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Öffnungen der Friseure

Erschöpft, aber glücklich

Nach fast 12 Stunden Dauerschneiden: Familie Teipelke (Nele, Janett und Thomas), die mit einigen Geschenken ihrer Kunden überrascht wurden. / Foto: Lkl
Vielen Menschen sieht man es an: Die Haare sind völlig aus der Form geraten, die Frisur ist nur noch ein einziges Chaos. Der Lockdown hat auf den Köpfen der Menschen Spuren hinterlassen - und in den Köpfen kämpfen viele Friseure*innen mit Sorgen und Existenzängsten. Die Öffnung der Friseursalons ist für viele eine große Erleichterung.

Nach zweieinhalb Monaten Stillstand, durften gestern die Friseure in ganz Deutschland wieder öffnen. Thomas Teipelke, Inhaber vom Salon Haarscharf auf Fehmarn, berichtet von dem ersten Tag nach dem Friseur-Lockdown.

„Fix und fertig, aber glücklich“

„Die erste Kundin hat uns direkt einen Blumenstrauß mitgebracht“, erzählt Janett Teipelke. Sie und ihr Mann, Thomas Teipelke, Inhaber des Friseursalons Haarscharf in Burg auf Fehmarn, sind erleichtert, dass die Friseure wieder eröffnen dürfen. Fast 12 Stunden stand das Team vor dem Friseurstuhl und schnitt fleißig Haare. „Wir sind fix und fertig, aber glücklich“, erklärt Janett Teipelke.

Ausgebucht für die nächsten zwei Wochen

„Überfällig“ beschreibt Thomas Teipelke die Haarsituation vieler Kunden*innen. Kein Wunder – die Friseursalons waren schließlich zweieinhalb Monate deutschlandweit geschlossen. Für die nächsten zwei Wochen ist der Friseur erstmal ausgebucht – inklusive Warteliste, falls ein/e Kunde*in absagen sollte. Einige Kunden*innen versuchten gestern spontan einen Termin zu ergattern – erfolglos. „Wir kommen kaum hinterher“, erzählt Janett Teipelke. Trotz des enormen Zulaufs müssen dabei natürlich alle Corona-Auflagen eingehalten werden. Aufgrund der großen Räumlichkeiten dürfen aktuell 8 Kunden bedient werden – ursprünglich bietet der Salon Platz für 19 Kunden. Der Wartebereich muss leer bleiben. Die Maske ist dabei natürlich Pflicht.

Erleichterung im Team

„Alle sind erleichtert, dass sie wieder arbeiten dürfen“, sagt Thomas Teipelke. Der Teamgeist sei groß, ein reibungsloser Ablauf sei besonders in Pandemie-Zeiten wichtig. Die Auszubildende Nele Teipelke darf nun auch das praktische Lernen und Arbeiten wieder aufnehmen, was im Lockdowm kaum möglich war. Nicht nur die Mitarbeiter*innen sind erleichtert über den Start, sondern auch die Kunden*innen. „Viele haben den Termin sehnsüchtig herbeigesehnt“, berichtet Thomas Teipelke. Zum Auftakt wurde das Team von einigen Kunden*innen mit Blumen und Sekt überrascht. Der Tag war in doppelter Hinsicht besonders: Gestern vor einem Jahr feierte der Salon die Neueröffnung in ihren neuen Räumlichkeiten. Und nun wurde wieder eine Art „Neueröffnung“ gefeiert, diesmal indirekt mit allen Friseuren*innen in ganz Deutschland.

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