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Retten, Löschen, Bergen, Schützen – JF Westfehmarn mit 24-Stunden-Übung

In einem 24-Stunden-Dienst hat die Jugendfeuerwehr Westfehmarn am Samstag und Sonntag verschiedene Einsatzszenarien geprobt / FOTO: DENNIS ANGENENDT
In diesem Beitrag: 16:00 Uhr – Ölspur in Kopendorf 17:20 Uhr – Tierrettung und Deichrettung 19:30 Uhr – Feuer am Mittelhof „Das klappt alles schon ganz gut“ Mehrere Wochen Planung 22:00 Uhr – Personensuche in Flügge 01:00 Uhr - Fehlalarm Erst Frühstück, dann Einsatz Einsatz: Verkehrsunfall mit 2 verletzten Personen 11:30 Uhr - Wasserrettung in Orth 13:30 Uhr - „Feuer groß“ in Kopendorf Ein gelungenes aber auch anstrengendes Wochenende
Fehmarn. Die Jugendfeuerwehr Westfehmarn war am vergangenen Wochenende im Dauereinsatz. Ingesamt zwölf Einsätze galt es abzuarbeiten. – Inklusive Fehlalarm.

Am Samstag um 15 Uhr war für insgesamt 12 Jugendliche zwischen 12 Jahren und 17 Jahren Dienstbeginn. An der Feuerwache in Petersdorf hieß es zunächst antreten, aufteilen und dann Nachtlager herrichten, später wäre dafür keine Zeit mehr.

Der erste Einsatz am Samstag. Nico Schmahl ist Gruppenführer in der Jugendfeuerwehr und leitete die Einsätze. / FOTO: DENNIS ANGENENDT

16:00 Uhr – Ölspur in Kopendorf

Gemeinsam wird die rund 200 Meter lange (Speise-)Ölspur abgestreut. / FOTO: DENNIS ANGENENDT

Der erste Einsatz an diesem Tag lässt nicht lange auf sich warten. Um 16:00 Uhr werden die Kids zu einer Ölspur auf einem Feldweg zwischen Kopendorf und Gollendorf alarmiert. Die Besatzungen, eingeteilt auf das Löschfahrzeug (LF) und das Tragkraftspritzenfahrzeug (TSFW) rücken mit Blaulicht und Martinshorn aus. Gefahren werden die Fahrzeuge von erfahrenen und aktiven Feuerwehrleuten, welche die Einsätze an diesem Wochenende mit rund 20 Kameradinnen begleiten.

Auch die Sicherung der Einsatzstelle gehört mit zu den Aufgaben der Feuerwehr. / FOTO: DENNIS ANGENENDT

Am Einsatzort angekommen übernimmt die Jugendfeuerwehr den gesamten Einsatzablauf. Der Gruppenführer teilt die Trupps ein, gibt Kommandos über Funk und schon nach kurzer Zeit konnte die rund 200 Meter lange (Speise-)Ölspur mit Holzspänen abgestreut werden. – Das klappt gut.

In einem 24-Stunden-Dienst hat die Jugendfeuerwehr Westfehmarn am Samstag und Sonntag verschiedene Einsatzszenarien geprobt / FOTO: DENNIS ANGENENDT

17:20 Uhr – Tierrettung und Deichrettung

Grade erst wieder am Feuerwehrhaus angekommen, geht es schon los zum nächsten Einsatz. Die Nachwuchskräfte werden zu einer Tierrettung nach Püttsee alarmiert. Eine Plüschkatze hatte sich zu hoch in einen Baum gewagt und musste mit der Leiter gerettet werden. Anschließend ging es direkt zu einem weiteren Einsatz: Auf dem Deich bei Wallnau war ein Kind mit dem Fahrrad gestürzt und musste mittels Trage an einen für den Rettungswagen zugänglicheren Ort gebracht werden. Im Alltag der Feuerwehren eine klassische „Tragehilfe für den Rettungsdienst“.

19:30 Uhr – Feuer am Mittelhof

Am Mittelhof nahe Petersdorf wurde am Samstagabend ein Feuer gemeldet. / FOTO: DENNIS ANGENENDT

Der nächste Einsatz hatte es dann wieder in sich: Ein Feuer am Mittelhof nahe Petersdorf wurde gemeldet. Der Rauch war schon auf der Anfahrt zu riechen und zu sehen. Mit einer Pumpe wurde aus dem Löschteich am Hof Wasser entnommen und eine Wasserversorgung über das LF aufgebaut.

Die Wasserversorgung wurde aus dem Löschteich auf dem Hof aufgebaut. / FOTO: DENNIS ANGENENDT

Der Gruppenführer der Jugendfeuerwehr hatte auch hier die Lage gut im Griff und konnte unter den Augen der erfahrenen Einsatzkräfte zügig den Löschangriff befehlen. Das Feuer – auf einer Freifläche an der Grundstücksgrenze – war schnell abgelöscht und nach der Kontrolle mit der Wärmebildkamera konnte „Feuer aus“ an die Einsatzleitung gemeldet werden.

