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Kurz vor der Abstimmung äußern viele nochmal ihre Bedenken.

Meeschendorf: Das Hotel ist ein großes Thema

Hier soll das neue Hotel in Meeschendorf auf Fehmarn gebaut werden. Foto: Dennis Angenendt
In diesem Beitrag: Leserbrief von Carsten Knevels Leserbrief von Hans Otto Krewinkel Leserbrief von Thomas Weber
Fehmarn. Gleich 3 Leserbriefe erhielt die Redaktion über das Wochenende

Gleich 3 Leserbriefe erreichten die Redaktion der Ostholstein Presse am vergangenen Wochenende. Das Thema „JUFA-Hotel in Meeschendorf“ beschäftigt nicht nur die Menschen direkt vor Ort, sondern die gesamte Insel.

Viele Fragen bleiben, so scheint es, unbeantwortet. Auch in den Leserbriefen tauchen immer wieder Fragen nach Betten, Belegung oder Parkplätzen auf.


Die Stellungnahmen und Leserbriefe werden vollständig und unverändert veröffentlicht. Für den Inhalt ist der Autor/die Autorin verantwortlich.


Leserbrief von Carsten Knevels

„Wir wissen ja erst seit 12 Monaten, dass wir eine Pandemie haben“

Liebe Stadtvertreter, liebe Stadtverwaltung,

am 18.4 sollen Ihre Bürger zu einem riesigem Hotelkomplex in Meeschendorf Stellung nehmen. Sie verkaufen uns seit Wochen und Monaten, welchen Stellenwert der Tourismus auf der Insel hat. Sie schaffen es nicht eine wissenschaftliche Studie, nämlich Modellregion zu werden, einzuführen.

Die Pandemie ist zu schnell für den Hauptausschuss.

Ich sag mal so, wir wissen ja erst seit 12 Monaten, dass wir eine Pandemie haben. Zwei mutige kleine Parteien, die FWV und die WUW, stehen dafür ein, sich um unseren Wirtschaftszweig Tourismus zu kümmern und zwar so, dass es wissenschaftlich begleitet wird und wir geschützt sind.

Jeder der sich mit dem Thema Modellregion beschäftigt hat, weiß dass es nicht darum geht hier Touristen und mit aller Macht her zu bekommen, sondern um eine Öffnungsperspektive für die Region unter Auflagen. Sie hätten also die Möglichkeit, limitierte Öffnungen, Hoffnung zu geben und das unter wissenschaftlicher Begleitung. Bezahlt durch das Land. Und Sie lehnen ab!

Bei der SPD frage ich mich, wieso auf der einen Seite mit unklaren Arbeitsplätzen (keiner weiß ob es diese Kräfte hier oder irgendwo in Deutschland überhaupt gibt) wirbt und gleichzeitig es nicht schafft, die vorhandenen Betriebe zu schützen.

Die CDU meint sicher, seine Klientel erhält Geld vom Land, dass sie keine Öffnung notwendig hat. Und bei der Verwaltung frage ich mich, ob sie wissen, dass es notwendig ist, Einnahmen zu generieren. Für alle !

Ich habe mit intensiv mit dem Thema Modellregion beschäftigt. Es handelt sich NICHT um ein Modell in der wir Versuchskaninchen sind. Es handelt es um ein Modell, indem Sie die Chance hätten unter Auflagen zur Normalität zurück zu kehren. Der Schutz für uns Menschen ist dabei vorhanden. Nun haben Sie einen Zulauf ohne Kontrollen !

Fehmarn hat wie so oft seine Chancen vertan. Die Priorität für Hotels und Tourismus besteht nur im gesprochenem Wort. Die Taten dazu hätten jetzt umgesetzt gehört.

Carsten Knevels,
Glühstraße 9
45355 Essen

Leserbrief von Hans Otto Krewinkel

„Grenzwertig. Was hat Fehmarn davon?“

Sehr gehrte Damen und Herren!

Jeden Tag neue Informationen zum Thema JA oder NEIN zum Hotelkomplex in Meeschendorf. Die Fakten fehlen! Die Fragen aus dem Youtube Video wurden bis heute von der JUFA nicht beantwortet.

