Radio Sundfunk Abo-Bereich
Schleswig-Holstein Hamburg Sport
Einloggen
Kampfkunstschule Damo-Royal Martial Arts Academy war zu Gast in Wallnau

Ferien auf Fehmarn mit Kampfkunst und sozialer Komponente

„Dass die Kinder und Familien über den Sport hinaus Gemeinschaft erfahren, ist ganz wichtig für den Verband, gerade jetzt während der Pandemie“: Sieben Tage war die Gruppe auf dem Campingplatz Wallnau. / FOTO: HILKE HAHN-WOLFF
Fehmarn. Die „Kampfkunstschule Damo-Royal Martial Arts Academy“ war eine Woche zu Gast auf dem Campingplatz in Wallnau auf Fehmarn.

Eine Woche Ferien mit Kampfkunst-Programm auf dem Campingplatz „Strandcamping Wallnau“ auf Fehmarn haben sie hinter sich – gestern ging es zurück nach Hause. 33 Teilnehmer/-innen der „Kampfkunstschule Damo-Royal Martial Arts Academy“, aus den verschiedensten Ecken Nordrhein-Westfalens, von Vereinen, die dem Verband angehören.

Toni Finken-Schaffrath hat den zehnten Dan

Toni Finken-Schaffrath aus Mönchengladbach ist Cheftrainer bei der Kampfkunstschule Damo-Royal Martial Arts Academy. „Ich bin sehr weit, mache das schon paar Jährchen und mir liegt das auch ganz gut, das hat sich so entwickelt im Laufe der Jahre“, gibt er sich bescheiden. Er hat den höchsten Grad, den zehnten Dan.

Toni Finken-Schaffrath hat den höchsten Grad, den zehnten Dan. / FOTO: HILKE HAHN-WOLFF

Viele Eltern haben gar kein Geld mehr

„Wir haben Kinder dabei, die ,sozial schwach‘ sind, die nehmen wir mit. Gerade jetzt, in Zeiten der Pandemie, gibt es viele Eltern, die gar kein Geld mehr haben. Es ist wichtig, sie zu unterstützen. Und wir haben selbst eine schöne Zeit hier und können die Kinder aus unseren Vereinen unterstützen, das ist das Wesentliche. Die soziale Komponente ist auch hier auf dem Platz ganz wichtig“, führt er aus.

„Es ist schön, wenn man den Leuten damit helfen kann“

Toni Finken-Schaffraths Dank gilt vor allem „Gnomi“ Ralf Dormanns, dem Landesvertreter des Verbandes, für die „tolle Unterstützung auf dem Platz“ und Gunnar Mehnert, „dass er uns den Raum gibt, uns zu verwirklichen“ – der Aufenthalt auf dem Campingplatz Wallnau war in diesem Jahr kostenfrei. Der Campingplatzbetreiber findet: „Es ist schön, wenn man den Leuten damit helfen kann, dass sie sich hier mal eine Woche dem Sport widmen und die Gedanken in andere Richtungen schweifen lassen können. Und wenn du dadurch verhinderst, dass einer abrutscht, hast du schon ganz viel gewonnen, das ist für mich das Ausschlaggebende.“

„Wir haben einen Auftrag hier. Die soziale Komponente ist besonders wichtig.“ / FOTO: HILKE HAHN-WOLFF

Sonderurlaub fürs Feriencamp

„Dass die Kinder und Familien über den Sport hinaus Gemeinschaft erfahren, ist ganz wichtig für den Verband, gerade jetzt während der Pandemie“, erklärt Frank Jost, der in Oberhausen eine Kampfkunstschule betreibt. Außerdem arbeitet er in Düsseldorf als Sozialpädagoge: „Ich habe von meinem Arbeitgeber, der Stadt Düsseldorf, sogar Sonderurlaub für diese Woche bekommen.“

„Da sind wir keine Erbsenzähler“

„Es geht nicht ums Geld. Wir machen das alles kostenfrei und legen meist noch was drauf“, erzählt Toni Finken-Schaffrath. „Im letzten Jahr hatten wir Kinder mit, die hatten kein vernünftiges Zelt. Da hat Gnomi erstmal ein vernünftiges Zelt geholt und ich habe ihnen jeden Tag Taschengeld gegeben, damit sie mal ein Eis essen konnten“, blickt er zurück. „Da sind wir keine Erbsenzähler. Wir haben denen seit Jahren das erste Mal einen Urlaub ermöglichen können“, zeigt er sich erfreut.

