Radio Sundfunk Abo-Bereich
Einloggen
Das Kinder- und Jugendparlament der Stadt Fehmarn tagte

Jugendliche bringen frischen Wind in die Kommunalpolitik

Leah Schmidt, 1. Vorsitzende des Kinder- und Jugendparlaments der Stadt Fehmarn. / Foto: Hilke Hahn-Wolff
In diesem Beitrag: „Wir würden uns neue Räumlichkeiten wünschen“ Kandidat/innen fürs KiJuPa 2021 werden gesucht „U 18 Wahl“ steht auf dem Programm Verlängerung des Fördermittelzeitraums Gemeinsame Ortsbegehung angeregt „Spielplatz ist uns eine Herzensangelegenheit“ Sicherheit für den Schulweg „Erweiterte Öffnungszeiten wären sinnvoll“ Planstelle für Inseljugendpflegerin gewünscht Auch die „große Politik“ machte sich schon Gedanken Mülltrennung in der Schule Überdachung mit Solar-Panele „Ein tolles Projekt, weiter so!“ Interne Besprechung für weitere Idee
Fehmarn. Das Kinder- und Jugendparlament der Stadt Fehmarn beriet über die Schaffung einer zweiten Planstelle für die Jugendpflege.

Zu seiner pandemiebedingt erst dritten öffentlichen Sitzung lud das Kinder- und Jugendparlament (KiJuPa) der Stadt Fehmarn am Mittwochabend in die Mensa der Inselschule. An Ideen, frischen Wind in die Kommunalpolitik zu bringen, mangelt es den Jugendlichen nicht.

„Wir würden uns neue Räumlichkeiten wünschen“

Erste Vorsitzende Leah Schmidt stieg gleich mit einer Mitteilung in die Tagesordnung ein. „Inselcafé und Stadtbücherei sind energetisch nicht in bestem Zustand und beide viel zu klein. Wir würden uns neue Räumlichkeiten wünschen, einen Neubau, den auch die VHS nutzen könnte.“ Diese drei Institutionen unter einem Dach unterzubringen, wäre sinnvoll, da oft vom selben Publikum frequentiert, so die erste Vorsitzende.

Kandidat/innen fürs KiJuPa 2021 werden gesucht

In der Planung befinden sich bereits die Landeswahlen, gab Leah Schmidt bekannt. In diesem Jahr wird das Kinder- und Jugendparlament Fehmarns neu gewählt: „Jugendliche, die kandidieren möchten, können sich gerne bei uns oder im Inselcafé melden.“ Damit die Wahl werbewirksam gut durchgeführt werden kann, wurden bereits Materialien angefragt.

„U 18 Wahl“ steht auf dem Programm

Das Kinder- und Jugendparlament will Präsenz zeigen und vor der Bundestagswahl eine "U 18 Wahl" durchführen. / Foto: hhw

Bezüglich der anstehenden Bundestagswahl im September 2021 sollen die Kinder und Jugendlichen „näher ans Thema herangeführt werden“, so die erste Vorsitzende des KiJuPas. „Wir wollen gucken, was gewünscht wird und ein Stimmungsbild ermitteln.“ Deshalb soll wieder eine „U 18 Wahl“ stattfinden, in Zusammenarbeit mit der Schule sowie der Inseljugendpflege. Denn: „Politische Bildung ist eine gute Sache“, befand Leah Schmidt, „und wir möchten auch Präsenz zeigen.“

Verlängerung des Fördermittelzeitraums

Bislang erfolgten keine Bewerbungen auf die Ausschreibung für einen Spielplatz in Dänschendorf, weil der Förderzeitraum nur bis zum 30. September 2021 angesetzt war, hieß es seitens der Verwaltung. Ende April wurde eine erneute Ausschreibung gestartet, da der Stadt eine Verlängerung des Fördermittelzeitraums bis März 2022 gewährt wurde.

