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Plastiktüten im Bioabfall im Kreis Ostholstein sind ein Problem

Kampagne „Kein Plastik in die Biotonne“ startet

Die Qualität des Bioabfalls in Ostholstein soll verbessert werden, wünschen sich Abfallberaterin Johanna Nindel und Michael Rakete, Geschäftsbereichsleiter Abfallwirtschaft. Dazu beitragen soll die Kampagne "Kein Plastik in die Biotonne". / Foto: ZVO
In diesem Beitrag: Umwandlung zu Bioenergie Plastiktüten bestehen meist aus Erdöl Zerfallszeiten überschreiten Produktionszeiten Nachhaltige Verwertung
Fehmarn. ZVO und #wirfuerbio starten Offensive gegen Störstoffe im Bioabfall.

„Der Störstoffanteil im Bioabfall im Kreis Ostholstein ist zu hoch. Plastiktüten sind das größte Problem. Durch das Plastik im Bioabfall wird ein eigentlich biologischer und verlustfreier Energiekreislauf maßgeblich gestört. Wertvolle Ressourcen gehen verloren“, bezieht der Zweckverband Ostholstein (ZVO) jetzt Stellung. Gemeinsam mit siebzig weiteren Abfallwirtschaftsbetrieben in Deutschland möchte der ZVO erreichen, dass Plastiktüten und „kompostierbare“ Plastiktüten aus den Biotonnen verbannt werden. Dies soll mit der Kampagne #wirfuerbio erreicht werden.

Umwandlung zu Bioenergie

In den 34.000 Biotonnen im Kreis Ostholstein befinden sich laut ZVO zu viele Störstoffe, welche die Produktion von Biokompost stören. Den Plastikanteil bezeichnet Michael Rakete, Geschäftsbereichsleiter Abfallwirtschaft, als gravierend: „Bioabfall ist ein Rohstoff und ein wichtiger Beitrag zum Umweltschutz.“ Die größte Herausforderung seien dabei Plastiktüten, erklärt er: „Wir verarbeiten die Bioabfälle zu Kompost; seit diesem Jahr werden sie bei den Lübecker Entsorgungsbetrieben zudem zu Bioenergie umgewandelt. Die Umwandlung in Bioenergie und Biokompost funktioniert nur mit reinem Bioabfall – frei von Plastik und anderen Störstoffen.“

Plastiktüten bestehen meist aus Erdöl

Der ZVO betont: "Plastiktüten gehören nicht in den Biomüll." / Foto: ZVO

„Plastiktüten bestehen meist aus Erdöl und benötigen rund zwanzig Jahre, um sich zu zersetzen. Zerfallen zu Mikroplastik, können herkömmliche Plastiktüten aber nicht mehr vom fertigen Rohkompost getrennt werden“, betont der ZVO. Auch kompostierbare Plastiktüten dürfen einen Anteil Erdöl enthalten, der zwar grundsätzlich biologisch abbaubar sein muss, aber Probleme bereiten kann.“

Zerfallszeiten überschreiten Produktionszeiten

Denn die dabei vorgeschriebenen Zerfallszeiten überschreiten die Produktionszeiten in den Anlagen des ZVO: „In der Sortierung im Vorfeld der Kompostierung sind diese Tüten außerdem nicht von konventionellen Plastiktüten zu unterscheiden. In der Folge landet das Plastik auf den Äckern, kann über durchlässige Böden ins Grundwasser versickern und somit in die Nahrungskette gelangen.“

Nachhaltige Verwertung

Als Gründungsmitglieder der Umweltaktion – die von Fahrzeugaufschriften bis zu Social Media Einträgen reicht – fordert der ZVO seine Kund/-innen auf: „Unser Ziel ist die nachhaltige Verwertung von Bioabfällen, denn davon haben wir alle etwas: ökonomisch und ökologisch. Machen Sie mit und trennen Sie sich von Ihrer Plastiktüte. Kein Plastik in die Biotonne.“

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