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Gastronomen an der Küste starten in die Saison

Strand, Meer – und endlich wieder schlemmen gehen

In diesem Beitrag: Großenbrode: „Morgenstern“ bei gutem Wetter geöffnet 50 Sitzplätze mit Blick aufs Meer Fischbrötchen und Brownie-Waffeln „Anno 1800“ in Heiligenhafen öffnet um 16 Uhr Hochwertige Gastronomie Online Wein-Shop und Kaffeerösterei Gäste können sich testen lassen Geheimtipp „Dorfkrug“ in Petersdorf auf Fehmarn Durchgehend ab 12 Uhr geöffnet „Ritchie“ blickt optimistisch in die Zukunft „Unsere Gäste sind vernünftig“
Ostholstein. Viele Gastronomen an der Küste starten endlich in die lang ersehnte Saison. Das Café Bistro „Morgenstern“ in Großenbrode, das „Anno 1800“ in Heiligenhafen und der „Dorfkrug“ in Petersdorf auf Fehmarn freuen sich auf hoffentlich zahlreiche Gäste.

Ab morgen (12. April) darf die Gastronomie in Schleswig-Holstein ihre Außenbereiche wieder öffnen. Doch auch wenn diese Möglichkeit besteht, zeigen sich einige Gastronomen verhalten, wollen erst einmal die Entwicklung abwarten. Viele aber starten endlich in die lang ersehnte Saison. Zu ihnen gehören auch Ralph Heck, der in Großenbrode das Café Bistro „Morgenstern“ betreibt, Joachim Stolpe vom „Anno 1800“ in Heiligenhafen und Reza „Ritchie“ Mizouri, der sich im Petersdorfer „Dorfkrug“ auf hoffentlich zahlreiche Gäste freut.

Großenbrode: „Morgenstern“ bei gutem Wetter geöffnet

„Wir machen mit, auch wenn sich das Wetter noch nicht so ganz fürs draußen sitzen eignet. Mal gucken, wie weit wir kommen.“ Ralph Heck, der direkt am Strand von Großenbrode – Am Kai 23a – das Café Bistro „Morgenstern“ betreibt, fühlt sich außerdem etwas verunsichert: „Hoffentlich müssen wir nicht nach der nächsten Konferenz wieder zumachen!“ Täglich außer donnerstags ist von 11 bis 16 Uhr geöffnet, „aber nur, wenn das Wetter es zulässt“, betont Ralph Heck, „wenn man ohne Gefahr und trocken draußen sitzen kann. Heute ist Traumwetter, aber bei Ostwind kann man hier nicht sitzen“, gibt er zu bedenken.

50 Sitzplätze mit Blick aufs Meer

Rund fünfzig Sitzplätze mit Blick aufs Meer bietet die Außenterrasse des „Morgenstern“. Momentan wird das Café Bistro „allein zu zweit“ betrieben, „denn in der heutigen Zeit ist es schwer, Personal zu finden“. Seit Herbst sucht Ralph Heck Mitarbeiter*innen: „Alle, die wegen Corona weg sind aus der Gastronomie, merken jetzt vielleicht, dass das doch ein ganz schön harter Job ist“, meint er.

Fischbrötchen und Brownie-Waffeln

Gestartet wird der Betrieb mit einem abgespeckten Programm, aber die beliebte Spezialität des Hauses, Brownie-Waffeln mit Kirschen, Eis und Sahne, wird ebenso auf der Karte zu finden sein wie Pizza, Holzfällerbrot und Fischbrötchen. „Wenn das Wetter besser wird und die Touristen kommen, steigern wir uns“, so Ralph Heck.

„Anno 1800“ in Heiligenhafen öffnet um 16 Uhr

"Wir wagen es und ziehen das durch" - Joachim Stolpe vom "Anno 1800" in Heiligenhafen bietet seinen Gästen neben kulinarischen Genüssen auch Tests mit Zertifikat an. / Foto: hhw

„Wir wagen es und ziehen das durch“ – Joachim Stolpe vom „Anno 1800“ in Heiligenhafen öffnet morgen „ab 16 Uhr, ganz normal. Da alkoholische Getränke nur bis 21 Uhr ausgeschenkt werden dürfen, ergibt sich das Ende daraus. Wir müssen zusehen, dass wir loslegen.“

Hochwertige Gastronomie

Seit 25 Jahren betreibt er das Restaurant und hat es längst zu einer über Heiligenhafens Grenzen hinaus bekannten hochwertigen und bekannten Gastronomie gemacht. Die Speisenkarte enthält neben Fischgerichten eine große Auswahl Steaks und Fleischgerichten. Bei Fischgerichten wird auf bedrohte Fischarten verzichtet. Die urige Einrichtung ist dem Stil des Fachwerkhauses angepasst. Die geschützte und beheizte Gartenterrasse mit Blick auf den Binnensee der Warderstadt lädt zum Verweilen ein.

