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Gemeinsame Abschlussübung der Wehren Dänschendorf und Westfehmarn

„Höhenrettung ist ein sehr wichtiges Thema“

Ein wichtiges Thema der Abschlussübung: Die Höhenrettung. Oben sicherten die Kameraden die "Person" auf der Schleifkorbtrage, von unten half der Petersdorfer Ortswehrführer Kim Schneider. / FOTO: HILKE HAHN-WOLFF
Fehmarn. Am Samstag, dem 19. November 2022, fand die diesjährige Abschlussübung der Freiwilligen Feuerwehren Dänschendorf und Westfehmarn statt.

Am gestrigen Samstag, dem 19. November 2022, fand die diesjährige Abschlussübung der Freiwilligen Feuerwehren Dänschendorf und Westfehmarn statt. Übungsort war die Hofstelle Carbuhn, Middeldor 20, in Dänschendorf auf Fehmarn. Die Alarmierung erfolgte pünktlich um 14.45 Uhr durch die Integrierte Rettungsleitstelle Süd (IRLS) zu einer „unklaren Rauchentwickling nach Dänschendorf“.

Ein umfangreiches Übungsprogramm

Bei Außentemperaturen um die vier Grad versorgten die Kamerad/innen die vielen Zuschauenden, die sich gern vom Können der Wehren überzeugen wollten, mit warmen Getränken, Süßigkeiten und Lebkuchen. Denn ein umfangreiches Übungsprogramm hatte Dänschendorfs stellvertretender Ortswehrführer Jörg Wiese für die Kameradinnen und Kameraden ausgearbeitet – zwei Stunden lang wurde der Ernstfall geprobt. „Wir haben in Dänschendorf ja nicht viele Objekte, die man so groß beüben kann. Und da habe ich  mir etwas einfallen lassen.“

Hatte sich ein umfangreiches Übungsszenario einfallen lassen: Dänschendorfs stellvertretender Ortswehrführer Jörg Wiese. / FOTO: HILKE HAHN-WOLFF

38 Kamerad/innen waren im Einsatz

Insgesamt befanden sich bei den drei verschiedenen Szenarien 38 Kamerad/innen der beiden Freiwilligen Feuerwehren im Einsatz, davon sind zwölf Atemschutzgeräteträger/innen, von denen aber vor Ort nur acht benötigt wurden, verdeutlichte Dänschendorfs Ortswehrführer Christian Dohrn-Blanck, dem die Einsatzleitung oblag.

Die Einsatzleitung oblag Christian Dohrn-Blanck, Ortswehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Dänschendorf auf Fehmarn. / FOTO: HILKE HAHN-WOLFF

„In einer zuvor vernebelten landwirtschaftlich genutzten Lagerhalle, in der sich rund 2.500 bis 3.000 Strohballen und vier Dieseltanks mit circa 8.000 Litern Diesel befanden, wurden mehrere Kinder vermisst“, lautete die Annahme. Hier mussten die Menschen gerettet, die Wasserversorgung hergestellt und eine Atemschutz- und Verletztensammelstelle eingerichtet werden.

Schwelbrand in der mit Stroh gefüllten Scheune

Einsatz für die Atemschutzgeräteträger/innen. / FOTO: HILKE HAHN-WOLFF

Konkret wurde als erstes Szenario ein Schwelbrand in der Scheune angenommen: Sechs Personen galten darin als vermisst. „Fünf davon befanden sich im Endeffekt in der Scheune und wurden durch Atemschutzgeräteträger/innen gerettet“, bilanzierte Christian Dohrn-Blanck: „Ein Kind ist verängstigt auf das Baugerüst geklettert und wurde dann durch einen Leiterhebel von dem Gerüst gerettet.“

Das Kind flüchtete auf ein Baugerüst

Die Wasserversorgung wurde hergestellt. / FOTO: HILKE HAHN-WOLFF

„Das Kind gehörte dazu, ist geflüchtet, auf das Gerüst gelaufen und hat sich da versteckt“ erläuterte stellvertretender Ortswehrführer Jörg Wiese. „Das ist ein sehr wichtiges Thema, diese Höhenrettung. Es kann ja mal aus einem Haus aus einer oberen Etage eine Rettung erforderlich sein.“ Und schließlich soll die Abschlussübung auch abwechslungsreich sein, „alle Kamerad/innen sollen eine Aufgabe zu erfüllen haben“, ist der Wehrführung wichtig.