Unser Bürgermeister hüllt sich in Schweigen. Die Fraktionen haben alle andere Meinungen, aber wirkliche Fakten liefert niemand. Ich frage mich, warum werden keine Fakten geliefert, warum werden die Fragen nicht beantwortet?

Sollen wir bewusst „uninformiert“ sein. Ich habe auf dem Marktplatz mit beiden Seiten gesprochen. Ich stelle bei weitem nicht das JUFA Konzept in Frage, aber ich stelle in Frage, was haben wir auf Fehmarn davon? Liebe Politiker, Sie haben sich alle zum Wohl der Insel verpflichtet! Welches Wohl hat die Insel? Ob wir so einen Komplex brauchen oder nicht, steht nirgends beschrieben. Seit 6 Jahren wissen wir, dass die JUFA hier auf Fehmarn verhandelt. Warum ist in dieser Zeit der Bedarf für solch riesige Hotels nicht geprüft worden? Für mich werden alle Argumente der JUFA widerlegt und Sie hüllen Sie mit Fakten alle in Schweigen. Aussage – so ein Hotel hat Fehmarn noch nicht! Widerlegung: Die IFA ist ein Familienhotel und bekommt bereits heute seine Ganzjahresarbeitsplätze nicht besetzt. Ein Familienhotel ist kein Hotel mit einem 100 qm großem Kinderspielbereich und einem größeren Wellnessbereich. Mit dem Avalon haben wir ein Wellnesshotel, warum das nicht ganzjährig offen hat, kann man sich denken.

Was spricht noch für ein JA – gegen den Hotelbau:

  • Die Infrastruktur passt nicht zum Hotelkomplex
  • Die Landesbauplanung warnt explizit vor dem Hotel
  • Burgtiefe ist wunderbar erschlossen, Spielplätze sind vorhanden
  • Der Strand Meeschendorf ist zu klein.
  • Stifungen können wunderbare Steuersparmodelle sein
  • Die Thematik der Parkplätze wird verschwiegen. Die Aussagen der Fraktionen weichen sehr voneinander ab.
  • Die Anzahl der Betten ist unklar

Herr Weber, wo ist der versprochene Dialog? Die JUFA fängt nun an, einzelne Haushalte anzurufen. Diese Art von Wahlwerbung ist schon mehr als grenzwertig, ggf. gar nicht erlaubt? Was hat Fehmarn davon?

VG

Hans Otto Krewinkel
Strandhaferweg 8
23769 Fehmarn

Leserbrief von Thomas Weber

„Hat man etwas zu verschweigen? Wird die Öffentlichkeit getäuscht?“

Am 18.04.2021 sind die Bürger Fehmarns wieder aufgerufen an die Wahlurne zu gehen. Der Grund ist – wie hinreichend bekannt – die Abstimmung gegen oder für den geplanten Hotelneubau in Meeschendorf. Dort plant die Jufa, ein österreichischer Investor, ein sogenanntes Familienhotel.

Grundsätzlich sind Investitionen und Investoren zu begrüssen, jedoch gibt es zur Hotelplanung viele offene Fragen. Die Jufa gibt sich nach außen hin gerne transparent und auskunftfreudig. Aber dies entspricht nicht ganz der Wahrheit, wie ich selbst erfahren habe: Bereits am 23.02. habe ich mich schriftlich an die Jufa gewandt und habe ihr einige kritische Fragen zum Hotelbau erstellt. Ziel der Jufa ist es doch, die Menschen, welche gegen das Projekt sind, vielleicht doch noch für den Neubau zu begeistern. Dies ist jedoch nur möglich, wenn man diesen Menschen Antworten auf ihre Fragen gibt, um deren Zweifel auszuräumen.

Aus diesem Grund war ich guter Hoffnung, dass ich eine Antwort auf alle meine Fragen bekomme. Nachdem ich nach über zwei Wochen nichts gehört habe, habe ich meine Anfrage nochmals an die Jufa gerichtet. Meine Anfragen erfolgten sowohl als Privatperson, wie auch offiziell als Kreisvorsitzender der Ökologisch-Demokratischen Partei in Ostholstein / Stormarn-Nord.

Umstritten ist für mich zum einen die Größe des Hotels, die ungeklärte Parkplatzsituation, die Ankündigung zahlreiche Ganzjahresarbeitsplätze zu schaffen, die geplante Bettenanzahl und vieles mehr.