Nach dem Einsatz werden die Materialien wieder verstaut. – Auch das gehört dazu. / FOTO: DENNIS ANGENENDT

„Das klappt alles schon ganz gut“

Kevin Schmahl, stellvertretender Jugendwart der Freiwilligen Feuerwehr Westfehmarn und Einsatzleiter an diesem Tag zeigt sich zufrieden. „Das klappt alles schon ganz gut“, lautet das Fazit am Abend. „Der 24-Stunden-Dienst sollte eigentlich regelmäßiger stattfinden, leider war das aufgrund von Corona nicht möglich.“ Der letzte Dienst fand somit vor zwei Jahren statt. „Für uns wird das sicher ein einstrengendes Wochenende, aber es macht auch Spaß“, so Schmahl am Samstagabend.

Mehrere Wochen Planung

„Wir haben jetzt gut zweieinhalb Wochen an den verschiedenen Übungen geplant“, erzählt er im Gespräch mit der OH-Presse. „Wir wollten natürlich das darstellen, was auch im täglichen Feuerwehralltag vorkommt, hierbei wurde auch berücksichtig, wie weit die einzelnen Jugendlichen in ihren Ausbildungen sind und haben sie entsprechend eingeteilt.“

(v.l.) Die aktive Wehr steht mit Rat und Tat zur Seite: Lars Kröger-Bungert, Sven Jünemann und Kevin Schmahl (stellv. Jugendwart) / FOTO: DENNIS ANGENENDT

22:00 Uhr – Personensuche in Flügge

Spät am Abend ging es für die angehenden Feuerwehrleute dann noch mal auf die Fahrzeuge. Eine Person wurde im Ortsteil Flügge vermisst, zuletzt sollte sie sich in einem kleinen Forst nahe dem Leuchtturm aufgehalten haben. Nach einer kurzen, gründlichen Suche konnte die Person in Form eines Dummys dann gefunden werden.

01:00 Uhr – Fehlalarm

Was im Routinedienst in der Freiwilligen Feuerwehr ab und zu mal vorkommt, macht auch vor dem Übungsdienst keinen Halt: Ein Fehlalarm mitten in der Nacht lässt die Jugendlichen um 01:00 Uhr aufschrecken. Grade als die Fahrzeuge dann ausrücken wollen kam die Einsatzrücknahme: Fehlalarm.

Erst Frühstück, dann Einsatz

Nach dem stärkenden Frühstück am Sonntagmorgen um 8:00 Uhr gab es um 9:30 Uhr gleich zwei Einsätze. Zum einen war ein Feuer zwischen Orth und Gollendorf gemeldet, welches die Besatzung des TSFW abarbeitete. Das Löschfahrzeug machte sich unterdessen auf den Weg zu einem Verkehrsunfall in Westermakelsdorf.

Einsatz: Verkehrsunfall mit 2 verletzten Personen

Ein Verkehrsunfall in Westermakelsdorf wurde gemeldet. / FOTO: DENNIS ANGENENDT

Hier hat ein PKW eine Fahrradfahrerin übersehen und es kam zu einem Zusammenstoß. Von der Verkehrssicherung über die Bergung und Versorgung der Verletzten klappte auch hier alles hervorragend und der Einsatz konnte dann mit Unterstützung des mittlerweile eingetroffenen TSFW abgeschlossen werden.

Esther Schütten kümmert sich um den vermeintlich verletzten Fahrer. / FOTO: DENNIS ANGENENDT

11:30 Uhr – Wasserrettung in Orth

Zwei Kameraden der aktiven Wehr haben sich im Überlebensanzug in das kalte Hafenbecken begeben. Die Jugendfeuerwehr muss sie retten. / FOTO: DENNIS ANGENENDT

Grade zurück vom Einsatz in Westermakelsdorf, ging es weiter nach Orth. Hier mussten zwei Personen mit dem Schlauchboot aus dem kalten Wasser im Hafenbecken gerettet werden. Aufgrund des starken Windes war dies für die Besatzung des nur mit Paddeln ausgerüsteten Schlauchbootes gar nicht so einfach. Aber auch diese Aufgabe konnten die mit bravour lösen.

Bei starkem Gegenwind und nur mit Paddeln ein schwieriges Unterfangen. / FOTO: DENNIS ANGENENDT

13:30 Uhr – „Feuer groß“ in Kopendorf

Bei Kopendorf wurde ein großes Feuer gemeldet. / FOTO: DENNIS ANGENENDT

Der letzte Einsatz an diesem Wochenende war ein besonderer. Gemeldet war ein großes Feuer in Kopendorf. Schon von Weitem war hier die dichte Rauchwolke zu sehen. Vor Ort eingetroffen musste zunächst eine Wasserversorgung über eine lange Strecke aufgebaut werden.

Es müssen viele Meter Schlauch bis zum Löschwasserteich verlegt werden. / FOTO: DENNIS ANGENENDT

Für die Jugendfeuerwehr nach dem gestrigen Einsatz am Mittelhof schon fast Routine. Auch dieses Mal wurde eine Pumpe am Löschteich in der Nähe eingesetzt. Gemeinsam haben dann alle das Feuer mit mehreren Strahlrohren bekämpft und gelöscht.

Von mehreren Seiten wird das Feuer bekämpft. / FOTO: DENNIS ANGENENDT

Ein gelungenes aber auch anstrengendes Wochenende

Beim Blick in die Runde fielen viele zufriedene, aber auch erschöpfte Gesichter auf. Ingesamt war das Wochenende ein tolles Erlebnis für die Jugendlichen, welche über lange Zeit auf ihre Freizeitaktivitäten verzichten mussten. Für die aktiven Feuerwehrfrauen und -Männer steht jetzt noch die Nachbereitung an, bevor es dann ab Montag zurück in den Alltag geht.

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