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Bauausschuss befasste sich mit weiterer baulichen Entwicklung Lemkenhafens

„Zu großer Eingriff in die gewachsene Dorfstruktur“

Mit dem geplanten Hotelbau in Lemkenhafen befassten sich die Mitglieder des Bauausschusses in ihrer jĂŒngsten Sitzung. / Foto: hhw
In diesem Beitrag: Marco Eberle plĂ€dierte fĂŒr Ausnahme Fragen immer nur in der Einwohnerfragestunde Der B-Plan 177 „Seglerverein möchte Planungssicherheit“ Dreigeschossige Bauweise Bauliche Neuordnung "Wir brauchen den Status Quo" „Ich hĂ€tte kein gutes GefĂŒhl“ Aufstellungsbeschluss wurde verschoben
Fehmarn. "Wiegt der Anspruch der BĂŒrger nicht höher?" BezĂŒglich des geplanten Hotels in Lemkenhafen auf Fehmarn gibt es noch Diskussionsbedarf.

Viele BĂŒrger/innen saßen im Zuschauerraum, aber niemand wollte die Einwohnerfragestunde der jĂŒngsten Sitzung des Bauausschusses, die am 29. April in Mensa der Inselschule stattfand, nutzen. Leider waren einige wohl schlicht nicht mit den Regularien vertraut, denn im weiteren Verlauf der Sitzung versuchten sie mehrfach vergeblich, sich zum Thema „Lemkenhafen“ Gehör zu verschaffen.

Marco Eberle plĂ€dierte fĂŒr Ausnahme

Zwar plĂ€dierte Marco Eberle (GrĂŒne) fĂŒr eine Ausnahme, da man hier „wohl in ein Wespennest gestochen“ habe, doch Vorsitzender Andreas Herkommer (SPD) lehnte strikt ab und begrĂŒndete: „Wir haben eine GeschĂ€ftsordnung.“ Fachbereichsleiter Benjamin May regte an, die Stellungnahmen durchzugehen: „Danach können wir noch einmal diskutieren.“

Fragen immer nur in der Einwohnerfragestunde

Denn: Fragen seitens der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger dĂŒrfen immer nur direkt in der Einwohnerfragestunde gestellt werden. Das gilt auch fĂŒr Themen, die spĂ€ter noch als Tagesordnungspunkt behandelt werden sollen. Manche Frage kann dann eventuell erst in der sich spĂ€ter anschließenden Diskussion der Ausschussmitglieder geklĂ€rt werden. Gestellt werden muss sie jedoch eingangs in der Fragestunde, darauf wurde noch einmal ausdrĂŒcklich hingewiesen. Ausschussvorsitzender Andreas Herkommer erklĂ€rte zudem, dass die BĂŒrger/innen sich auch vorab an die Politiker/innen wenden könnten: „Schreiben Sie eine Mail, wir rufen Sie auch an!“

Der B-Plan 177

Ziel des Bebauungs-Plans 177 ist sowohl die planungsrechtliche Absicherung des vorhandenen GebÀudebestands als auch der beabsichtigten baulichen Entwicklungen in Lemkenhafen, die sich im GewÀsserschutzstreifen befinden. Im vergangenen Jahr wurde daher der Geltungsbereich des B-Plans um das Hafengebiet verkleinert und das Verfahren auf einen B-Plan der sogenannten Innenentwicklung umgestellt.

„Seglerverein möchte Planungssicherheit“

Sachbearbeiterin Mandy Cronauge informierte, dass der Seglerverein Lemkenhafen darauf hingewiesen habe, dass seine Bereiche nicht mit ĂŒberplant wĂ€ren: „Der Verein möchte aber Planungssicherheit.“ Die Anlieger des Hafenwinkels sehen einen zu großen Eingriff in die gewachsene Dorfstruktur und finden das geplante Hotel zu groß, erlĂ€uterte sie anschließend.

Dreigeschossige Bauweise

Der Planentwurf umfasst die Kategorien „Allgemeine Wohngebiete“, Mischgebiete“ und „Sonstiges Sondergebiet (Hotel)“. Das Gebiet befindet sich nördlich und sĂŒdlich der Königstraße, westlich und östlich der Straßen am Seglerhafen und Rosenweg, westlicher MĂŒhlenweg. Dem geplanten Hotel, das in diesem Gebiet entstehen soll, wird dabei laut Protokoll vom 18. MĂ€rz 2021 eine dreigeschossige Bauweise zuerkannt.

Bauliche Neuordnung

„Die historisch gewachsenen kleinen Hotels und Ferienhausanlagen im westlichen Teil des Plangebiets haben eine sehr verschachtelte Baustruktur“, heißt es in der BegrĂŒndung zum B-Plan 177 seitens des PlanungsbĂŒros: „Geplant ist eine bauliche Neuordnung dieser FlĂ€che durch den Bau eines einheitlichen Hotels. Entsprechend wird die Art der baulichen Nutzung als Sonstiges Sondergebiet mit der Zweckbestimmung „Betrieb der Beherbergung – Hotel“ festgesetzt.“

„Wir brauchen den Status Quo“

Es entspann sich eine lebhafte Diskussion. Andreas Herkommer (SPD) verwies auf den Antrag der SPD, dass das Hotel nicht höher als zwölf Meter gebaut werden dĂŒrfe. Kai Schumacher (WUW) gab diesbezĂŒglich allerdings zu bedenken: „Wenn jemand hier das GelĂ€nde einen Meter hoch auffĂŒllt, kann er danach immer noch zwölf Meter hoch bauen.“ Über das Sondergebiet Hotel getrennt abzustimmen, forderte Marco Eberle (GrĂŒne). Gunnar Mehnert (WUW) schlug eine Anpassung der GebĂ€udehöhe an vorhandene Bebauung vor: „Wir brauchen erst einmal den Status Quo.“ Marianne Unger (SPD) und Lars Hviid (FWV) stimmten diesem Vorschlag zu.

„Ich hĂ€tte kein gutes GefĂŒhl“

Benjamin May gab zu bedenken, dass Fristen eingehalten werden mĂŒssen. Bis zum 23. Juni 2021 muss der B-Plan bekannt gemacht sein. Er warf die Frage auf: „Was ist die Rechtsfolge, wenn wir das nicht schaffen? Wiegt der Anspruch der BĂŒrger nicht höher? Ich hĂ€tte kein gutes GefĂŒhl, den Beschluss in der Stadtvertretung am 6. Mai zu fassen“, gab er den Ausschussmitgliedern mit auf den Weg. Zumal bereits fĂŒr den 8. Juni der nĂ€chste Bauausschuss geplant ist und fĂŒr den 17. Juni eine weitere Stadtvertretersitzung. „Bis dahin sind wir voraussichtlich in der Lage, das Ziel zu erreichen. Wir von der Verwaltung tendieren dazu, Ihnen am 6. Mai keinen Entschluss abzuverlangen“, konkretisierte Benjamin May.

Aufstellungsbeschluss wurde verschoben

Vorsitzender Andreas Herkommer fasste das Fazit der Diskussion zusammen: „Das Thema ist sehr komplex, da gibt es viel mehr Diskussionsbedarf. Wir mĂŒssen die Menschen mitnehmen.“ Der Aufstellungsbeschluss wurde schließlich verschoben. So können die BĂŒrgerinnen und BĂŒrger noch Fragen stellen und ihre Interessen vertreten.

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