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Öffnungen im Tourismus - wie und wo soll getestet werden?

„Wir nehmen das als sportliche Herausforderung an“

Tourismus-Chef Oliver Behncke. / Foto: Dennis Angenendt
In diesem Beitrag: Test ist alle drei Tage erforderlich Ideen für Standorte Ein Testzentrum nur für Fehmaraner/innen Stadt ist im Dialog mit dem Anbieter Noch viele Fragen offen Nähe zu 17 Campingplätzen Verkehr soll nicht zusammenbrechen Große Betriebe sollen möglichst selber testen „Noch ist nicht alles in trockenen Tüchern“ „Drive-through“ in Großenbrode Heiligenhafen stockt auf Was geschieht mit den Modellregionen?
Fehmarn. Urlaub im Land zwischen den Meeren ist ab dem 17. Mai 2021 wieder möglich. Urlauber/innen müssen sich alle drei Tage auf Corona testen lassen.

Am 17. Mai 2021 lockert Schleswig-Holstein in mehreren Bereichen die Coronabeschränkungen. Profitieren von den neuen Regelungen soll auch der Tourismus. Urlaub im Land zwischen den Meeren ist dann wieder möglich.

Test ist alle drei Tage erforderlich

Allerdings müssen sich die Touristen alle drei Tage auf Corona testen lassen. Wie sollen die dafür erforderlichen Maßnahmen in so kurzer Zeit bewerkstelligt werden? Und wo sollen die Touristen sich testen lassen? Das ist eine logistische Herausforderungen für die schleswig-holsteinischen Städte und Gemeinden.

Ideen für Standorte

In der AG „Fehmarn Konzept nach Öffnung der Beherbergung“ wurden Ideen für Standorte entwickelt, jetzt wird geprüft, ob diese tatsächlich geeignet sind. Aber viele Fragen sind noch offen, erklärt Fehmarns Toursimusdirektor Oliver Behncke.

Ein Testzentrum nur für Fehmaraner/innen

Das Testzentrum im Senator-Thomsen-Haus in der Breiten Straße in Burg soll den Fehmaraner/innen vorbehalten bleiben. Angedacht als weitere Standorte sind das IFA Feriencentrum am Südstrand Burgtiefe, das Dörfergemeinschaftshaus in Meeschendorf, die alten Schulen in Petersdorf und Puttgarden sowie eine Teststation bei der Firma Stolz im Severitenkamp.

Stadt ist im Dialog mit dem Anbieter

„Wir befinden uns im Dialog mit dem Anbieter der künftigen Testzentren, ob diese Standorte umgesetzt werden können“, gewährt der Tourismusdirektor Einblick in die laufenden Vorbereitungen. Im Focus steht die Anfahrt mit dem PKW – Rückstaus sollen auf jeden Fall vermieden werden. Außerdem sollen die Testzentren selbstverständlich auch für Menschen mit Handicap gut erreichbar sein.

Noch viele Fragen offen

„Da sind noch viele Fragen offen“, fährt Oliver Behncke fort, „wir sind ordentlich am rotieren. Schließlich soll und muss der Anbieter der Teststellen mit den Standorten zurecht kommen.“ Außerdem muss es bei der voraussichtlich hohen Anzahl an Tests – im Gespräch sind derzeit sechzig pro Stunde – zügig vorangehen. „Das muss von der Infrastruktur passen“, so Behncke.

Nähe zu 17 Campingplätzen

Auch mit den 17 Campingplätzen der Insel sei man im Gespräch, wie man die Tests direkt vor Ort oder zumindest in der Nähe der Campingplätze organisieren kann. Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass die Touristen zum testen nicht quer über die Insel fahren müssen.

