie für Vincent Weigert geplant. Er wird das Projekt weiterführen, sich in Zukunft noch intensiver darum kümmern.

Umnutzung als Wohimmobilie geplant

Die Südermühle soll - so, wie man sie kennt - erhalten bleiben. / FOTO: HILKE HAHN-WOLFF

„Die Sanierung fordert einem so einiges ab“, bilanziert Martin Weigert. „Auch, wenn die Denkmalpfleger informiert sein wollen,  heißt es nicht, dass es einen schönen großen Topf mit Geld gibt.“ Die Sanierung der Südermühle bezeichnet er als „Hobby, das auch bezahlt werden muss“. Die Gesamtkosten stehen noch nicht fest. Nur, dass alles teuer ist, was mit einer Mühle zu tun hat – diese Erfahrung hat Familie Weigert schon gemacht. „Da muss man erst einmal Luft holen.“

„Es gibt nur wenige Mühlenbauer in der Region“

„Eine Mühle ist eine Maschine – und diese Arbeit können nur Mühlenbauer machen. Davon gibt es in unserer Region nur zwei. Einen in Dithmarschen und den, der für  uns den ersten Schritt gemacht hat: Martin Zecher aus Wittendörp in Mecklenburg-Vorpommern. Viel mehr kommen in unserer Region nicht in Frage“, so Martin Weigert. „Da muss man sich hinten anstellen und viel Geduld mitbringen, weil sie viel beschäftigt sind.“

Der Mühlenstandort ist mehrere hundert Jahre alt

Wenige Mühlenbauer gibt es in der Region - die Sanierung wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen. / FOTO: HILKE HAHN-WOLFF

Aber es ist ein Projekt, das Spaß macht und historisch interessant ist, betont er. Die Südermühle selbst ist von 1893, aber der Mühlenstandort sei noch viel älter, möchte Martin Weigert nicht unerwähnt lassen: „Davor gab es schon vier Mühlen an diesem Standort. Das wird in der Mühlenchronik, die 600 oder 700 Jahre zurückreicht, beschrieben. Die Südermühle ist also eine Mühle mit langer Tradition – und das soll auch so bleiben.“

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