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Starker Wassereinbruch auf dem Segler

Wassereinbruch auf Traditionssegler – Marine, DGzRS und Feuerwehr Burg/Fehmarn im Einsatz

Der Seenotrettungskreuzer ARKONA der DGzRS-Station Warnemünde. Foto: Die Seenotretter – DGzRS
Fehmarn. Die Marine, die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) und die Feuerwehr Burg/Fehmarn kamen am Montag, 9. August 2021, einem Traditionsschiff zu Hilfe.

Wassereinbruch mitten auf der Ostsee

Dieses meldete Wassereinbruch auf der Ostsee, rund 11 Seemeilen (ca. 20 Kilometer) nordwestlich von Kühlungsborn. Ein Seenotrettungskreuzer, ein Seenotrettungsboot sowie mehrere Behördenschiffe bewahrten die zwei Personen an Bord des Havaristen vor dem Untergang. Der Segler wurde schließlich nach Fehmarn geschleppt.

Notlage gegen 13:00 Uhr gemeldet

Gegen 13 Uhr meldete sich der Skipper eines zwölf Meter langen Segelkutters in der SEENOTLEITUNG BREMEN (MRCC = Maritime Rescue Co-Ordination Centre) der DGzRS. Der Mann berichtete von einem Wassereinbruch an Bord. Er konnte gerade noch seine Position durchgeben, bevor die Verbindung vorübergehend abriss. Die Wachleiter der SEENOTLEITUNG BREMEN alarmierten umgehend das Seenotrettungsboot KONRAD-OTTO der DGzRS-Station Kühlungsborn und den Seenotrettungskreuzer ARKONA/Station Warnemünde.

Der Seenotrettungskreuzer ARKONA der DGzRS (rechts im Bild) und verschiedenen Behördenschiffe im Einsatz für einen havarierten Segelkutter (links im Bild, verdeckt).

„Mayday-Relay“ gesendet – Andere Schiffe beteiligen sich an Hilfsaktion

Während mehrerer zunächst erfolgloser Versuche, wieder Kontakt mit dem Havaristen herzustellen, sendeten die Wachleiter ein sogenanntes „Mayday-Relay“ aus, um die gesamte Schifffahrt um erhöhte Aufmerksamkeit und gegebenenfalls Mithilfe zu bitten. Dem Ruf folgten unter anderem der Hochseeschlepper „Baltic“ des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI), das Kontroll- und Streifenboot „Rhön 2“ der Bundespolizei See und das Landungsboot „Lachs“ der Marine.

Marineschiff unterstützt Rettungseinsatz

Inzwischen gelang es, erneut Kontakt zum Havaristen aufzunehmen. Die „Lachs“ erreichte als erstes Schiff den Traditionssegler, der aus ungeklärter Ursache leckgeschlagen hatte. Das Landungsboot ging beim Havaristen längsseits, um ihn zu sichern. Da die „Lachs“ und der Havarist durch den Seegang stark ins Rollen gerieten, stellte die „Rhön 2“ der Bundespolizei eine Leinenverbindung zum Heck der „Lachs“ her, um diese zu stabilisieren. Zudem übergaben die Polizeibeamten eine Lenzpumpe, um das eindringende Wasser abzupumpen. Der Wassereinbruch konnte jedoch zu diesem Zeitpunkt nicht unter Kontrolle gebracht werden.

Das Landungsboot "Lachs" der Marine im Fehmarnsund. / Foto: HILKE HAHN-WOLFF

Hochseeschlepper mit starker Lenzpumpe vor Ort

Bald darauf erreichten der Seenotrettungskreuzer ARKONA und das Seenotrettungsboot KONRAD-OTTO den Einsatzort. Die KONRAD-OTTO stellte nun eine Leinenverbindung zum Havaristen her und schleppte ihn mit langsamer Geschwindigkeit, um im Seegang ein Längsseitsgehen des Seenotrettungskreuzers an den manövrierunfähigen Havaristen zu ermöglichen. Der Hochseeschlepper „Baltic“ übergab eine besonders leistungsstarke Diesel-Lenzpumpe und zwei Besatzungsmitglieder an die ARKONA. Die ARKONA ging beim Havaristen längsseits. Mithilfe der Dieselpumpe brachten die Seenotretter und die Besatzungsmitglieder der „Baltic“ den Wassereinbruch unter Kontrolle. Erst jetzt konnten die freiwilligen Besatzungsmitglieder der KONRAD-OTTO aus dem Einsatz entlassen werden. Die ARKONA nahm den Havaristen in Schlepp, während das Lenzen durchgehend fortgesetzt wurde.

Der Hochseeschlepper "Baltic". / Foto: Ra Boe / Wikipedia

Witterung erschwert den Einsatz

Zur Einsatzzeit wehten starke Winde aus Südwest mit fünf Windstärken (bis zu ca. 38 km/h). Aufgrund der Witterung wurde entschieden, den havarierten Segler nach Fehmarn in den Hafen von Burgstaaken zu schleppen. Dieser wurde schließlich gegen 18.45 Uhr sicher erreicht. Die „Baltic“ und der Hochseeschlepper „Scharhörn“ der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung begleiteten die Schleppreise zur zusätzlichen Absicherung.

Freiwillige Feuerwehr Burg auf Fehmarn mit Lenzeinsatz

„Ich wurde schon am Nachmittag vom Hafenmeister Burgstaaken über einen möglichen Einsatz informiert“, so Hauke Nerl, Einsatzleiter der FF Burg. Tatsächlich kam es dann mit Einlaufen der DGzRS zum Einsatz für die „Gruppe 4 Umwelt/Tür“, so Nerl. Das ist eine kleine Gruppe der FF Burg, die für technische Hilfeleistungen zuständig ist.

Weitere Lenzpumpe konnte nicht in Stellung gebracht werden

Mit der Lenzpumpe, welche schon im Schiff war, konnte der Segler gehalten werden. „Der Plan war zunächst, eine weitere Lenzpumpe in Stellung zu bringen, damit das Schiff dann am nächsten Tag gekrant werden kann“, so Nerl. Das war aufgrund der Bauart nicht möglich. „Die Kassetten im Rumpf des Schiffes waren zu klein für unsere Pumpe, wir konnten sie also nicht in Stellung bringen.“ Während nach Alternativen gesucht wurde, meldete sich der Kranbetreiber, welcher nicht mehr vor Ort war und bot das Kranen noch am selben Abend an.

Keine verletzten Personen

Die beiden Personen – ein Mann und eine Frau – an Bord des in den 1930er-Jahren gebauten Segelkutters blieben unverletzt. Die Ursache für den Wassereinbruch ist unklar. Die Wasserschutzpolizei übernimmt die Ermittlungen zur Unglücksursache.

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