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Bürgerentscheid gegen Hotel auf Fehmarn

Fehmarn hat gewählt: Ja, wir wollen kein Hotel!

Die Fehmaraner*innen haben in einem Bürgerentscheid gegen ein Hotel in Meeschendorf auf Fehmarn gestimmt.
In diesem Beitrag: Der Wahltag zum nachlesen Wahlbeteiligung bei nur 39,9 % “JA“-Wählerinnen vorne Die gesamte Auszählung zum Nachlesen: Vorläufiges Ergebnis um 19:12 Uhr Ein leidenschaftlicher Wahlkampf Die Initiatoren des Bürgerbegehrens sind erfreut JUFA will sich morgen beraten Ziel erreicht, wie geht es weiter?
Fehmarn. Am Sonntag waren die Bürger*innen auf Fehmarn aufgerufen, in einem Bürgerentscheid über ein Hotel in Meeschendorf abzustimmen. Die Entscheidung fiel gegen 19:12 Uhr.

Am heutigen Sonntag hatte Fehmarn die Wahl. Bei dem Bürgerentscheid ging es um die Frage:

„Sind Sie dafür, dass auf dem Gelände des früheren Ferienlagers des Landkreises Hersfeld-Rotenburg, in der Straße zum Meeresstrand in Meeschendorf, kein Hotel gebaut, die Planung eingestellt und der gefasste Aufstellungsbeschluss der Stadt Fehmarn vom 29.10.2019 zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Nr. 179 aufgehoben wird?“

Wer also gegen ein Hotel in Meeschendorf auf Fehmarn war, musste mit „Ja“ abstimmen, wer für das Hotel der JUFA-Gruppe war, mit „Nein“

Der Wahltag zum nachlesen

Wahlbeteiligung bei nur 39,9 %

Im Vorfeld der Abstimmung wurde gerade in den sozialen Medien viel diskutiert, manchmal auch sehr kontrovers. Die Lager – Befürworter und Gegner des Hotel – standen sich oft mit verhärteten Fronten gegenüber. Somit ist es schon verwunderlich, dass die Wahlbeteiligung beim Bürgerbegehren um das Hotel in Meeschendorf bei nur 39,9 % lag. – Hier hätte man mehr erwarten können.

“JA“-Wählerinnen vorne

Während der gesamten Auszählung waren die Hotelgegner vorne. Teilweise über 10 % betrug der Vorsprung zu den Hotelbefürwortern. Nur in der Grundschule Burg (48,4 % „JA“ zu 51,6 % „NEIN“), Am Schießstand in Burgstaaken (48,2 % „JA“ zu 51,8 % „NEIN“) und in der Grundschule Landkirchen-Nord (46,1 % „JA“ zu 53,9 % „NEIN“) konnten sich die „NEIN“-Wählerinnen durchsetzen. Alle anderen Wahlbezirke gingen an die Hotelgegner.

Die gesamte Auszählung zum Nachlesen:

Vorläufiges Ergebnis um 19:12 Uhr

In einer schnellen Folge ab 18:15 Uhr wurden die Ergebnisse der einzelnen Wahlbezirke veröffentlicht. Das vorläufige Endergebnis konnte Jan Stender dann gegen 19:12 verkünden.

Mit 54,3 % (2454 Stimmen) zu 45,7 % (2065 Stimmen) der Stimmen haben die Fehmaranerinnen gegen ein Hotel in Meeschendorf gestimmt. Insgesamt haben 4519 Wählerinnen ihre Stimme abgegeben.

Ein leidenschaftlicher Wahlkampf

„Ein leidenschaftlicher Wahlkampf neigt sich dem Ende. Wir sagen Danke, an 2400 Fehmaranerinnen, die mit ihrer Unterschrift diesen Bürgerentscheid überhaupt erst ermöglicht haben“, schreiben die Initiatoren in einer Stellungnahme. Ihre Leidenschaft gilt dem Erhalt unserer wunderbaren Küste und Bauten, die sich in die Natur anpassen, heißt es dort weiter.

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens sind erfreut

Ulrike Hübner (l.) und Swen Geiss, die Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen das geplante Hotel in Meeschendorf / FOTO: DENNIS ANGENENDT (Archiv)

„Ich bin sehr, sehr erleichtert“, sagt Swen Geiss, Initiator des Bürgerbegehrens. „Es war ein spannender Tag.“ Es sei ein schönes Zeichen, dass auf Fehmarn etwas funktioniert hat, was die Mehrheit der Bürger möchte, so Geiss weiter. „Einen herzlichen Dank an alle“, sagt er zum Abschluss im Interview mit der OH-Presse.

Auch Ulrike Hübner zeigt sich erleichtert. „Ich freue mich über das Ergebnis und bin erleichtert. Die Zeit vor der Wahl und die Wahl an sich war natürlich aufregend“.

JUFA will sich morgen beraten

Auch die JUFA hatte im Vorfeld der Abstimmung auf dem Marktplatz Informationsstände aufgestellt, auch eine digitale Informationsveranstaltung wurde abgehalten. Eine Erklärung zum Wahlergebnis will die Pressestelle am morgigen Montag abgeben, Live zu hören bei Radio Sundfunk.

Ziel erreicht, wie geht es weiter?

Die Bürgerinitiative hat ihr Ziel erreicht, das Hotel in Meeschendorf darf nicht gebaut werden. Doch wie geht es weiter mit dem Grundstück? In ihren Veröffentlichungen macht sich die Initiative für eine Renovierung und Weiternutzung der bisherigen Bebauung stark. In ihren Werbebroschüren zum Wahlkampf werden Konzepte wie ein „Kids Summer Camp“ illustriert, hier gilt es jetzt mit Konzepten nachzulegen.

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