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Klaudiusz Switling vom Ostsee Tee Hus: „Wir brauchen Planungssicherheit“

„Wir brauchen Planungssicherheit“

Auf dem Markt in Burg herrscht Maskenpflicht. – Aber viel los ist ohnehin nicht. / FOTO: OH-Presse/GAN(Archiv)
In diesem Beitrag: Sven Jonas Olderog: „Ostergeschäft bescheiden, Hoffnung auf Pfingsten“ BUG’S - Andreas Joswig: „Die Pandemie in den Griff zu bekommen, ist das Wichtigste“
Heiligenhafen. „Da gibt es nicht viel zu erzählen, das Ostergeschäft war auf den Samstag begrenzt und lief schlecht“ - Klaudiusz Switling zieht eine traurige Bilanz.

Und das, obwohl das Ostsee Tee Hus (www.ostseeteehus.com) direkt in der Heiligenhafener Innenstadt liegt. Tee, Tee-Zubehör und Geschenkartikel, Porzellan und Glas, Maritimes und Sanddorn-Produkte sind unter anderem in dem kleinen Geschäft in der Kirchenstraße 1 in der Warderstadt zu finden. 

Normalerweise ein guter Standort für einen solchen Laden. Doch in diesem Jahr ist – bedingt durch die Pandemie – bekanntlich alles anders. 

Touristische Übernachtungen sind kaum möglich, „nur ein paar Eigentümer des Feriencentrums sind gekommen, aber das sind für uns keine potenziellen Kunden an der Ostsee – und nicht einmal Tagesgäste gibt es.“ Zwar werde einiges gekauft, „aber Corona macht uns zu schaffen. Wir müssen kämpfen“, weiß er auch von anderen Läden. Noch ist alles im grünen Bereich bei Klaudiusz Switling, aber: „Irgendwann sind die Reserven aufgebraucht“, fürchtet er. Und auch, wenn er keine Personalkosten hat – die Miete muss schließlich gezahlt werden. 

Klaudiusz Switling ist frustriert. „Das ist das zweite Ostergeschäft, das wegfällt, auch ein Weihnachtsgeschäft gab es nicht.“ Wie so viele andere Läden an der Küste ist auch das Ostsee Tee Hus abhängig von der Saison. „Ostern und Weihnachten machen etwa 25% des Jahresumsatzes aus“, schätzt Klaudiusz Switling. „Zum Glück lief der letzte Sommer sehr gut, das hat uns gerettet, deshalb ist noch Geld da. Aber wir brauchen Aussichten, wann es wieder richtig losgeht, brauchen Planungssicherheit.“

Ein paar hundert maritime Stoffmasken hat er letztes Jahr eingekauft, „mit Ostseesprüchen“ – seitdem die nicht mehr genutzt werden dürfen, liegt die Ware im Wert von mehreren hundert Euro im Lager. „Jetzt stehen auch die Großhändler da mit den Schäden“, gibt er zu bedenken, „denn wer kauft ihnen diese Ware noch ab?“

Sven Jonas Olderog: „Ostergeschäft bescheiden, Hoffnung auf Pfingsten“

„Zwei Tage fehlen, Ostersonntag und Ostermontag fallen sonst sehr stark ins Gewicht“ – Sven Jonas Olderog vom Modehaus Olderog blickt zurück auf ein „sehr bescheidenes Ostergeschäft“. Die Hoffnung auf den Sonnabend war sowieso nicht all zu groß – und das Ergebnis blieb „deutlich unter den vorherigen Umsätzen, etwa die Hälfte bis ein Drittel“, denn die Frequenz fehlte: „Das Wetter war nicht verkehrt, aber es waren schlichtweg keine Kunden da. Das war keine Überraschung, sondern erwartbar schlecht, und so ist es auch gekommen.“

Während in Grömitz das Geschäft „noch ganz positiv“ verlief, durfte in Kühlungsborn am Ostersonnabend nur Terminshopping betrieben werden, „dort ist das Minus noch größer.“

„Ostern ist für uns der Start in die Saison“, erklärt Sven Jonas Olderog: „Im Vorwege ist viel Ware eingetroffen, wir haben ein dreiviertel Jahr im Voraus eingekauft. Damals haben wir nicht an diese Entwicklung geglaubt, wir haben normal eingekauft – und jetzt fließt die Ware nicht ab.“ 

Noch setzt er die Hoffnung aufs Pfingstgeschäft: „Das war letztes Jahr gut. Aber langsam schleicht sich doch etwas Angst ein. Ostern und Pfingsten sind zwei Peaks im Jahr, mit denen man fest plant.“

BUG’S – Andreas Joswig: „Die Pandemie in den Griff zu bekommen, ist das Wichtigste“

„Natürlich war das Ostergeschäft sehr verhalten, denn es sind keine Touristen da gewesen“, blickt Andreas Joswig von „BUG’S – Wohnen & Schenken“ in der Burger Bahnhofstraße zurück. „Dass es wirtschaftlich nicht so doll lief, ist nun einmal dem Infektionsgeschehen geschuldet. Das Wichtigste ist, den Inzidenzwert niedrig zu halten, um möglichst schnell zur Normalität zurückzufinden. Sonst sitzen wir im August noch alleine hier.“

Andreas Joswig zeigt sich erfreut, dass Ostern „ohne große Zwischenfälle auf der Insel verlief“: „Natürlich hätten wir gerne mehr Gäste gehabt und freuen uns, wenn die Urlauber zahlreich wiederkommen.“ Trotz allem verliert er den Mut nicht und blickt positiv in die Zukunft. Sein Fazit: „Die jetzige Situation ist der Pandemie geschuldet. Und die in den Griff zu bekommen, ist das Wichtigste.“

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