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Fehmarn
Freitag, Mai 29, 2020
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Fehmarns Wirtschaft plant die Zukunft – Nach Corona kommt der Aufbruch

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Ein Interview mit Doris Klemptner zu den neuen Arbeitskreisen auf Fehmarn.

Die Corona-Krise trifft die ganze Welt hart. Auch Fehmarn bleibt von den wirtschaftlichen Folgen nicht verschont. Hier auf der Insel hat jeder Betrieb, direkt oder indirekt, etwas mit dem Tourismus zu tun, etliche Wirtschaftszweige und Arbeitsplätze hängen damit zusammen.

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Kreativität im Moment – langfristig braucht es Struktur

Wie im ganzen Land gibt es auch auf der Insel verschiedene kreative Ideen, mit der aktuellen Situation umzugehen. Restaurants bieten Lieferservice an, kleine stationäre Unternehmen bieten Versand an und die große Kaufhauskette STOLZ greift das Konzept der individuellen Telefonberatung mit Videochat und WhatsApp-Bildern auf.

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Auch Videoprojekte und Livekonzerte wurden veröffentlicht und werden in abgewandelter Form nun immer wieder in den sozialen Medien aufgegriffen, um Signale an die Einheimischen und die Gäste zu senden. – Fehmarn. Gemeinsam. Gut so! 

Fehmarns Wirtschaftstreibende planen die Zukunft

Unternehmensberaterin Doris Klemptner. / Foto: Privat

Man merkt deutlich den Optimismus und die Überzeugung, wenn Doris Klemptner (52) über die von ihr initiierte Arbeitsgemeinschaft spricht. Die Unternehmensberaterin ist gebürtige Fehmaranerin und so liegen ihr die Insel und die Menschen persönlich sehr am Herzen.

„Ziel der Zusammenarbeit ist es, die Wirtschaftskraft auf der Insel zu erhalten und so die Unternehmensstandorte und die Arbeitsplätze zu sichern“, sagt sie gleich zu Beginn unseres Gesprächs. 

„Jetzt kommt Corona über uns“

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Wirtschaft auf Fehmarn stärken

„Ich habe mir überlegt: Was kann ich tun, damit die Wirtschaft sich bewegt, damit sie auch für die Zeit nach Corona gut aufgestellt ist? Wie kann ich mein Know-How einbringen und auch andere Überzeugen?“ erklärt sie den Antrieb hinter der Idee. „Hier auf der Insel gibt es bereits gute Verbindungen, so sind zum Beispiel die Bauern untereinander gut vernetzt und die Campingplatzbesitzer haben ebenfalls einen Sprecher. Bisher wurden so die Projekte intern umgesetzt, aber Kommunikation zwischen den Gruppen hat wenig stattgefunden. Hier setzen wir mit den projektbezogenen Arbeitskreisen an.“  

„Wenn wir die Krise gemeinsam meistern wollen, müssen wir uns zusammen vernetzen“

„Ich habe hier auf der Insel gezielt Personen und Unternehmen angesprochen, um so für viele verschiedene Projekte mit viel Kompetenz strategisch gut aufgestellt zu sein“ erklärt sie weiter. „Die Arbeitskreise haben das gemeinsame Ziel, die Wirtschaft auf Fehmarn insgesamt zu stärken und sich für die Zeit nach Corona gut aufzustellen. Wenn es einem wirtschaftlichen Bereich gut geht, wirkt sich das auch auf die anderen aus.“ 

„Das hat wirklich hervorragend geklappt!“

Erstes Arbeitskreistreffen auf Fehmarn findet virtuell statt

Was für die weltweit agierende Unternehmensberaterin beruflicher Alltag ist, ist für viele auf Fehmarn Neuland. So war zunächst die Befürchtung, dass die für vergangenen Donnerstag angesetzte Videokonferenz mit den Teilnehmern womöglich einige technische Hürden bereithält. „Aber das hat wirklich hervorragend geklappt“, sagt sie und freut ich über den reibungslosen Ablauf. „In der Einladung stand, dass man sich rund 10 Minuten vorher einwählen sollte, damit etwaige Probleme geklärt werden könnten, aber das war gar nicht notwendig.“

Viele Wirtschaftszweige und Unternehmen beteiligen sich am dem Arbeitskreis auf Fehmarn

