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Zeitung ist tot, lang lebe die Zeitung

Arbeitsplätze in der Onlineredaktion. / Foto: Dennis Angenendt
In diesem Beitrag: Auf der Druckpresse eingeschlafen Lebenserhaltende Maßnahmen der Zeitungen Gedruckte Zeitungen im Dornröschenschlaf Der Druck, allen gefallen zu müssen Digitale Zeitung ist für alle da
Fehmarn. Ein Kommentar von Dennis Angenendt

Die Welt ist im Wandel. An vielen Stellen, in vielen Bereichen findet eine Digitalisierung statt. Auch Nachrichten werden zunehmend digital gelesen, gesehen oder gehört, die Notwendigkeit von lokalen Printzeitungen schwindet mehr und mehr. Kein Wunder also, dass grade kleine, lokale Publikationen unter Druck geraten.

Auf der Druckpresse eingeschlafen

Der Markt für lokale Print-Tageszeitungen, Tageblätter oder andere Drucksachen ist schon vor Jahren eingebrochen und seitdem rückläufig. Grade kleine Verlage mit Auflagen von nur knapp über 2000 kämpfen um ihr Überleben – vielleicht schon zu spät.

Lebenserhaltende Maßnahmen der Zeitungen

Viele Verleger haben den Weg in eine zukunftsorientierte Ausrichtung ihres Unternehmens verschlafen, Digitalisierung ist oft nur ein Wort in der Berichterstattung. Nun steht ihnen das Wasser bis zum Hals, denn sie können nicht das liefern, was der Leser haben möchte und braucht, um sich umfassend, aktuell und vor allem auf digitalen Endgeräten zu informieren. Oftmals sind die Zeitungen auf der Druckerpresse eingeschlafen. Letzter Strohhalm ist dann häufig Aktionismus. Neues wird angegriffen, gutes für die Region ignoriert, wenn es nicht aus dem eigenen Hause stammt.

„gutes für Die Region wird angegriffen, wenn es nicht aus dem eigenen hause stammt“

Gedruckte Zeitungen im Dornröschenschlaf

Aktuelle Berichterstattung funktioniert nur mit einer gut strukturierten und fokussierten Onlineredaktion. Online als „das machen wir mal eben nebenbei“ ist nicht im Sinne der Leserinnen und Leser, genügt nicht deren Ansprüchen an digitale Medien. Kurz aus dem digitalen Schlaf aufschrecken, einen Artikel veröffentlichen und wieder einschlafen: Das ist kein zeitgemäßer Journalismus.

Der Druck, allen gefallen zu müssen

Lokalen Blättern mit nur ein oder zwei Seiten lokalem Heimatteil droht unweigerlich das Aus. Hier gibt es vermeintlich oft nur einen Weg: Sich den Werbekunden und der lokalen Politik anzubiedern. Das funktioniert dann nur, wenn die journalistische Objektivität und damit die Glaubwürdigkeit über Bord geworfen wird und die Berichterstattung zum Vorteil der vermeintlichen Gönner ausfällt. Einer Zeitung, die den redaktionellen Anspruch auf Überparteilichkeit erhebt, darf das nicht passieren. Und doch sieht man bundesweit in vielen kleinen Orten mit Lokalredaktionen eben das Phänomen.

Eine digitale Lokal- und Tageszeitung können mehr Menschen lesen. Werbekunden sind nicht ausschließlich lokal angesiedelt, die Einnahmen generieren sich bundesweit. Hier gibt es keine Konflikte zwischen Wirtschaftlichkeit der Zeitung und ehrlichem, objektivem und unabhängigem Journalismus. Nur das ist der richtige Weg.

Digitale Zeitung ist für alle da

Nachrichten innerhalb von Minuten erfassen und verarbeiten, dezentrale Berichterstattung, Korrespondenten, welche inhaltlich und technisch hochwertige Nachrichten in Echtzeit und an sieben Tagen in der Woche produzieren: Das macht guten digitalen Lokaljournalismus aus. Quellenverweise, weiterführende Informationen oder schlicht multimediale Inhalte wie Bildergalerien, O-Töne und Videos: keine Herausforderungen, sondern Tagewerk in einer modernen Redaktion.

Die Zeitung und der direkte Zugang zu aktuellen Informationen ist wichtig wie nie zuvor! Und das geht nur digital in der App und im Web.

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