Gemeinsame Ortsbegehung angeregt

Jörg Josef Wohlmann (SPD) regte eine gemeinsame Ortsbegehung in Dänschendorf an. / Foto: Hilke Hahn-Wolff

Jörg Josef Wohlmann (SPD) hatte eingangs bereits eine gemeinsame Ortsbegehung angeregt: „Ich bin so ein bisschen der Ideengeber des Projekts. Die Ausschreibung hakt ein bisschen.“ Um besser zu definieren, was überhaupt gewünscht wird, wäre ein Treffen sinnvoll. Die Dorfgemeinschaft könne dann eventuell später auf den Spielplatz achten, fügte er hinzu. „Das ist gut zu wissen“, dankte Leah Schmidt ihm für die Idee.  

„Spielplatz ist uns eine Herzensangelegenheit“

Der neue Spielplatz in Dänschendorf sei dem Kinder- und Jugendparlament eine „Herzensangelegenheit“, formulierte Leah Schmidt. Wir haben viele Spielplätze auf Fehmarn, aber keine inklusiven. Eingliederung ist sehr schön, die sollte man stärken.“ Jugendpfleger Michael Likus vermutete, dass sich durch den Boom der Baubranche, verbunden mit der kurzen Frist, bislang kein Bewerber gefunden habe: „Wir haben eine Mittel-Übertragung erreicht. Das Projekt wird gefördert durch die Aktiv-Region, deshalb ist es wichtig, das zu sichern.“

Sicherheit für den Schulweg

Die Straßenquerung am Niendorfer Platz in Burg behalte das KiJuPa „auch weiter im Hinterkopf“, so die Vorsitzende. Dort solle ein Zebrastreifen eingerichtet werden, um die SIcherheit auf dem Schulweg zu gewährleisten. Wegen der Pandemie habe die eigentlich geplante Erhebung nicht durchgeführt werden können, bedauerte Jugendpfleger Michael Likus, der auch als Geschäftsführer des Kinder- und Jugendparlaments fungiert. Zwar handle es sich um eine Kreisstraße: „Aber auch dort ist Partizipation möglich. Vielleicht wirkt es mehr, wenn ihr euch direkt an den Kreis wendet und nicht die Stadt diesen Antrag stellt“, wandte er sich an die Jugendlichen.

„Erweiterte Öffnungszeiten wären sinnvoll“

"Erweiterte Öffnungszeiten des Jugendcafés, auch in den Ferien und an Wochenenden, wäre sinnvoll." / Foto: hhw

Einstimmig erging der Beschluss, eine Empfehlung an die Verantwortlichen für die Schaffung einer zweiten Planstelle für eine Inseljugendpflegerin zu geben. „Viel mehr könnte möglich sein“, fasste die Vorsitzende die Überlegungen des KiJuPas zusammen. Erweiterte Öffnungszeiten, auch in den Ferien und an Wochenenden, wären sehr sinnvoll.

Planstelle für Inseljugendpflegerin gewünscht

„Wir würden uns eine Inseljugendpflegerin wünschen“, verdeutlichte Leah Schmidt. „Mädchen wollen sich mit ihren Problemen vielleicht nicht unbedingt an eine männliche Person wenden.“ „Wir müssen gendern“, fügte Michael Likus hinzu: „Seit 22 Jahren bin ich hier Jugendsozialarbeiter mit Engagement. Ich habe immer wieder Grenzen sehen müssen“, unterstrich er, dass auch er die Schaffung einer zweiten Planstelle als sinnvoll erachtet.

Michael Likus, Geschäftsführer des Kinder- und Jugendparlaments: "Seit 22 Jahren bin ich hier Jugendsozialarbeiter mit Engagement. Ich habe immer wieder Grenzen sehen müssen." / Foto: hhw

Auch die „große Politik“ machte sich schon Gedanken

Kai Schumacher (F3) wies darauf hin, dass auch die „große Politik“ sich schon Gedanken darüber gemacht habe und erinnerte an das Handlungsfeld 5, „Familienfreundliches Fehmarn“ der strategischen Ziele der Stadt, wo festgelegt ist: „Die Stadt Fehmarn will den Bereich Jugendpflege dauerhaft stärken“. Dies sollte in den Beschluss mit aufgenommen werden, riet er den Jugendlichen. Auch Gunnar Gerth-Hansen (SPD) griff diesen Gedanken auf und erklärte, dass das Kinder- und Jugendparlament ruhig konkrete Ideen festlegen solle: „Das ist völlig legitim.“