Die Teilnehmerliste der ersten Videokonferenz kann sich sehen lassen. Aus beinahe jedem Bereich sind die Wortführer oder Unternehmensvertreter anwesend. Jens Peter Kohlhoff war für die Campingplatzbetreiber virtuell anwesend, Dr. Michaela Cornehl (Gesellschafterin Fachkliniken Fehmarn, Unternehmensberaterin Gesundheitswesen) und Andrea Schmidt (Geschäftsführerin Fachklinik Bellevue,  Bauherr & Steuerberaterin) vertraten den Gesundheitssektor, Stefan Schäfer (VR Bank und stellvertretender Vorsitzender des SV Fehmarn) sowie Alexandra Holbach (Sparkasse Ostholstein) und Gunnar Mehnert (Finanzausschuss Vorsitzender) waren für den Bereich der Finanzen zugeschaltet. Gunnar Müller vertrat als Bezirksvorsitzender den Kreisbauernverband, Holger Wilder den Fremdenverkehrsverein Puttgarden und Claus Küster die Initiative Pro Fehmarn, Initiatorin Doris Klemptner leitete durch die Sitzung.

Gunnar Müller (Bezirksvorsitzender den Kreisbauernverband) ist auch in den Arbeitskreisen vertreten. (Archivbild von der Debatte: Zukunft der Landwirtschaft am 07/03/2020 in Petersdorf auf Fehmarn / Foto: DENNIS ANGENENDT)

Bestandsaufnahme im Videochat – Wie ist die Lage auf Fehmarn

Zunächst wurde darüber gesprochen wo die Unternehmen in der aktuellen Corona-Krise stehen und was die größten Sorgen sind, aber auch, wie die Zusammenarbeit mit den Banken klappt. Dazu wurden auch Vertreter der Volksbank und der Sparkasse mit in die Arbeitskreise eingebunden. Von beiden Seiten wurde bestätigt, dass die Hilfen, die vom Bund und vom Land kommen, sehr unbürokratisch weitergegeben werden.

„Vorausgehen statt jammern – Arbeitskreise entwickeln Projektideen“

Arbeitsgruppe I – Entwicklung Ganzjahrestourismus

Im ersten Arbeitskreis, bestehend aus Andrea Schmidt (Geschäftsführerin Fachklinik Bellevue, Bauherr & Steuerberaterin) und Dr. Michaela Cornehl (Gesellschafterin Fachkliniken Fehmarn, Unternehmensberaterin Gesundheitswesen), werden Ideen und Projekte erarbeitet, welche sich mit der Möglichkeit des Ganzjahrestourismus im Hinblick auf das Gesundheitswesen beschäftigen.  

„Wir brauchen eine passende Infrastruktur im Hintergrund“

„Patienten in den Kliniken bleiben in der Regel 4-6 Wochen. Wenn es eine gewisse Infrastruktur im Hintergrund gäbe, könnte man in diesem Bereich mit einer Ganzjahres-Strategie hier weitere Einnahmequellen für die gesamte Insel aufbauen.“

Viele profitieren von einer Ausweitung der Angebote.

Nicht nur die Kliniken profitieren ja von den bis 400-500 Patienten mehr, sondern auch die Restaurants und andere Betriebe auf der Insel. So könnten verschiedene Reha-Maßnahmen oder Sportangebote über den SV Fehmarn realisiert werden.“ Auch Gunnar Mehnert (Finanzausschuss Vorsitzender) und Stefan Schäfer (VR-Bank und stellvertretender Vorsitzender des SV Fehmarn) sind Teil dieser Arbeitsgruppe, letzterer wäre somit auch der direkte Draht zwischen Kliniken und Verein. 

Arbeitsgruppe II – Heimatkunde und Heimatmuseum

Der zweite Arbeitskreis beschäftigt sich in erster Linie mit den Themen Heimatkunde und Heimatentwicklung im Hinblick auf die touristischen Umsetzungsmöglichkeiten. „Ein Kernthema wird zum Beispiel das Vorantreiben des Heimatmuseums sein“ beschreibt Klemptner den Arbeitsauftrag für die Gruppe. „Wir haben viele schöne Ausstellungen, die alle in privater Hand sind, nur das Heimatmuseum wirkt in diesem Vergleicht etwas abgeschlagen“ erklärt sie weiter.