Die Menschen sollen sich entwickeln können

„Natürlich haben wir auch Spaß untereinander“, so die Großmeister übereinstimmend. / FOTO: HILKE HAHN-WOLFF

Frank Jost erinnert sich: „Bei Kindern, die letztes Jahr dabei waren, haben wir in der einen Woche hier gesehen, wie die Sozialkompetenz gestiegen ist. Die sind hier angekommen und kannten das nicht, dass alle sich gegenseitig geholfen haben. Nach ein paar Tagen haben sich die Kinder ganz anders verhalten.“ „Wir haben einen Auftrag hier“, ergänzt Toni Finken-Schaffrath. „Die soziale Komponente ist besonders wichtig.“ „Natürlich haben wir auch Spaß untereinander“, so die Großmeister übereinstimmend, „aber das ist eine Symbiose, die dabei entsteht. Die soziale Komponente darf man dabei nie vergessen. Wir holen die Leute da ab, wo sie sind, damit sie sich entwickeln können. Eine ähnliche Grundhaltung Menschen gegenüber führt uns zusammen. Das, was wir tun, das leben wir auch.“

Schwert, Selbstverteidigung, Kung Fu, Karate

Sieben Tage war die Gruppe auf dem Campingplatz Wallnau. Das Sportprogramm „zum reinschnuppern“ wurde morgens mit Tai Chi eröffnet und dauerte bis 16 Uhr. Messer und Stock (aber nur für Erwachsene), Schwert, klassische Kampfkunst im Chinesischen, Selbstverteidigung, Kung Fu, Karate konnten ausprobiert werden. Pflicht war die Teilnahme jedoch nicht, auch wenn die meisten die Gelegenheit täglich nutzten, gab es auch „Raum zum gestalten“, für einen Besuch bei den Alpakas oder einen Ausflug nach Burg.

Kampfkunst schult die mentale Ebene

„Kampfkunst schult die mentale Ebene“, erläutert Toni Finken-Schaffrath, „sie ist ganz wichtig für die Konzentration, gerade bei Kindern. Motorik und Disziplin werden vermittelt, Selbstbewusstsein wird aufgebaut. Die Kinder werden bei uns mit ihren Stärken und Schwächen abgeholt und wir geben ihnen das, was sie brauchen. Wir vermitteln ihnen wahre Werte, die sie im Alltag reflektieren können.“

https://kampfkunst-damo.de/

Dir gefällt dieser Artikel? – Es steckt viel Arbeit drin!
Wir bieten Ihnen und Euch exklusiven Journalismus. Bei uns stimmt die Qualität der Berichterstattung. Fake-News haben bei uns keine Chance. Wir sind rund um die Uhr im Bereitschaftsdienst. Im Journalismus gelten – wie in so vielen anderen Berufen – Sonn- und Feiertage nicht.
Warum wir das tun? Aus Überzeugung.
Weil wir diesen Anspruch an uns selber haben. Weil wir der Auffassung sind, dass gute journalistische Arbeit das eben verlangt. Weil wir es wichtig finden, Sie, liebe Leserinnen und Leser, zu jeder Zeit – und das meinen wir wörtlich – möglichst schnell und umfassend zu informieren. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, das ganze Jahr über, auch an Sonn- und Feiertagen. Und weil wir mit Herzblut bei der Sache sind.
Unterstütze uns bei unserer täglichen Arbeit
JETZT SPENDEN
© 2020-2021 sundfunk.de