Verkehr soll nicht zusammenbrechen

„Das ist logistisch auszuloten“, gibt der Tourismusdirektor zu bedenken. „Wir wollen möglichst wenig Touristen zum testen von A nach B schicken, damit der Verkehr nicht zusammenbricht. Aber wir nehmen das als sportliche Herausforderung an, weil etwas Positives dabei herauskommt, nämlich die Öffnung.“

Große Betriebe sollen möglichst selber testen

Parallel werde geklärt, dass große Betriebe möglichst selber testen sollen, informiert Oliver Behncke: „Das kann ja nur über Selbsttests laufen, da muss vorab noch geklärt werden, welche Qualität so ein Test haben muss.  Wir müssen die Landesverordnung abwarten, die liegt uns noch nicht vor. Wir versuchen, das vorab zu klären, denn das hat ja Auswirkungen auf die Anzahl der Teststellen.“ Für die Überprüfung der Tests werden wohl die Vermieter Sorge tragen müssen, vermutet der Tourismusdirektor, „aber auch das wird in der Landesverordnung geklärt.“

„Noch ist nicht alles in trockenen Tüchern“

Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber (SPD) bezieht folgendermaßen Stellung: „Natürlich kam es für uns überraschend, wobei es in den letzten Tagen absehbar war. Deswegen haben wir auch schon desöfteren mit den verschiedenen Gremien zusammengesessen, unter anderem auch mit Vermietern, Vertretern der DeHoGa, dem Ordnungsamt und dem Tourismus Service Fehmarn.“ Auch mit den Fraktionen wurde bereits einiges abgeklärt, berichtet Jörg Weber. „Noch ist nicht alles in trockenen Tüchern. Wir kommunizieren eigentlich stündlich untereinander, damit wir die Testzentren möglichst schnell mit externer Unterstützung umsetzen können.“

„Drive-through“ in Großenbrode

Der Strand von Großenbrode
Bald wird auch der Strand von Großenbrode wieder bevölkert sein: Am 17. Mai dürfen die Touristen anreisen. / Foto: Hilke Hahn-Wolff

Großenbrodes Bürgermeister Jens Reise berichtet, dass die Gemeinde bereits Kontakt zu einer Firma aufgenommen hat: „Die Firma hat uns versprochen, die entsprechende Anzahl an Tests zur Verfügung zu stellen, die Kosten dafür werden ja vom Land übernommen.“ Derzeit werde ein Stützpunkt gesucht, um die Urlauber/innen alle drei Tage testen zu können: „Im Gespräch ist das Meerhus und auch ein sogenanntes ,Drive through‘, also ein Zelt, wo man mit dem Auto durchfahren kann.“ Dies soll wahrscheinlich am „Nahkauf“ an der Strandstraße in Großenbrode aufgestellt werden, die Verhandlungen laufen bereits, gibt Jens Reise bekannt.

Heiligenhafen stockt auf

Auch Heiligenhafen bereitet sich auf die Rückkehr der Gäste vor. Bürgermeister Kuno Brandt erklärte dazu auf Anfrage der OH-Presse: „Es wird zwei neue Testzentren geben. Damit gibt es in Heiligenhafen dann insgesamt 3 Möglichkeiten, um die notwendigen Tests anzuwickeln.“ Angedacht sind neben dem schon bestehenden Testzentrum am Pier 15 auch eine Teststation am Supermarkt „famila“ sowie am Beachmotel. „Wir sind hier noch in der Planung, bezüglich „famila“ denke ich aber, dass es ähnlich wie in Oldenburg laufen wird.“ Dort sind Testungen von Montag – Samstag in der Zeit von 07:00 Uhr – 18:00 Uhr möglich.

Was geschieht mit den Modellregionen?

Die Gaststätten und Beherbergungsbetriebe sind dazu verpflichtet, sich den jeweils aktuellen Test vorlegen zu lassen, heißt es seitens des Kreises Ostholstein, verantwortlich für die Einhaltung der Auflagen sind die örtlichen Ordnungsbehörden. Die Freigabe erfolgt auf Grund der Landesverordnung, das ist nicht das gleiche wie in den Modellregionen. „Uns hat die Nachricht von der Öffnung gestern überrascht“, so Carina Leonhardt, Pressesprecherin des Kreises Ostholstein. Während die Einzelheiten für die Modellregionen in der Allgemeinverfügung geregelt sind, wird die Landesverordnung spätestens morgen vorliegen. „Ob und wie die Modellregionen weitergeführt werden, ist unsicher“, erklärt Carina Leonhardt.

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