Einsatz des Leiterhebels

Oben auf dem Gerüst musste eine Puppe auf der Schleifkorbtrage befestigt werden. / FOTO: HILKE HAHN-WOLFF

Eine interessante Darstellung war das zweite Thema der Abschlussübung für die Zuschauenden allemal. Wie die Kameraden oben auf dem Gerüst eine Puppe auf der Schleifkorbtrage befestigten und diese dann über die Steckleiter mit der Hilfe von Kameraden, die von unten die Trage sicherten, langsam hinab gleiten ließen, sieht man schließlich nicht alle Tage.

Spannend auch der gestellte „Verkehrsunfall“

Durch die zuvor entfernte Heckscheibe zwängte sich ein Kamerad ins Fahrzeuginnere. / FOTO: HILKE HAHN-WOLFF

Spannend auch der gestellte „Verkehrsunfall“, der „während des Rückbaus passierte“. Fachmännisch wurde die durch eine Puppe dargestellte Person im Inneren des „verunfallten“ und dadurch auf der Seite liegenden Fahrzeugs mit Schere und Spreizer herausgeholt und fachmännisch gerettet. Doch bevor es soweit war, gab es noch Einiges für die Kamerad/innen zu tun.

Die Heckscheibe wurde eingeschlagen, das Dach entfernt

Ganz schön eng... / FOTO: HILKE HAHN-WOLFF

„Die Person ist ansprechbar, angeschnallt, aber klemmt mit den Beinen unter der Armatur – ein bisschen Blut ist zu sehen.“ Die Kameradin hockte neben dem Auto, beruhigte die verletzte „Person“ und gab den Kameraden die Lage durch. An die „Person“ erging dann der Hinweis: „Es wird jetzt einmal laut, sie hören ein Splittern, dann kommt jemand zu ihnen hinein.“ Die Heckscheibe wurde eingeschlagen, durch dieses Loch zwängte sich ein Feuerwehrkamerad, um im Ernstfall diese Hilfe leisten zu können. Anschließend wurde das Dach entfernt, damit die „verletzte Person“ sowie der Kamerad aus dem Fahrzeug befreit werden konnten.

„Die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut“

Das Auto wurde auseinander genommen. / FOTO: HILKE HAHN-WOLFF

Im Anschluss dankte stellvertretender Bürgermeister Heinz Jürgen Fendt den Kameradinnen und Kameraden für die  geleistete Arbeit: „Zunächst einmal möchte ich Jörg Wiese für die gute Vorbereitung danken, die er für diese Abschlussübung geleistet hat“, erklärte Heinz Jürgen Fendt. „Es hat sich wieder gezeigt, dass die Zusammenarbeit zwischen den Ortswehren Dänschendorf und Westfehmarn sehr gut funktioniert. Man hat gesehen, dass die Feuerwehrkameradinnen und -kameraden motiviert waren, hier zu arbeiten und den Einsatz entsprechend durchzuführen. Sie haben ruhig und konzentriert an dieser Sache gearbeitet und ich denke, das ist ein großes Lob wert“, so der stellvertretende Bürgermeister.

Dringender Appell an die Einheimischen

Dänschendorfs Ortswehrführer Christian Dohrn-Blanck im Gespräch mit Gemeindewehrführer Torsten Steffen. Ihr dringender Appell: Die Feuerwehren Fehmarns brauchen mehr Mitglieder. / FOTO: HILKE HAHN-WOLFF

Sehr zufrieden zeigten sich auch Dänschendorfs Ortswehrführer Christian Dohrn-Blanck und sein Stellvertreter Jörg Wiese mit dem Verlauf der diesjährigen Abschlussübung. „Es hat alles wunderbar geklappt.“ Sorgen bereitet nur weiterhin die knappe Zahl der Mitglieder. Die Soll-Zahl liegt bei 27 aktiven Kamerad/innen, denn auf ein einsatztaktisches Fahrzeug (ein großes Löschfahrzeug) passen neun Personen. „Wir in Dänschendorf sind gerade untere Grenze“, gibt Ortswehrführer Christian Dohrn-Blanck zu bedenken. „Wir sind 26 aktive Kamerad/innen, davon drei Zweitmitglieder, also regulär nur 23 Mitglieder. Alle Feuerwehren Fehmarns brauchen mehr Mitglieder“, ergeht daher noch einmal sein dringender Appell.

ALLE FOTOS: © HILKE HAHN-WOLFF

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