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Taufe des neuen Seenotrettungskreuzers der Station Grömitz und seines Tochterboots

Der neue Seenotrettungskreuzer trägt den Namen „Felix Sand“

In Grömitz fand am heutigen Samstag (28. August 2021) die Taufe des neuen Seenotrettungskreuzers der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) auf den Namen FELIX SAND statt. Das Tochterboot heißt SAPHIR. Das Foto zeigt den Seenotrettungskreuzer kurz danach auf der ersten Fahrt unter seinem endgültigen Namen. (Foto: Die Seenotretter – DGzRS, Jörg Sarbach)
In diesem Beitrag: Rund 28 Meter lang und fast 4.000 PS stark „Außerordentlich dankbar für großen Vertrauensbeweis“ Gebaut für Einsätze unter extremen Bedingungen Tochterboot kann unabhängig vom Mutterschiff agieren Die "Hans Hackmack" wird künftig als Springer eingesetzt Die Seenotrettungsstation Grömitz wurde 1912 gegründet Wissenswertes über die Seenotretter
Grömitz. Der neue Seenotrettungskreuzer der Station Grömitz und sein Tochterboot haben am heutigen Samstag, dem 28. August 2021, die Namen FELIX SAND und SAPHIR erhalten.

Der neue Seenotrettungskreuzer der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger), Station Grömitz, und sein Tochterboot haben am heutigen Samstag, dem 28. August 2021, die Namen FELIX SAND und SAPHIR erhalten. Die DGzRS würdigt damit Dr. Felix Sand (1937-2018), der seinen Nachlass dafür bestimmt hatte, einen neuen Seenotrettungskreuzer zu bauen: „Dr. Felix Sand war den Seenotrettern auf Nord- und Ostsee lange Jahre verbunden. Der promovierte Diplom-Kaufmann, geboren 1937 in Essen, begegnete ihnen auch beim Segeln mit seiner Yacht ,Saphir‘, deren Namen nun das Tochterboot des neuen Seenotrettungskreuzers trägt.“

Rund 28 Meter lang und fast 4.000 PS stark

„Die Seenotretter an der Lübecker Bucht verfügen über eine hochmoderne Rettungseinheit: Rund 28 Meter lang, fast 4.000 PS stark und 24 Knoten schnell – dies sind einige der markanten technischen Daten des Spezialschiffes“, teilt die DGzRS mit. Die Schiffe entstanden auf der Werft Fr. Fassmer in Berne/Unterweser. Ende Januar 2021 wurden sie nach rund anderthalbjähriger Bauzeit unter den internen Bezeichnungen SK 41 und TB 45 abgeliefert. Seither wurden bereits zahlreiche Einsätze gefahren. „Erst vor knapp zwei Wochen retteten die Seenotretter mit SK 41 eine sechsköpfige Familie, darunter zwei kleine Kinder, aus akuter Seenot“, blickt die DGzRS zurück.

„Außerordentlich dankbar für großen Vertrauensbeweis“

DGzRS-Justiziarin Andrea Vogt taufte den neuen Seenotrettungskreuzer mit den Worten: „Ich taufe Dich auf den Namen FELIX SAND und wünsche Dir und Deiner Besatzung allzeit gute Fahrt und stets eine sichere Heimkehr“, Nele Erdmann, Tochter des 3. Maschinisten Volker Erdmann, taufte anschließend das Tochterboot SAPHIR. Ingo Kramer, stellvertretender ehrenamtlicher Vorsitzer der Seenotretter, betonte anlässlich der Taufe im Grömitzer Yachthafen, dass die namhafte Erbschaft den überwiegenden Teil der Kosten des Neubaus gedeckt habe: „Dies ist ein großer Vertrauensbeweis, für den wir außerordentlich dankbar sind.“ Durch weitere außergewöhnliche Spenden für SK 41 haben viele Einzelpersonen ihre Verbundenheit mit den Seenotrettern zum Ausdruck gebracht. Ihre Namen finden sich auf einer Danktafel an Bord der FELIX SAND wieder.

Gebaut für Einsätze unter extremen Bedingungen

 „Die FELIX SAND ist der fünfte 28-Meter-Seenotrettungskreuzer und der zweite dieses Typs, der an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste stationiert wird. Einsatzgebiete dieser besonders leistungsfähigen Spezialschiffe sind das Küstenvorfeld ebenso wie die hohe See – bei jedem Wetter und auch unter extremen Bedingungen“, erklärt die DGzRS. „Wie alle Rettungseinheiten der DGzRS werden sie vollständig aus Aluminium im bewährten Netzspantensystem als Selbstaufrichter gebaut.“

Tochterboot kann unabhängig vom Mutterschiff agieren

Zwei je 1.440 kW/1.958 PS starke Maschinen können den 120 Tonnen verdrängenden neuen Seenotrettungskreuzer auf bis zu 24 Knoten (ca. 46 km/h) beschleunigen. An Bord befindet sich eine vierköpfige Besatzung. Besondere Merkmale sind eine umfassende Ausrüstung zur medizinischen Erstversorgung, eine Feuerlöschpumpe mit ferngelenktem Monitor zur Bekämpfung von Bränden auf See sowie die Fähigkeit, sich im Falle des Durchkenterns innerhalb weniger Sekunden wieder aufzurichten. In der für Seenotrettungskreuzer typischen Heckwanne führen die 28-Meter-Einheiten jeweils ein gut acht Meter langes Tochterboot mit sich, dieses kann auf See unabhängig vom Mutterschiff agieren.

Die „Hans Hackmack“ wird künftig als Springer eingesetzt

„Die bisher in Grömitz stationierte HANS HACKMACK mit Tochterboot EMMI befindet sich derzeit zur turnusgemäßen Generalüberholung in der hauseigenen Werft der Seenotretter in Bremen“, gibt die DGzRS bekannt. „Sie kommt künftig als Seenotrettungskreuzer ohne feste Station immer dort zum Einsatz, wo andere Rettungseinheiten vertreten werden müssen, zum Beispiel während einer Werftzeit.“

Die Seenotrettungsstation Grömitz wurde 1912 gegründet

Die Seenotrettungsstation Grömitz wurde bereits 1912 gegründet. Heute sind dort neun Festangestellte und rund zwölf Freiwillige um Vormann Markus Davids beschäftigt. „Strategisch ist die Station von besonderer Bedeutung, da in unmittelbarer Nähe die Route der großen Fähren Richtung Skandinavien vorbeiführt. Zudem gehört die Lübecker Bucht zu den beliebtesten deutschen Segel- und Wassersportrevieren, allein in Grömitz selbst liegen zahlreiche Segel- und Motoryachten in einer der größten Marinas der Ostsee. Das Einsatzspektrum der Grömitzer Seenotretter umfasst alle denkbaren Notfälle auf See“, betont die DGzRS.

Wissenswertes über die Seenotretter

Die DGzRS hält rund sechzig Seenotrettungskreuzer und -boote auf 55 Stationen zwischen Borkum im Westen und Usedom im Osten einsatzbereit – rund um die Uhr, bei jedem Wetter. Jährlich fahren 180 fest angestellte und rund 800 freiwillige Seenotretter etwa 2.000 Einsätze. Die gesamte Arbeit wird ausschließlich durch freiwillige Zuwendungen finanziert. Seit Gründung der DGzRS im Jahr 1865 haben ihre Besatzungen mehr als 85.500 Menschen aus Seenot gerettet oder drohenden Gefahren befreit, Schirmherr des Rettungswerkes ist der Bundespräsident.

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