Auch das Heimatmuseum ist Teil der Überlegungen. Es könnte modernisiert werden. / Foto: T.K.

„Das Museum ist eine Herzensangelegenheit von mir“

Der Stadt entgegenkommen und die Modernisierung des Museums vorantreiben

„Hier können wir als Wirtschaftstreibende auch der Stadt entgegenkommen und sagen: Wir übernehmen das Museum ehrenamtlich, modernisieren es und bringen es in ein Winterprogramm mit rein. Es gibt viele tolle Beispiele für spannende Museumskonzepte für Jung und Alt“, lässt sie ihre eigenen Erfahrungen in die Überlegungen mit einfließen. 

„Wir möchten Jung und Alt mit dem Museum begeistern“ 

Gerade in Bezug auf die landwirtschaftliche Geschichte und Entwicklung der Insel ist hier auch Gunnar Müller(Bezirksvorsitzender des Kreisbauernverband) in den Arbeitskreis mit eingebunden. Darüber hinaus sind hier noch Claus Küster (Pro Fehmarn) und Doris Klemptner mit der Ausarbeitung der Konzepte betraut. „Ich glaube, dass wir mit einer modernen Neuausrichtung, auch unter Zuhilfenahme neuer und digitaler Medien, viele Menschen in das Museum locken und von der Geschichte Fehmarns begeistern können.“ 

Arbeitsgruppe III – Organisation und Entwicklung

In der dritten Arbeitsgruppe gibt es gleich zwei Aufgabenfelder. Zum Einen werden die organisatorischen Umsetzungsmöglichkeiten der ausgearbeiteten Projekte geprüft „Hier wird zum Beispiel geguckt, welche Möglichkeiten bestehen schon, welche finanziellen Rahmen sind vorgegeben oder wo können noch Fördergelder beantragt werden“ sagt Doris Klempner. Dieser Teil der Arbeitsgruppe befasst sich also mit der konkreten Umsetzung der Projekte. 

Bei konkreten Projekten soll auch im Rathaus nach Fördermitteln angefragt werden. / Foto: Privat

„Kompetente Partner mit Expertenwissen sind für die Projekte wichtig.“

Tourismus gezielter nutzen und Möglichkeiten anpassen

In der Arbeitsgruppe III soll aber auch geschaut werden, welche Möglichkeiten es zur besseren Ausnutzung der touristischen Ströme gibt. „Überlegungen sind, ob die Saisonzeiten verlängert werden könnten um den Betrieben – zum Beispiel in Burg – so eine längere Bestuhlung außerhalb zu ermöglichen“ führt Doris Klemptner die Überlegungen aus. Aktuell ist die Außengastronomie über das Verwaltungsrecht geregelt, welches in dem Bereich genaue Vorgaben hat. 

Weihnachtsgeschäft intensiver nutzen 

„Außerdem haben wir von den Vermietern auf der Insel gehört, dass sie auch über Weihnachten genügend Gäste haben“ gibt Klemptner wieder. „So wäre zum Beispiel die Verlängerung des Weichnachtsmarktes eine Möglichkeit.“

In dieser Gruppe sind die Mitglieder Alexandra Holbach (Sparkasse Ostholstein), Jens Peter Kohlhoff (Camping Plätze), Holger Wilder (Vorsitzender Fremdenverkehrsverein Puttgarden) und Doris Klemptner vertreten. 

Mitstreiter und Ideen werden noch gesucht

„Wer sich von den Aktivitäten der Arbeitskreise angesprochen fühlt und sich mit einbringen möchte, ist herzlich willkommen“ betont Doris Klemptner. „Häufig sind auch aus einer Sondersituation heraus rechtliche Hürden nicht so hoch.“

Kontakt können Interessierte direkt mit Doris Klemptner aufnehmen: klemptnerdoris@googlemail.com

Arbeitskreise tagen kurzfristig, das nächste große Treffen – virtuell oder persönlich – ist für Mai angesetzt.

Der nächste Termin für ein weiteres Treffen ist für Anfang Mai geplant. „Hoffentlich dann nicht mehr per Videokonferenz, sondern auch persönlich“, fügt sie noch schnell an.

Zwischenzeitlich werden jedoch in den Arbeitsgruppen schon Ideen und Konzepte ausgearbeitet, welche dann vorgestellt und besprochen werden. 

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