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Alexander Roth geht auf Fehmarn mit einer neuen Idee an den Start

Ein Coworking-Schiff für Seminare, Schulungen und Coachings

Alexander Roth hofft, nächstes Jahr mit dem Coworking-Schiff an den Start gehen zu können. / FOTO: HILKE HAHN-WOLFF
Fehmarn. Das Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein fördert neun neue Coworking Spaces, darunter auch ein Projekt auf Fehmarn: das Coworking-Schiff von Alexander Roth.

Das Innenministerium des Landes Schleswig-Holstein fördert neun neue Coworking Spaces mit insgesamt 422.000 Euro, darunter auch ein Projekt auf Fehmarn: das Coworking-Schiff von Alexander Roth.

Ab 2023 können sich Interessierte einbuchen

„Die Idee vom Innenministerium war, die Coworkingspaces auf dem Land zu fördern. Und auch, wenn wir viele Touristen haben, gehört Fehmarn ja dazu. Da habe ich  mich mit dem Coworking-Schiff drauf beworben“, erklärt Alexander Roth im Gespräch mit der Ostholstein Presse: „Ich hatte schon lange die Idee, ein Schiff für Seminare, Schulungen, Coachings etc. zu konstruieren – und dann habe ich über verschiedene Quellen von dieser Förderung gehört. So ist es offiziell ein Coworking-Schiff geworden und steht nun ab Anfang nächsten Jahres für Interessierte zur Verfügung, die sich dort einbuchen können.“

Immer wieder gibt es neue Ideen

Wie überall steigen auch die Preise der Zulieferer – hinzu kommen immer wieder neue Ideen, insgesamt liegt der Preis „im deutlich sechsstelligen Bereich“, so Alexander Roth. Da ist der Zuschuss des Innenministeriums willkommen. „Generell ist die Förderung nicht auf das Schiff ausgelegt, sondern nur auf den Aufbau, was ja schon super ist und worüber ich mich sehr gefreut habe.“

Alexander Roth hofft für nächstes Jahr auf einen Liegeplatz im Hafen Burgstaaken oder im Yachthafen Burgtiefe. / FOTO: HILKE HAHN-WOLFF

Ein Katamaran mit einem Aufbau, der an ein Wohnhaus erinnert

Bei dem Coworking-Schiff handelt es sich um einen Katamaran aus Stahl mit einem Aufbau, der an ein normales Wohnhaus erinnert, und einer Dachterrasse mit Windschutz. Das Sportboot mit den Grundmaßen von zwölf mal etwa fünf Metern ist für küstennahe Gewässer zugelassen. „Ich kann mit den arbeitenden Personen also beispielsweise nach Heiligenhafen, Lübeck oder Dänemark fahren. Das Schiff ist nicht nur für den Hafen gedacht, sondern auch für die See“, fährt Alexander Roth fort. Er hofft für nächstes Jahr auf einen Liegeplatz im Hafen Burgstaaken oder im Yachthafen Burgtiefe als Heimathafen.

Komplett verglaster Raum für Schulungen

Im vorderen Bereich des Katamarans wird es zur Stabilität und für die Aufnahme von PV-Anlagen für die Stromgewinnung einige Wände geben. „Im hinteren Bereich gibt es einen großen, komplett verglasten Raum für Schulungen, gemeinsames Arbeiten, für den Austausch“, so Alexander Roth. „Man sitzt quasi leicht erhöht über der Wasserlinie mit direktem Blick auf das Meer. Denn die Idee des Coworkings ist ja, dass man nicht nur am Arbeiten ist, sondern auch am Austausch, sich vernetzen und unterhalten kann, dass jede/r seine Stärken einbringen kann. Das ist dort bestimmt gut möglich.“

Auch unter Deck kann gearbeitet werden

„Wenn man genug geguckt hat, kann man auch arbeiten“, fügt er schmunzelnd hinzu. „Aber wenn ich sage, das lenkt mich zu sehr ab, dann kann ich auch unter Deck gehen und meine eigenen kleinen Wände um mich herum haben, um ungestört zu arbeiten, weil es wirklich abseits ist. Denn dort wird es zwei Kabinen mit kleinen Fenstern und Lüftung geben.“ Das Schiff eignet sich laut Alexander Roth für alle Personen, die kein eigenes Büro haben, also einfach eine Arbeitsmöglichkeit suchen. „Wir haben im Moment viel Homeoffice. Viele Menschen finden es schön, wenn sie einfach mal rauskommen, sich vernetzen können. Die gucken wollen, wo sie Stärken von Anderen nutzen können – und dafür einen Ort brauchen. Ein persönliches Gespräch ist doch etwas Anderes als ein digitales.“  

„Das wird sehr interessant werden – gerade für Fehmarn“

Alexander Roth ist überzeugt: "Das wird sehr interessant werden - gerade für Fehmarn." / FOTO: HILKE HAHN-WOLFF

Einen großen Mehrwert sieht Alexander Roth auch für Tourist/innen: „Es gibt immer mehr Menschen, die auch im Urlaub mal arbeiten wollen oder müssen, sei es notgedrungen oder gewollt. Die WLAN brauchen, am großen Bildschirm arbeiten und den Drucker nutzen wollen. Das wird sehr interessant werden – gerade für Fehmarn.“

Mehrere Optionen sollen den Arbeitenden offen bleiben

Fünf bis acht Personen passen gut auf das Schiff und können dann bequem arbeiten. Zwar gibt es mehr Sitzplätze, „aber die Idee ist nicht, das Schiff so vollzuladen. Denn es sollen den Teilnehmer/innen mehrere Optionen offen bleiben, wo gearbeitet werden kann“, führt Alexander Roth aus. „Bei einer festen Gruppe, die sich gut kennt, sind bis zu zwölf Personen im Schulungsraum möglich. Dann arbeiten alle an einem Tisch, es wird eine große Leinwand mit Beamer geben.

Im besten Fall wird keine externe Energie benötigt

Alexander Roth hofft, trotz Lieferschwierigkeiten nächstes Jahr mit dem Coworking-Schiff an den Start gehen zu können. Ein ganzjähriger Betrieb ist vorgesehen: „Wir werden einen Holzofen haben, und die Grundversorgung der Energieversorgung bei dem Schiff ist auch komplett autark. Wir arbeiten mit Windkraft und Solar. Es gibt einen  Elektromotor, so dass ich im besten Fall keine externe Energie brauche. Außerdem wird es eine Entsalzungsanlage geben, wir haben also unser eigenes Wasser – mit einer Wasseraufbereitung und einer Mineralisierung. Ich werde also nahezu Quellwasserqualität an Bord haben. Es gibt eine eigene Biokläranlage, sodass ich auch kein Abwasser abpumpen lassen muss, sondern das gefiltert und geklärt in den Kreislauf eingehen kann.“

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