In meiner Anfrage habe ich mich unter anderem auf den Flyer der Jufa bezogen, worin es in deren Darstellung des Projekts teils widersprüchliche Angaben gibt.

Diese habe ich kritisch hinterfragt und wollte diese von der Jufa beantwortet haben. Bis heute hat es die Jufa leider aber nicht für nötig befunden, mir in irgendeiner Form eine Antwort zukommen zu lassen. Dies zeugt nicht von der hochgelobten Transparenz oder Bürgerinformation. In einem Online-Meeting wurde hochgelobt, dass jede Meinung und jeder einzelne Bürger für die Jufa wichtig ist. Warum bekomme ich dann von der Jufa keine Antwort auf meine Fragen?

Hat man vielleicht etwas zu verbergen oder zu verschweigen?

Es erweckt für mich den Eindruck, denn Informationspolitik sieht anders aus. Die derzeitigen Planungen weichen doch erheblich von den Vorgaben ab, unter denen das Projekt genehmigt werden könnte. Mir geht es nicht darum, dass grundsätzlich ein Hotelneubau dort verhindert wird. Aber es gibt viele Gründe, die aus meiner Sicht dagegen sprechen:

  • Die Größe und Höhe des Hotels sticht deutlich gegenüber der bestehenden Bebauung hervor und fügt sich keinesfalls in die Umgebung ein. Die Planung weicht erheblich von den früheren Vorgaben ab, unter denen das Projekt genehmigt werden könnte.
  • Für die geplante Bettenanzahl gibt es zu wenig Parkplätze auf dem Hotelgelände, die von der Jufa selbst genannte Bettenanzahl weicht erheblich von der bisherigen Bettenanzahl ab. Dort nennt die Jufa auch immer wieder andere Zahlen. Hinzu kommen Personalzimmer, sowie die Betreiberwohnung.
  • Die Jufa wirbt damit, ein Familienhotel errichten zu wollen. Wenn man aber die Planung genau ansieht, stellt man fest, dass die wenigsten Zimmer Familienzimmer sind. Noch nicht einmal 50% des Hotels zielt auf Familien als Gäste ab. Somit wird dies aus meinen Augen zu Unrecht als Familienhotel beworben und stellt aus meiner Sicht eine Augenwischerei dar.
  • Die Jufa plant einen Ganzjahresbetrieb und wirbt mit einer hohen Anzahl an Ganzjahresarbeitsplätzen. Wer nicht ganz blind ist wird beim Spaziergang im Januar, Februar und bis Mitte März feststellen, dass die Insel teils wie leergefegt ist. Viele Hotels und Unterkünfte sind daher geschlossen, anderefahren den Betrieb auf ein Minimum herunter. Ich arbeite selbst in einem Hotel in der Innenstadt, auch wir fahren den Betrieb weitestgehend herunter. Warum also soll ausgerechnet der Neubau der Jufa innerhalb dieser Zeit gut ausgelastet sein, zumal es doch wegen der Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln ziemlich abgelegen ist?

Auch die Jufa ist nur ein profitorientiertes Unternehmen und wird nicht unnötig Personal in der „toten Zeit“ vorhalten, welches bezahlt werden muss, und daher zu Lasten des Gewinns geht.

Ich hatte noch viele weitere Fragen zum Projekt, worauf ich bis zum heutigen Tag von der Jufa keine Antwort erhalten habe. Dies bedeutet für mich, dass man etwas zu verschweigen hat um das Projekt zu realisieren.

Nur wenn das Hotel gemäß jetziger Planung realisiert und in Betrieb genommen wird, dann ist das Kind in den Brunnen gefallen und die jetzigen Befürworter werden vor vollendete Tatsachen gestellt. Damit später nicht das böse Erwachen kommt weil im Vorfeld vieles totgeschwiegen oder zu positiv dargestellt wurde, wünsche ich dem Bürgerbegehren gegen das Hotel viel Glück bei der Abstimmung und kann persönlich allen Fehmaranern nur empfehlen: Geht zur Wahl und macht hoffentlich das Kreuz bei JA gegen den Hotelbau. Wer nicht zur Wahl geht und mit abstimmt, darf aber später nicht meckern, egal wie diese ausgegangen ist.

Mit freundlichen Grüssen

Thomas Weber
Gahlendorf 16
23769 Fehmarn

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