Online Wein-Shop und Kaffeerösterei

Über 35 Außenplätze verfügt das Restaurant, dem auch ein online Wein-Shop und seit Neuestem sogar eine kleine hauseigene Kaffeerösterei angehören. Derzeit im Programm: die brasilianische Variante. Seit Ostern wird parallel ein Außer-Haus-Verkauf angeboten. Hierbei wird Wert auf nachhaltige Verpackungen – diese sind aus Zuckerrohr – gelegt.

Gäste können sich testen lassen

Wenn alle da sind, hat Joachim Stolpe zehn Mitarbeiter, zweimal die Woche wird das Personal getestet. „Auch unseren Gästen bieten wir Tests an, die allerdings kostenpflichtig sind. Wir dürfen auch Zertifikate ausstellen.“ Seine Frau Elke Stolpe ist beim DRK, darf impfen und testen. Außerdem wird im „Anno 1800“ mit der Luca App gearbeitet.

Geheimtipp „Dorfkrug“ in Petersdorf auf Fehmarn

Der "Dorfkrug" in Petersdorf ist ein Geheimtipp bei Einheimischen und Urlaubern gleichermaßen. / Foto: hhw

Auf viele Jahre Erfahrung in der Gastronomie blickt Reza „Richte“ Mizouri zurück. Den 17 Jahren in seiner Heimat Tunesien folgte ab 1999 eine Zeit in München, bevor er schließlich im Jahr 2006 den „Dorfkrug“ in Petersdorf auf Fehmarn übernahm. Mit Blick auf die Kirche und den idyllischen Dorfteich ist das kleine Restaurant mit gutbürgerlicher Küche längst zum Geheimtipp für viele Einheimische und Touristen avanciert, die besonders gerne den fangfrischen Fisch vom Hafen Burgstaaken genießen. Viele Stammkunden zählt „Ritchie“ zu seinen Gästen, der tägliche Besuch im „Dorfkrug“ gehört für viele zum Urlaub wie Strand und Meer.

Durchgehend ab 12 Uhr geöffnet

Ab November ist sechs Wochen Betriebsruhe, dann wird zur Weihnachtszeit geöffnet. Anschließend ist Winterpause, der Saisonstart erfolgt normalerweise am 15. März. „Das habe ich jedes Jahr so gemacht“, erzählt Reza Mizouri. Seit Ausbruch der Pandemie aber ist alles anders. Vorerst hat er noch kein weiteres Personal eingestellt, wird nur durch Koch Frank Bumann unterstützt, wenn der „Dorfkrug“ künftig wieder täglich ab 12 Uhr durchgehend geöffnet ist.

„Ritchie“ blickt optimistisch in die Zukunft

Reza "Ritchie" Mizouri blickt optimistisch in die Zukunft: "Unsere Gäste sind vernünftig, wir werden noch gut zu tun haben." / Foto: hhw

Doch „Ritchie“ blickt optimistisch in die Zukunft. „Diese Saison wird was, wir werden noch gut zu tun haben.“ Sein „Rezept“: Service wird groß geschrieben, etwaige Reklamationen und Sonderwünsche werden berücksichtigt – und er führt gerne ein lockeres, unterhaltsames Gespräch mit den Gästen.

„Unsere Gäste sind vernünftig“

Auf der Wind geschützten, überdachten Terrasse gibt es 32 Plätze. „Es ist gut, den Überblick zu behalten“, plant der Gastronom erst einmal keine Ausweitung der Außengastronomie. „Corona liegt nicht an der Gastronomie, wir haben ein Hygienekonzept und unsere Gäste sind vernünftig“, weiß Reza Mizouri nur Gutes über seine Restaurantbesucher zu berichten: „Sie warten, bis sie an den reservierten Tisch gebeten werden und fragen, wann sie das WC aufsuchen können.“ Und sollte tatsächlich mal jemand ohne Maske vor der Tür stehen, wird er freundlich, aber bestimmt abgewiesen.

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