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Kunsthandwerk in Petersdorf – „Handgemacht“ zu Gast auf Fehmarn

Bereits am frühen Morgen kamen die ersten Besucher zum schauen, stöbern, kaufen. / Foto: hhw
In diesem Beitrag: "Wir brennen für Sie" Kunstwerke vom Plasmaschneider Vier Monate Zwangspause wegen Corona Eine Strandvilla im Miniaturformat Veranstalter zufrieden mit dem Verlauf
Fehmarn. Korbwaren, Taschen und Schmuck. Dekoartikel, Kleidung und kulinarische Genüsse aus verschiedenen Ländern: „Handgemacht!“ unter diesem Motto laden die Betreiber*innen der 42 Stände rund um den Petersdorfer Dorfteich auch noch am morgigen Sonntag zum schauen, stöbern und verweilen ein.

Am letzten Wochenende im August steht hier der schon traditionelle Kunsthandwerkermarkt auf dem Programm. Maskenpflicht, die Bitte um ausreichend Abstand sowie eine gut sichtbare „Einbahnstraßen-Regelung“ sorgen für die nötige Sicherheit – das Konzept wird von allen voll akzeptiert“, zeigen sich die Veranstalter Ingrid und Ulrich Berkau zufrieden.

„Wir brennen für Sie“

„Wir brennen für Sie!“ Rosita und Werner Popp sind „Feuer und Flamme“ für ihr ausgefallenes Kunsthandwerk. / Foto: hhw

„Wir brennen für Sie“, sind Rosita und Werner Popp im wahrsten Sinne des Wortes Feuer und Flamme für ihr Kunsthandwerk „fire-flame“ – exklusive  Feuerstellen mit den schönsten Motiven. Ob im maritimen Stil mit Leuchtturm, Anker und Dreimastbark, oder inspiriert von der Natur mit Wildschweinbande, Eule oder Sonnenblume – diese Feuerstellen passen garantiert in jeden Garten.

Kunstwerke vom Plasmaschneider

Vor etwa zehn Jahren begannen sie mit der Herstellung, erinnert sich Rosita Popp: „In den sonst üblichen Feuerschalen herumzustochern, ist gefährlich, besonders für Kinder – bei unseren Werken ist das Feuer geschützt“, hebt sie den Sicherheitsaspekt ihrer Feuersäulen hervor. Diese bestehen aus Stahl – etwa 25 Kilo schwer sind die großen Industrie-Rohlinge. Ein Kollege entwirft die Motive, beim Plasmaschneiden mit einem computergesteuerten Brenner entstehen dann die Kunstwerke.

Vier Monate Zwangspause wegen Corona

Gerade haben sie – bedingt durch die Auswirkungen der Pandemie – vier Monate Zwangspause überwunden. Keine leichte Zeit für Kunsthandwerker und Veranstalter. „Wir sind sonst jedes Jahr noch vier Wochen auf dem Weihnachtsmarkt in Westerland auf Sylt, das hilft uns über den Winter“, erzählt Werner Popp. Noch steht bekanntlich nicht fest, wo und in welchem Umfang es überhaupt Weihnachtsmärkte geben wird. „Viele Existenzen der Kollegen hängen am seidenen Faden“, weiß er zu berichten, „wir zittern von Woche zu Woche. Denn die Betriebskosten laufen ja weiter“, gibt er zu bedenken. Das Geschäft auf dem Kunsthandwerkermarkt in Petersdorf laufe jedoch „verhältnismäßig gut“ – und das Wetter spielt auch mit. Bei spätsommerlichen Temperaturen fanden bislang schon viele Einheimische und Urlauber den Weg in die „Metropole des Inselwestens“.

Eine Strandvilla im Miniaturformat

Auch Susanne Schaffraths Dekoartikel sind reine Handarbeit. / Foto: hhw

Für Ausstellerin Susanne Schaffrath ist ihr Kunsthandwerk – Dekoartikel aus Holz, vom beleuchteten Mond bis zur „Strandvilla“ im Miniaturformat – „nur ein Hobby“. Wenn auch ein ganz besonderes, das sich irgendwann „verselbstständigt hat“. Über zwanzig Jahre ist sie mit viel Freude dabei, „die Ideen werden immer mehr“, erzählt sie lachend, „nur die Zeit darf man nicht rechnen.“ Ihre Werke sind reine Handarbeit, „alles wurde von mir persönlich gefertigt“, betont sie.  

Veranstalter zufrieden mit dem Verlauf

„Das Sicherheitskonzept wird von allen voll akzeptiert.“ Auch sonst zufrieden mit dem Verlauf des Petersdorfer Kunsthandwerkermarktes zeigen sich die Veranstalter Ingrid und Ulrich Berkau. / Foto: hhw

„Für Corona-Zeiten okay“, zeigen sich auch die Veranstalter Ingrid und Ulrich Berkau zufrieden mit dem Verlauf. Seit 2004 laden sie zu den Kunsthandwerkermärkten ein. Über ein dutzend Mal waren sie zweimal jährlich auch in Petersdorf zu Gast – rund um den Dorfteich herrscht dann reges Treiben, wird der idyllische Ort zum Treffpunkt für Liebhaber „handgemachter“ Sachen. In „Hein & Beas Scheune“ in Dänschendorf hatten sie damals ihren ersten Auftritt, blicken sie zurück. Eigentlich von Beruf Töpfer – „fast dreißig Jahre hatten wir eine Töpferwerkstatt“, so Ulrich Berkau, sind sie irgendwann in ihren neuen Berufszweig „hineingerutscht“ und organisieren und veranstalten seitdem diese Märkte: „Viele Stamm-Aussteller halten uns seit Jahren die Treue, weil sie die Werbung sowie den Ablauf an schönen Orten zu schätzen wissen.“

Die Verkaufsstände auf dem Kunsthandwerkermarkt in Petersdorf auf Fehmarn sind am morgigen Sonntag, dem 30. August, noch einmal von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

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