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Montag, März 30, 2020
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Gesundheitsamt Lübeck richtet telefonische Servicestelle ein

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Zahlreiche Experten unterstützen das „Corona-Team“ in Lübeck ehrenamtlich mit ihrem Fachwissen

Aufgrund der aktuellen Situation steigen die Anforderungen an das Lübecker Gesundheitsamt täglich. Insbesondere das Aufgabengebiet des Infektionsschutzes, in das die Bearbeitung aller im Zusammenhang mit Coronavirus (COVID-19)-Infektionen fällt, arbeitet derzeit unter Hochdruck, um die zahlreichen Kontaktpersonen zu ermitteln, zu informieren und zu beraten. Nur so lassen sich Infektionsketten unterbrechen und die Ansteckungsgefahr minimieren.

Lübeck richtet wegen Coronavirus telefonische Servicestelle ein

Vor diesem Hintergrund hat die Hansestadt Lübeck in wenigen Tagen eine zusätzliche telefonische Servicestelle für das sogenannte „Corona-Team“ eingerichtet: Gesundheitsamt und Informationstechnik haben in enger Zusammenarbeit nach den aktuellen Vorgaben zur Kontaktvermeidung 25 neue Computer-Arbeitsplätze verteilt auf fünf Räume geschaffen. Weitere Raumkapazitäten stehen ggf. zur Verfügung.

60 Mitarbeiter stehen im Zwei-Schicht-Betrieb 7 Tage die Woche als Ansprechpartner bereit

Das ursprüngliche Team des Infektionsschutzes wurde kurzfristig auf eine aktuelle Personalstärke von derzeit 60 Personen aufgestockt, die im Zwei-Schicht-Betrieb sieben Tage die Woche für die Kontaktermittlungen und Erfassung von so genannten Indexpatienten von 8 bis 20 Uhr zur Verfügung stehen. Außerdem beantworten die Mitarbeiter:innen die Fragen zu medizinischen Corona-Themen der Lübecker Bürger:innen, die über die zentrale Rufnummer (0451) 115 von montags bis freitags von 7 bis 19 Uhr bei der Hansestadt Lübeck eingehen.

Facharzt übernimmt die Leitung des Gesundheitsamtes in Lübeck

Bereits vor seinem offiziellen Amtsantritt verstärkt Privat-Dozent (PD) Dr. med. Dipl.-Kfm. Alexander Mischnik, der zum 1. April 2020 die Leitung des Gesundheitsamtes übernimmt, das „Corona-Team“. Der 41-jährige Mediziner ist Facharzt für Innere Medizin, Mikrobiologie und Infektiologe. „Gerade in der aktuellen Lage mit den großen medizinischen und wirtschaftlichen Herausforderungen, vor die uns die Coronavirus-Krise stellt, freuen wir uns sehr, dass wir mit Dr. Mischnik einen Experten für Infektionskrankheiten und Infektionsepidemiologie für die Leitung des Bereichs Gesundheitsamt gewinnen konnten“, so Sozialsenator Sven Schindler.

Viele Experten unterstützen das „Corona-Team“ in Lübeck mit Fachwissen

Sehr positiv ist auch die Entwicklung, dass sich viele Ehrenamtliche mit zum Teil beeindruckender Fachspezialisierung, Engagement und großer Bereitschaft beim Gesundheitsamt gemeldet haben, um die Arbeit des „Corona-Teams“ zu unterstützen. Das Team kann dadurch um Experten in Virologie, Katastrophenmanagement und Public Health erweitert werden, sodass derzeit eine breite Spezialisierung, Kompetenz und Personalstärke vorhanden ist. Die neuen Kompetenzen haben sich hervorragend in die derzeitigen Aktivitäten integrieren lassen und sichern eine gute Aufstellung für die aktuellen immensen Herausforderungen.

Gesundheitsamt Lübeck ist überdurchschnittlich gut aufgestellt

„Dank der vielfältigen externen Unterstützung sowie der schnellen Realisierung zusätzlicher Arbeitsplätze positioniert sich das Gesundheitsamt Lübeck bereits jetzt überdurchschnittlich und fühlt sich derzeit angemessen vorbereit für die zukünftigen Entwicklungen im Rahmen der COVID-19-Pandemie“, so Bürgermeister Jan Lindenau. „Falls die Lage es erforderlich macht, wird die Hansestadt Lübeck darauf reagieren und den personalbedarf anpassen.“

Hintergrund: Ermittlung von Kontaktpersonen

Eine zentrale Aufgabe im Infektionsschutz ist die Ermittlung von so genannten Infektionsketten. Die generelle Vorgehensweise des Gesundheitsamtes sieht folgendermaßen aus: Die Ermittlung der Infektionskette von Corona-Verdachtsfällen erfolgt schrittweise von innen nach außen. Zuerst wird mittels einer systematischen Befragung eine Liste der Personen erstellt, die direkten Kontakt zum Betroffenen bzw. zur Betroffenen im gefährdeten Zeitraum hatten.

Ermittelte Kontaktpersonen werden informiert und unter häusliche Isolation (Quarantäne) gestellt. Sie werden täglich durch Ärzte des Gesundheitsamtes und Hausärzte telefonisch betreut. Weitere Maßnahmen werden der Lage angepasst und durchgeführt. Dies soll dazu beitragen, die Infektionsketten so schnell wie möglich zu unterbrechen, um eine Ausbreitung des Erregers zu verhindern.

Auch mit den Kliniken in der Hansestadt Lübeck (UKSH, Sana Klinik, DRK Marli und Marienkrankenhaus) konnte so der Kontakt niedrigschwellig ausgebaut werden, um Patienten und Kontaktpersonen außerhalb der Kliniken optimal zu erfassen und zu betreuen.

Die Stadt Lübeck hat außerdem hier einige der häufigsten fragen aufgeschrieben und beantwortet.

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