Mülltrennung in der Schule

Der elfte Jahrgang der Inselschule habe sich mit dem Thema Nachhaltigkeit beschäftigt, erläuterte Leah Schmidt. Dabei kam die Frage auf, wie in der Schule eine bessere Mülltrennung erfolgen könne. „Bislang gibt es nur Mülleimer ohne Trennung“, kritisierte die erste Vorsitzende, „in Klassenräumen sind sie Mangelware“. Die Klassen sollten selbst dafür verantwortlich sein, das würde auch die Putzkräfte entlasten, fügte sie hinzu. Der Beschluss, dass für die bedarfsgerechte Müllentsorgung zusätzliche Behälter für Verpackung, Altpapier und Glas angeschafft werden sollen, erging mit 5 Ja-Stimmen und 2 Enthaltungen (David Remling, André Knierim).

Überdachung mit Solar-Panele

Eine Überdachung der Fahrradständer wünscht sich das KiJuPa. "Auf den Dächern könnten Solar-Panele installiert werden", so der Vorschlag. / Foto: hhw

Ein weiterer Aspekt des Projekts „Nachhaltigkeit“ kam zur Sprache. Viele Schüler/innen fahren mit dem Fahrrad zur Schule. Die Anzahl der Fahrradständer würde jedoch nicht ausreichen, auch eine Überdachung fehle, bemängelte Leah Schmidt. „Nasse Räder sind blöd. Eine Überdachung wäre sehr sinnvoll und könnte mit wenig Aufwand verwirklicht werden. Auf den Dächern könnten Solar-Panele installiert werden.“ Der dort erzeugte „grüne“ Strom könne beispielsweise für E-Bikes oder E-Autos genutzt werden oder der Schule zur Verfügung gestellt werden, fuhr die Vorsitzende fort. Nico Paulsen gab zu bedenken: „Bei E-Bikes gibt es keine einheitlichen Ladestationen“ und fürchtete außerdem, dass es zu Diebstahl kommen könne.

„Ein tolles Projekt, weiter so!“

„Ein tolles Projekt, weiter so!“, lobte Kai Schumacher (F3) und gab den Tipp, diesbzeüglich die strategischen Ziele und auch das Mobilitätskonzept der Stadt zu überprüfen. Auch der von der Stadt Fehmarn ausgerufene Klimanotstand könne dem Projekt nützen. Außerdem könnte es Interessenten geben, die vorhandene Solarpanelen gern nutzen und dafür zahlen würden. Nico Paulsen spann diesen Gedanken gleich weiter: „Mit dem Geld könnte man dann andere Projekte finanzieren.“

Interne Besprechung für weitere Idee

Eine weitere Idee war, auch auf dem Altbau der Schule Solarpanelen zu installieren, dies soll aber erst noch intern im KiJuPa besprochen werden. Mit vier Ja-Stimmen und drei Enthaltungen (Gene Wahl, David Remling, Nico Paulsen) erging schließlich der Beschluss des Kinder- und Jugendparlaments, dass die Fahrradständer an der Inselschule überdacht und mit Solar-Panelen versehen werden sollen.

Weitere Informationen
Dir gefällt dieser Artikel? – Es steckt viel Arbeit drin!

Wir bieten Ihnen und Euch exklusiven Journalismus. Bei uns stimmt die Qualität der Berichterstattung. Fake-News haben bei uns keine Chance. Wir sind rund um die Uhr im Bereitschaftsdienst. Im Journalismus gelten – wie in so vielen anderen Berufen – Sonn- und Feiertage nicht.

Warum wir das tun? Aus Überzeugung.

Weil wir diesen Anspruch an uns selber haben. Weil wir der Auffassung sind, dass gute journalistische Arbeit das eben verlangt. Weil wir es wichtig finden, Sie, liebe Leserinnen und Leser, zu jeder Zeit – und das meinen wir wörtlich – möglichst schnell und umfassend zu informieren. 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, das ganze Jahr über, auch an Sonn- und Feiertagen. Und weil wir mit Herzblut bei der Sache sind.

Unterstütze uns bei unserer täglichen Arbeit
Jetzt 
© 2020-2021 sundfunk.de